Meinung

Leserbriefe: 2. September 2017

| Lesedauer: 4 Minuten

Gabriel kann es nicht lassen

1. September: ... da kann der Schulz ein­pa­cken

Sigmar Gabriel kann es anscheinend nicht lassen: Wann immer sich eine Kamera oder ein Interviewpartner anbietet, tritt er an und redet. So hatte er auch schon den Kandidaten Steinbrück unterlaufen. Zwar gilt er als impulsiv, aber das ist nicht mehr impulsiv, sondern wichtigtuerisch und parteischädigend.

Richard H. Gruber, Hanstedt

Rücksichtslos mit gestörtem Ego

31. August: Neue Soko soll PS-Protze jagen

Im Gegensatz zu Polizeigewerkschaft oder Herrn Jarchow (FDP) halte ich diese­ Soko für sehr sinnvoll, leider notwendig und längst überfällig. Wie kann es angehen, dass Straßen immer mehr zu einem rechtsfreien Raum verkommen, wo sich rücksichtslose bzw. asoziale Autofahrer, deren Intelligenzquotient reziprok zur PS-Zahl ihrer Fahrzeuge ist, ihr gestörtes Ego rücksichtslos auf Kosten der Allgemeinheit befriedigen. Insbesondere die Beschallung ganzer Stadtteile, oft auch nachts, ist unerträglich. Hier helfen nur noch drastische Strafen, die in vielen europäischen Nachbarstaaten bereits Alltag sind.

Jens Ode, per E-Mail

Imponiergehabe auf Flaniermeile

Es wäre schön, wenn diese Soko auch den unerträglichen Straßenlärm, den diese Leute mit ihren röhrenden Auspuffanlagen aus Imponiergehabe verursachen, unterbindet. Ebenfalls sollten Motorradfahrer mit ihren nicht zulässigen Motorgeräuschen verfolgt werden. Dieses gilt nicht nur für die Flanieremeile um die Binnenalster, sondern auch für alle Straßen in Hamburg. Wir Bürger sind durch den Fluglärm von Fuhlsbüttel und Finkenwerder schon gebeutelt genug, und der Senat hat hier seiner Fürsorgepflicht nachzukommen.

Bernd Mucksfelde, Hamburg

Wochenlange Wartezeiten

31. August: Wie man Not­auf­nah­men entlasten kann

Vielleicht wäre es angebracht zu hinterfragen, warum so viele Menschen die Notaufnahmen nutzen. Unser Gesundheitssystem bietet kurzfristig keine Facharzttermine an, hier kommt es zu wochenlangen Wartezeiten trotz akuter Beschwerden. Die Patienten werden von den überfüllten Praxen selbst an die Notaufnahmen der Krankenhäuser verwiesen. Dazu kommt, dass die Öffnungszeiten der meisten Praxen arbeitnehmerunfreundlich sind, ab spätestens 18 Uhr geht da nichts mehr. Auch die wenigen Notfallpraxen können offensichtlich den Bedarf der erkrankten Menschen nicht decken. Hier wäre dringend eine Nachbesserung notwendig, wie die aktuelle Situation zeigt.

Brigitte Rohland, per E-Mail

Bitte keine Zwei-Klassen-Medizin

Meine Frau, die gesetzlich krankenversichert ist, hatte sich am Freitagnachmittag um 14.30 Uhr den Fuß umgeknickt. Wir gingen von einer Verstauchung aus, wollten aber sicherheitshalber einen Orthopäden aufsuchen. Wir haben weit und breit keinen Termin beim Orthopäden bekommen, bzw. die Praxen waren schon geschlossen. Als der Fuß dann gewaltig anschwoll, haben wir nachts eine Notaufnahme aufgesucht, wo ein Fußbruch diagnostiziert wurde. Wenn man einen Blutdruck von 200 hat, der durch einen Kardiologen abgeklärt werden soll, bekommt man, wenn man Glück hat, einen Termin in sechs Wochen. Es bleibt einem teilweise nichts anderes übrig, als eine Notaufnahme aufzusuchen. Wenn sie sich jedoch als Privatpatient melden, fragt man sie in den Praxen, ob sie in einer Stunde oder in zwei Stunden kommen möchten. Der Fehler liegt hier im System der Zwei-Klassen-Medizin und interessiert auch kaum einen Politiker, da Politiker vielfach beihilfeberechtigt sind und somit wie Privatpatienten behandelt werden. Vielleicht greift dieses Thema ja mal eine Partei gezielt unter dem Thema Gerechtigkeit auf.

Takis Petersen, Hamburg

Landzukäufe am Stadtrand

31. August: Leitartikel: Hauptsache, Hamburg? Kleine Wohnungen, hohe Preise. Was uns das Leben in der Stadt wert ist - oder auch nicht

Eine Stadt, die wachsen will oder soll, sollte nicht nur mit kleinen Wohnungen verdichtend bauen, denn diese Philosophie verdichtet auch den Verkehr und erzeugt Druck, der irgendwann alles eskalieren lässt. Die Stadt sollte mit Landzukäufen am Rande expandieren, damit billiger Wohnraum mit größeren Wohnungen entstehen kann und keine Grünflächen in der Innenstadt bebaut werden. Der Verkehr könnte sich auch besser entwickeln, und wenn die neuen Gebiete auch im öffentlichen Nahverkehr eingebunden sind, könnte der Druck im allgemeinen Straßenverkehr sinken. Die Steuereinnahmen der dann neu erworbenen Stadtgebiete für neu angesiedelte Hamburger kämen zu 100 Prozent der städtischen Steuerkasse zugute. Mit den höheren Einnahmen ist der Senat in der Lage, noch mehr Land anzuschaffen. Das wäre für mich eine wachsende Stadt Hamburg.

R.-D. Polomski, Hamburg

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