Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 7. September 2017

| Lesedauer: 6 Minuten

Freundliche Mitarbeiter im Amt

6. September: Mehr Mit­ar­bei­ter in Kun­den­zen­tren im Einsatz. Die Situation scheint sich zu nor­ma­li­sie­ren

Letzten Mittwoch rief ich vormittags die Behördennummer 115 an und bat um einen Termin im Kundenzentrum Meiendorf. Dialog: „Können Sie in einer halben Stunde?“ „Leider nein. Ich muss auch heute noch Passbilder machen.“ „Das brauchen Sie nicht, wird vor Ort digital erledigt. Morgen um ein Uhr?“ „Gerne.“ Am nächsten Tag waren sehr freundliche Mitarbeiter vor Ort, die Sache war schnell erledigt. Ich fühlte mich als Bürger rundum gut behandelt. Weiter so!

Manfred Löber, Hamburg

Klares Anmeldeverfahren

6. September: Schwesig schickt ihr Kind auf eine Pri­vat­schule

Man kann vieles an dem Anmeldeverfahren für weiterführende Schulen kritisieren. Dies wird in Ihrem Artikel aber kaum getan. Das Anmeldeverfahren ist allerdings klar und recht einfach: Erstens Härtefälle (was immer das im Einzelnen ist), Zweitens Geschwisterkinder, Drittens Schulweglänge. Es ist davon auszugehen, dass diese Rangfolge den Eltern von Kindern, bei denen der Wechsel an eine weiterführende Schulen ansteht, bekannt ist, zumal wenn sie selbst als Lehrer arbeiten. Was ist also passiert? Die Eltern haben Wunschschulen angegeben und beschweren sich im Nachhinein, dass ihr Kind auf die Schule kommt, die sie selbst als Drittwahl notiert hatten. Die Schulbehörde erfüllt also den (Dritt-)Wunsch der Eltern und wird dafür kritisiert. Schon das ist für mich schwer nachvollziehbar. Dass ein falsch ausgefülltes Formular einen derartigen Platz im Hamburger Abendblatt einnehmen muss, ist mir dann aber vollends schleierhaft. Auch mir tut das Kind leid, das auf eine gegebenenfalls „falsche“ Schulform muss. Aber der Fehler liegt doch eher bei den Eltern, die das Formular falsch ausgefüllt haben und nun nur noch auf „Kulanz“ der Behörde hoffen können.

Lars Böhme, per E-Mail

Angst um die Enkeltochter

5. September: Neuer Höchst­stand bei Ver­kehrs­un­fäl­len. Zahl der betroffenen Kinder steigt im ersten Halbjahr 2017 um fast neun Prozent

Wir wohnen in Hamburg-Hausbruch in einer 30er-Zone, in der Nebenstraße befindet sich eine große Schule. Autos und vor allem Motorräder rasen durch diese Straßen mit 80 km/h, teilweise noch schneller. Eine Nachfrage bei der Polizei, ob in diesen Straßen, in denen täglich sehr viele Schüler über die Straße gehen müssen, ab und zu mal geblitzt werden könnte, blieb unbeantwortet. In diesen Straßen könnte der Staat viel Geld verdienen. Auch auf der Neuwiedenthaler Straße wird gerast, was das Auto hergibt. Hier wäre ein Zebrastreifen sehr gut, um eine Ampel wagt man ja gar nicht zu bitten. Zwei Ampeln gibt es am Anfang der Neuwiedenthaler Straße, doch dort muss kein Schulkind die Straße überqueren, dort ist keine Schule. Ich habe Angst um meine Enkeltochter, die jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fahren muss.

Ellen Wiesner, Hamburg-Hausbruch

Mobile Schwellen gegen Raser

Zumindest gegen Raser gibt es die in anderen Regionen bewährte Methode der Bodenschwellen. In Frankreich und Spanien drosseln die Fahrer an Ortseingängen, vor Schulen und anderen prekären Stellen das Tempo, fahren über die Schwellen und setzen mit 30 km/h ihre Fahrt fort. Je höher die Schwelle, desto geringer das Tempo. Es bedarf nicht einmal großer Baumaßnahmen, denn die Schwellen müssen nicht unbedingt in die Straßendecke eingebaut werden. Ich habe vielfach mobile Schwellen gesehen – ähnlich denen, die über Kabel gelegt und wieder abgebaut werden können. Damit könnten wir in Hamburg einen Anfang machen und sie bei besonders rasergefährdeten Strecken auslegen, etwa vor Schulen, rund um die Binnenalster oder auf den nachts beliebten Rennstrecken in der Hafen-City.

Dr. Annegret Witt-Barthel, Hamburg

Hauptsächlich Schrotträder

5. September: Fahrrad sucht Besitzer – eine Herkulesaufgabe

Ich habe mir die Mühe gemacht, die im Internet gezeigten Räder durchzuschauen, in der Hoffnung, eventuell auch mein Rad zu entdecken. Nach circa 1000 angesehenen Rädern habe ich aufgegeben. Warum? Mindestens 90 Prozent der Räder waren nur noch Schrott. Kategorie: Drei Jahre am Geländer einer U-Bahnstation angeschlossen. Die übrig gebliebenen Fragmente werden nun von fünf Beamten zusammengestellt, katalogisiert und fotografiert. Welch eine Verschwendung von Ressourcen bei der Polizei, um mögliche Besitzer ausfindig zu machen. Und welcher Besitzer soll in dem Schrott noch sein Rad wiedererkennen und warum sollte er es wiederbekommen wollen? Nur um die vergammelten Überreste dann selbst entsorgen zu müssen?

Ralf Harder, Norderstedt

Konturlose Auseinandersetzung

4. September: TV-Schlagabtausch zwischen Merkel und Schulz: Duett statt Duell

Auch die Tatsache, dass die kleinen Parteien nicht mitmachen durften und dafür an den Katzentisch geschickt wurden, erzeugt bei mir erhebliche Störgefühle. Die Kleinen hätten unbedingt an den Diskussionstisch gehört – wollen sie doch den Großen für sie existenziell wichtige Stimmen abjagen. Da Schulz und Merkel sich kaum widersprechen, wäre demokratischer Wettbewerb nur mittels der Widerrede der kleinen Parteien möglich geworden. So entstand beim sogenannten Duell Merkel/Schulz der Eindruck, Vertreter ein und derselben Partei vor sich zu haben. Insofern war dieses „Duell“ der Auftritt einer Einheitspartei namens GroKo. Damit die demokratische Auseinandersetzung nicht noch konturloser wird, wünsche ich mir Medien, die sich nicht – wie beim Fernsehduell geschehen – von der Regierung in die Redaktionsarbeit reinfunken lassen.

Henning Fuchs, Pinneberg

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