Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 6. September 2017

| Lesedauer: 5 Minuten

Verkehrspolitik auf den Prüfstand

5. September: Die­­sel-Fahr­­ver­­­bote ver­meiden –​Bund gibt 500 Millionen Euro

Man mag es kaum aussprechen, geschweige denn ausschreiben, aber im Zusammenhang mit dem Dieselskandal und den bisherigen Schadstoffskandalen hat der Satz: Gewinne werden privatisiert, die Verluste jedoch sozialisiert, geradezu einen universellen Wahrheitsanspruch. Mit anderen Worten: Die Autoindustrie wird, wie einst die Banken, als systemrelevant eingestuft und hat es demnach auch verdient, von der Allgemeinheit mit erheblichen Steuermitteln aus dem Sumpf gezogen zu werden. Das klingt angesichts der unvorstellbar hohen Gehälter der verantwortlichen Manager geradezu wie Hohn. Konsequenter wäre es, endlich die gesamte Verkehrspolitik, insbesondere das Verhältnis des Individualverkehrs zum öffentlichen Verkehr, auf den Prüfstand zu stellen und umzusteuern. Künftige Generationen werden ohnehin im Rückblick auf unsere verstopften Autobahnen und Städte ungläubig staunen. Nachrüstungen, Parkplatzbewirtschaftung, selbstfahrende Autos und Elektromobilität werden eher in die sprichwörtliche Sackgasse führen. Erfreulich aber ist: In den Köpfen immer mehr junger Menschen scheint sich bereits ein Umdenken anzubahnen. Wie wäre es denn mit einer Verkehrswende?

Horst Mahl, Wedel

Fahrräder an Bedürftige schenken

5. September: Fahrrad sucht Besitzer – eine Herkulesaufgabe

Als Polizei würde ich den Fahrradbesitzern eine Frist von zwei Monaten setzen. Wer in dieser Zeit nicht eindeutig nachweisen kann, dass er der Besitzer ist, hat Pech gehabt. Nach dieser Frist würde ich die Räder an Bedürftige verschenken oder verschrotten. Es kann nicht sein, dass sechs Beamte mit so einem Verwaltungsakt beschäftigt sind.

Bert W. Selck, Kisdorf

Nicht auf die Stadtpark-Wiese

5. September: Stones im Stadt­park, Demo zur Flora – Polizei im Stress

Ich bin durchaus Fan dieser alten Männer. Wir haben endlich schöne Spätsommertage, und seit Sonnabend wird der Stadtpark verbarrikadiert. Würden diese Rock-Oldies, die weiß Gott nicht am Hungertuch nagen, ihre üppigen Einnahmen für wohltätige Zwecke spenden, könnte ich dies ja noch tolerieren. Gibt es nicht das Volksparkstadion? Ist man eine Spaßbremse, wenn man dieses kulturelle Großereignis an dieser einmaligen Location den Event-Hungrigen nicht gönnt? Weder Pink Floyd 1989 noch die Rolling Stones 2017 gehören auf die große Wiese im Stadtpark.

Anita Schonhardt, per E-Mail

Hafenmodernisierung verschlafen

4. September: Brand­brief gegen Na­tur­schutz­pläne

So, so, die Naturschutzpläne Niedersachsens bedrohen eine mögliche Elbvertiefung und damit die Zukunft des Hamburger Hafens. Ich kann nur feststellen, dass die für den Hafen Verantwortlichen noch nicht einmal in der Lage sind, die derzeit mögliche Leistungsfähigkeit des Hafens sicherzustellen. Sie haben die mit jeder Elbvertiefung schlimmer gewordene Verschlickung des Hafens nicht im Griff, was mit der Kreislaufbaggerei einen absurden Höhepunkt erreicht hat. Seeschiffe müssen auf weitere Ladung verzichten, damit sie noch in die Hafenbecken kommen. Sogar die Binnenschifffahrt ist betroffen. Dem Geschrei nach höheren Umschlagzahlen stehen die enormen Probleme beim Abtransport der Waren entgegen, für die eine Lösung nicht sichtbar ist. Jahrelang verschläft man die Modernisierung der für die Hafenwirtschaft lebensnotwendigen digitalen Infrastruktur bzw. überlässt diese Nichtentwicklung den Rentabilitätsüberlegungen des Telekom-Konzerns. Und der Hafen verliert Ladung, weil der Zoll diese wegen Personalmangels nicht abfertigen kann. Aus dem einzigen zukunftsfähigen Projekt an der deutschen Küste, dem Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven, ist Hamburg ausgestiegen. Als Perspektive wird gebetsmühlenartig die Elbvertiefung genannt. Doch sie wird keine Probleme lösen, sondern bestehende Probleme weiter verschärfen. Zukunftsfähigkeit entwickeln sieht anders aus.

Karl-Heinz Letz, Hamburg

Tägliche Zustellung klappt nicht

4. September: Briefe nur an aus­ge­wähl­ten Tagen? Post testet bei Kunden auf frei­wil­li­ger Basis neue Form der Zu­stel­lung

Ich verstehe den Aufschrei von Ver.di nicht, weil die Deutsche Post den Briefzustellmodus überprüft und neue Formen der Zustellung ausprobieren will, mit anderen Worten nicht mehr sechsmal in der Woche die Kunden bedienen will. In Hamburg-Alsterdorf stelle ich schon seit längerer Zeit fest, dass eine tägliche Zustellung nicht mehr stattfindet. Höchstens dreimal in der Woche wird zugestellt. Wir haben von außen zugängliche Briefkästen, und man kann von innen sehr gut feststellen, ob eine Zustellung erfolgt ist.

Gerhard Schultz, per E-Mail

Ein Trauerspiel

Wir und viele weitere Mitbürger aus Harburg nehmen schon seit mindestens zwei Jahren an diesem Pilotprojekt teil, bei dem nur sporadisch die Post zugestellt wird. Nur dass man es uns vorher nicht mitgeteilt hat. Es ist nach wie vor ein Trauerspiel, was postalisch in Harburg passiert. Tatsächlich will die Post bei diesem Thema wohl das Personal einsparen, das schon lange fehlt.

Thilo Köster, Harburg

Post mit Glück an vier Tagen

Da muss ich doch lachen. Die Post will in einigen Bezirken eine andere Zustellung der Briefe testen. Hier in Hamburg-Niendorf bekommen wir schon lange am Montag keine Post mehr. In der rest­lichen Woche, wenn wir Glück haben, an vier Tagen. Was gibt es da zu testen, es ist doch schon lange so ...!

A. Horstmann, Hamburg

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