Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 27. September 2017

| Lesedauer: 5 Minuten

Rutschpartie auf Gehwegen

25. September: Radwege werden verstärkt vom Herbst­laub befreit. Stadtreinigung setzt zwei neue Kehrmaschinen ein

Das Hamburger Abendblatt meldet, dass die Stadtreinigung neues Personal einstellen und zwei Kehrmaschinen speziell zur Radwegreinigung anschaffen will. Wie schön. Was geschieht aber mit den Gehwegen, auf denen das Laub wochenlang liegenbleibt, feucht wird und vermodert und zur Rutschpartie besonders für ältere Leute wird? Ich wohne in Winterhude, seit Jahren bleibt hier das moderige Laub bis zum ersten Schnee und Frost liegen. Auf der Dorotheenstraße z. B. bildet sich im Rinnstein eine fette Dreckmasse, da die Straßen ebenfalls nicht gereinigt werden. Sollen die Fußgänger sehen, wo sie bleiben?

Brigitte Seibold, Hamburg

HSV wieder da, wo er hingehört

25. September: ,Wir haben jetzt eine echte Krise‘. Das 0:3 in Leverkusen ist die vierte HSV-Niederlage in Folge ohne Torerfolg

Nun hat sich der HSV wieder auf dem Tabellenplatz eingefunden, wo er hingehört. Nächste Woche wird er dann ja wohl „Werder“ auf dem Abstiegsplatz abgelöst haben? Unglaublich! Mein Mitgefühl gehört Herrn Kühne, dem erfolgreichen Geschäftsmann, der in seinem Arbeitsleben wohl kaum eine vergleichbare Fehlinvestition erlebt haben dürfte. Zum Glück kann er sich ein solch teures Hobby erlauben!

Peter R. Cent, Hamburg

Bilanz eines Abstiegskandidaten

Nur die sechs zu Saisonbeginn gewonnenen Punkte verhindern bisher, dass der HSV wieder auf einem Abstiegsplatz steht. Zehn Gegentore in vier Spielen bei null eigenen Torerfolgen – das ist die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Die Mannschaft offenbart leider immer mehr die alten Schwächen: ein harmloser Angriff, ein ideenloses Mittelfeld und eine unsichere Abwehr. Es ist einfach keine Weiterentwicklung erkennbar. Wie gefestigt die Moral im Team ist, wird sich am Wochenende zeigen. Denn wird das Nordderby ebenfalls verloren, dürfte Trainer Gisdol nicht mehr zu halten sein. Er wäre dann der fünfte oder sechste Trainer, der vergeblich versucht hat, so etwas wie Spielkultur in diesen zusammengewürfelten Haufen überbezahlter Egozentriker zu bringen.

Martin Wucherpfennig, per E-Mail

E-Autos brauchen normierte Akkus

23./24. September: Im Elektro-Nir­wana. In Deutschland sollen bald eine Million
E-Autos fahren, doch ein Netz an Ladestationen gibt es noch nicht

Schön zu lesen, dass es weitergeht mit dem elektronischen Antrieb. Aber wie? Einerseits ist für mich die Energiebilanz der Herstellung der E-Mobile einschließlich der Speicher und der Stromgewinnung noch nicht überzeugend nachgewiesen. Andererseits müsste man – will man Systeme verändern – auch mit Überblick und systematisch an die gewollte Veränderung herangehen. Es ist zu begrüßen, wenn unterschiedliche Methoden gedacht und getestet werden. Aber zum industriellen Wohlstand haben besonders Normungen beigetragen. Mein Vorschlag: Nicht allein auf die Geschwindigkeit des „Tankvorgangs“ und die verwendeten Stecker und Bezahllösungen kommt es an. Entscheidend wäre vielmehr eine „Containerlösung“: Schnell und universell austauschbare Akkus, die dann in Ruhe aufgeladen werden können, angeboten über ein verändertes, aber bereits bestehendes Tankstellennetz. Wie schnell der Austausch einzelner Komponenten erfolgen kann, erkennt jeder, der schon einmal die Formel 1 verfolgt hat.

Olaf Seligmann, per E-Mail

Irrweg Elektromobilität

Niemand begreift in der Politik, in welche Sackgasse die Automobilität hineintreibt. Nicht nur, dass das vermeintlich so saubere Elektroauto noch über Jahre mit Kohle- und Atomstrom betrieben wird – nur ein Bruchteil kommt bisher aus Wind und Solar –, sondern die Batterieproblematik wird offenbar vorsätzlich verdrängt. Man stelle sich die Massen an Altbatterien vor, die entsorgt und recycelt werden müssen. Und das nicht nur in Europa, wo man entsprechende Kapazitäten aufbauen kann. Vielmehr in Ländern, in denen das nicht möglich ist; in Afrika, in Asien. Ökologisch ist die reine Elektromobilität ein ausgesprochener Irrweg. Die einzige umweltgerechte Lösung ist die Brennstoffzelle mit Wasserstoff aus überschüssiger Windenergie, elektrolytisch gewonnen, wenn Windstrom nicht vom Netz aufgenommen wird. Aber das sieht die Politik mit ihrer kurzsichtigen Fixierung auf Wahlsiege leider nicht.

Dr. Gunter Alfke, Hamburg

Machtmissbrauch der Polizei

23./24. September: G20: Erstes Urteil gegen Polizei. Verwaltungsgericht wertet hartes Vorgehen gegen Jugendgruppe ,Die Falken‘ als rechtswidrig

Das eigentlich Erschreckende an dem Vorgefallenen ist, dass es offensichtlich für die Hamburger Polizei in Ordnung ist, wenn „richtigen“ Verdächtigen Grundrechte nicht zugestanden werden. Es scheint sich hier ja „nur“ um eine Verwechslung zu handeln, man hat sich ja entschuldigt ... Dass Verdächtige mutmaßlich geschlagen, systematisch entwürdigt und ohne Zugriff auf einen Anwalt oder dergleichen festgehalten werden können, scheint kein Problem zu sein. Ist das nicht ein Angriff auf die freiheitlich demokratische Grundordnung? Müsste hier nicht der Verfassungsschutz tätig werden und die Verantwortlichen aus dem Dienst entfernt werden? Scheinbar aber nicht, es war ja nur eine Verwechslung ... So ein Machtmissbrauch ohne echte Konsequenzen darf nicht passieren, ohne Wenn und Aber. Auch in Hamburg nicht. Aber solange solche Dinge scheinbar mit einer Entschuldigung abgearbeitet werden, sollte sich niemand über Politikverdrossenheit und Radikalisierung wundern.

Henry Kleta, per E-Mail

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