Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 17. August 2017

| Lesedauer: 5 Minuten

Frage nach Asylgewährung

16. August: Hamburger Polizei nimmt Pa­läs­ti­nen­ser fest – Ter­ror­ver­dacht

Da stellen sich doch zwangsläufig etliche Fragen: Warum wird einem Palästinenser überhaupt Asyl gewährt? Wird er zuhause verfolgt, weil er dort auch schon straffällig geworden ist? Warum ist er nicht längst abgeschoben, wenn er hier wegen Diebstahls- und Gewaltdelikten bereits polizeibekannt ist? Muss erst noch Schlimmeres passieren, bevor dieser Schritt vollzogen wird?

Thorsten Thiel, Ahrensburg

Kriminelle Delikte mit Auswirkung

In der Berichterstattung über den festgenommenen palästinensischen Terrorverdächtigen heißt es wieder einmal in einem Nebensatz, dass der Verdächtige der Polizei bereits durch Eigentums- und Gewaltdelikte bekannt war. Es beunruhigt mich, dass ich mit meinen Steuergeldern dazu beitrage, Kriminellen einen sicheren Aufenthalt bei uns zu ermöglichen. Warum haben kriminelle Delikte keine Auswirkungen auf den Asyl- oder Aufenthaltstatus?

Dr. Robert J. Degenhardt, Hamburg

Erste Stiftswohnungen

16. August: Zwölf Straßen werden be­deu­ten­den Frauen gewidmet. Mit zusätzlichen Erklärtafeln sollen verdienstvolle Töchter der Stadt gewürdigt werden

Anna Büring sollte lieber für Ihre heute noch aktive Stiftung „Anna Büring Testament“ geehrt werden. Diese Stiftung von 1535 verfügte den Bau von zwölf Wohnungen in der Steinstraße für alte und bedürftige Personen. Das Wohnen war kostenlos und die Bewohner erhielten zusätzlich noch ein kleines Taschengeld. Das Modell dieser ersten Stiftswohnungen (Anordnung ähnlich den Krameramts-Wohnungen beim Michel) befindet sich im Museum für Hamburgische Geschichte. Das heutige Gebäude mit nun 22 Wohnungen steht seit 1914 in der Greflingerstraße in Winterhude.

Friedrich Asschenfeldt, Hamburg

Attraktivität erhöhen

15. August: Die Mön­cke­berg­straße geht in die Offensive

Einfach Autos, Busse, Taxen raus, würde die Attraktivität der Mönckebergstraße ganz ungemein erhöhen. Ein Blick nach Wien und München in die dortigen Fußgängerzonen könnte hilfreich sein.

Nicola Hasselmann, per E-Mail

Subventionen mit Gegenleistung

15. August: So wollen Pin­ne­bergs Bauern Bienen retten

Nun hat also auch der Bauernverband die Zeichen der Zeit erkannt und realisiert, dass in der Landwirtschaft einiges in die falsche Richtung läuft. Die Meldungen über den Insektenschwund und nicht zuletzt der Agrarreport 2017 des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) sprechen eine deutliche Sprache. Die Monokulturen und der Einsatz von Spritzmitteln sorgen für den Verlust von Lebensräumen für Insekten und dadurch auch anderen Arten. Insofern ist die Initiative des Bauernverbandes natürlich zu begrüßen. Vermutlich folgt sie aber neben eigener Einsicht auch wachsendem öffentlichen Druck. Deutsche Landwirte erhalten rund 6,3 Milliarden Euro an EU-Agrarsubventionen. Dieses System soll 2020 reformiert werden und immer mehr Menschen wünschen sich eine naturverträglichere Landwirtschaft, bei der Subventionen auch an entsprechende Gegenleistungen gekoppelt sein müssen. Auch vor diesem Hintergrund muss die Aktion des Bauernverbandes betrachtet werden.

Hans-Joachim Bull, Quickborn

Mut für zweite Amtszeit

15. August: Einsamer Kampf an vielen Fronten

Das Verteidigungsressort gleicht einen Minenfeld und die Beliebtheit hält sich in Grenzen. Unbeschadet kommt man da selten durch. Es ist nicht entscheidend welche Fehler Frau von der Leyen gemacht hat, vielmehr ob sie einen Plan hat und den auch konsequent verfolgt. Ohne Frage ist Frau von der Leyen fleißig, flexibel und kann sich auch durchsetzen. Wenn man Alternativen für Frau von der Leyen sucht, wird man keine Freiwilligen finden. Sie hat sich eingearbeitet und es wird Zeit, dass eine Verteidigungsministerin endlich mal eine zweite Amtszeit durchzieht. Sie hat den Mut dazu, auch das unterscheidet sie von ihren Vorgängern.

Fred Bonkowski, per E-Mail

Früher war es anders

15. August: ‘Cornern’ – Kritik vom Mie­ter­ver­ein und

14. August: ‘Cornern’ bedroht ganze Stadt­teile

Bis in die neunziger Jahre hinein war es geradezu verpönt, auf öffentlichen Straßen und Plätzen Bier und sonstige Alkoholika zu konsumieren. Es bestand ein gesellschaftlicher Konsens. So etwas tat man einfach nicht. Es gab eine intakte Kneipenkultur und zum Kiosk, früher auch als Selterbude bezeichnet, ging man nur außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten, um vergessene Kleinigkeiten einzukaufen. Nach und nach wurde das Tabu des öffentlichen Alkoholgenusses gebrochen und man konnte mit großem Erstaunen die ersten Spaziergänger mit einer Flasche Bier in der Hand erblicken. Der Nachahmungs­effekt war sehr groß und so gehört dieses Gebaren heute leider wie selbstverständlich zu unserem Straßenbild. Nicht nur auf St. Pauli, sondern an vielen weiteren Plätzen, wie z. B. dem Jungfernstieg, wird ungeniert in aller Öffentlichkeit getrunken. Auch bestand einmal ein weitgehender gesellschaftlicher Konsens darüber, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Auch diese Schamschwelle gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr. Inzwischen sieht sich der Hamburger Senat genötigt, ab 2018 eine Straßenreinigungsgebühr zu erheben. Alles schön und gut, aber es ist überhaupt nicht einzusehen, dass diese Gebühr von den Grundstückseigentümern und Mietern eingefordert wird.

Dieter Buchholz, Hamburg

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