Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 21. August

| Lesedauer: 5 Minuten

Wie Wettlauf Hase und Igel

19./20. August: Terror in Spanien – Polizist stoppt die At­ten­tä­ter fast im Al­lein­gang und ,Wir haben keine Angst‘

Die bisherige Strategie gegen islamistischen Terror gleicht dem Wettlauf zwischen Hasen und Igel und bedarf einer Überarbeitung, wie auch das Märchen von der angeblichen deutschen Ausländerfeindlichkeit. Im Abendblatt ist zu lesen von 16 muslimfeindlichen Verletzungen im 2. Quartal 2017. Zwar 16 zu viel, aber gemessen an der Zahl von Morden und Verkrüppelungen durch islamistische Anschläge moderat. Die bei uns lebenden Moslems wissen, dass sie nirgendwo ihre Religion so frei ausleben können wie in Deutschland und nirgendwo auf diesem Kontinent sozial so gut versorgt sind wie hier. Was tun sie dafür? Die meisten Deutschen waren zum Kriegsende unschuldige Kinder, werden aber immer noch für die Naziverbrechen verantwortlich gemacht. Mit gleichem Recht sind die bei uns lebenden friedlichen Moslems mitverantwortlich für die Verbrechen ihrer Landleute. Wo sind der kraftvolle Protest, die lautstarke Verurteilung ihrer irregeleiteten Glaubensgenossen, die Demonstrationen gegen den importierten Terrror?

Dr. Dietger Heitele, Hamburg

Natürlich haben wir Angst

„Wir haben keine Angst“: Dieser Ausspruch ist wie das Pfeifen im dunklen Wald. Natürlich haben wir Angst. Sie ist auch in Ordnung, aber sie darf uns nicht in Erstarrung versetzen, sondern muss uns endlich einmal zu einer sinnvollen Reaktion bringen. Es nützt nichts mehr, immer nur zu relativieren und die Schutzmaßnahmen zu erhöhen, sondern es muss das Übel benannt und wirklich, nicht nur verbal, angegangen werden.

Werner Jens, Reinbek

Falsche Toleranz

19./20. August: Merkel: Wahlkampf geht weiter – aber leiser als gewohnt

Merkel dimmt das Wahlkampfgetöse nicht ganz uneigennützig runter, bevor die Wähler mit wohlkalkulierter Verspätung dahinterkommen, dass es gerade ihre falsche Toleranz und verhängnisvolle Liberalität sind, die eine tödliche Infiltration unserer leider nur mangelhaft gerüsteten Gesellschaft durch islamistischen Terror erst möglich macht.

Thomas Prohn, per E-Mail

Wähler sind Stimmvieh

19./20. August: Merkel verbittet sich ­Erdogans Wahl­ein­mi­schung

Der türkische Präsident Erdogan hat aus der Türkei stammende Wähler aufgerufen, bei der Bundestagswahl nicht für Union, SPD oder Grüne zu stimmen. Wie lange macht Deutschland noch die Spielchen mit? Was kann der dreiste Erdogan noch alles machen, bis sich das Verhalten zur Türkei ändert? Klar ist, dass unsere Politiker das Ganze verurteilen, nur ernsthaft mal die Beziehungen zur Türkei zu überdenken, das wird nicht gemacht. Deutschland lässt sich alles gefallen, da wird mal kurz gedroht, dass es so nicht geht, aber das war es auch. Erdogan interessiert nicht, ob die Menschen sich dafür entschieden haben, in Deutschland zu leben, sich dort integriert haben, die Staatsbürgerschaft angenommen haben. Das alles ist ihm egal, die Menschen, deren Rechte sind ihm egal. Er ist es gewohnt, die Bürger seines Landes wie Stimmvieh anzusehen. Sie haben nur das zu machen, was man ihnen sagt. Und wehe, jemand verweigert sich.

Peter Groth, Ellerau

Grillen im Stanley Park

17. August: Die (zehnt)­schönste Stadt der Welt

Hamburg ist eine durchaus lebenswerte Stadt, aber es fällt auf, dass Kanada mit drei Städten unter den Top Ten der Städte ist. Der Grund hierfür ist relativ simpel. Alle Grünanlagen und Parks sind gepflegt und sauber, dafür sorgen u. a. die Parkranger. Wer die Toleranzschwelle der Ranger und Mounties (kanadische Polizei) testen will, nimmt eine Kiste Bier und einen Grill, wie bei uns an der Alster, und fängt in Vancouvers Stanley Park an zu grillen ... Alkohol in der Öffentlichkeit ist entweder verboten oder sehr stark eingeschränkt, was sich sehr positiv im Alltag auswirkt. Gesetze und Verbote werden nicht wie bei uns nur erlassen, sondern von der Polizei auch durchgesetzt. Der Individualverkehr hat den Stellenwert, den er in einer Wirtschaftsmetropole braucht, es wird sehr fair gefahren, insbesondere Fußgängern und Radfahrern gegenüber, kaum falsch geparkt und Straßen nicht verpollert, sondern, wo es geht, ausgebaut. In Hamburg parkt jeder, wie er will, und der Dreck an den Straßenrändern wird Straßenbegleitgrün genannt.

Wolfgang Rumstieg, per E-Mail

Nachverdichtung mit Augenmaß

17. August: Lokstedter klagen: ,Unser Quartier wird vollgebaut‘

Laut Artikel haben die Grünen und Umweltschützer ein Problem damit, wenn außerhalb der Stadt gebaut wird, da „kostbare Naturflächen dauerhaft zerstört werden“. Aber innerhalb der Stadt ist das in Ordnung? Sind nicht alle Naturflächen gleich wertvoll? Sorgen sie nicht alle gleich dafür, dass die Luft gereinigt, die Temperatur reguliert und der Lärm verringert wird? Dienen sie nicht überall als Lebensraum für Tiere und als ein großes Stück Lebensqualität für die Menschen? Nachverdichtung mit Augenmaß auf bereits versiegelten Flächen wäre ein Kompromiss.

Anke Hamann, Hamburg

Finanzielle Abhängigkeit

18. August: Klaus-Michael Kühne: ,HSV-Füh­rung ist auf falscher Chaussee un­ter­wegs‘

Was Herr Kühne sich, abgesehen von seltenen ruhigen Momenten, generell mit seinen öffentlichen Angriffen gegen die HSV-Führung erlaubt, ist total unmöglich und geht überhaupt nicht. Leider hat sich der HSV (finanziell) viel zu abhängig von Herrn Kühne gemacht.

Oliver Seitz, Hamburg

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