Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 10. August 2017

Eine Frage für Günther Jauch

9. August: Der Fall Wulff So werden ­ehemalige Politiker versorgt

Christian Wulff war nur eine Amtszeit von 20 Monaten vergönnt, damit hat er nur ein Drittel seiner vorgesehen Amtszeit erfüllen können. Wer nicht voll arbeiten kann, aus welchem Grund auch immer, der erhält letztlich weniger Rente oder Pension. Auch ich habe dem Staat viele Jahre gedient, auf Grund meiner zwei Kinder aber nicht immer in Vollzeit, was sich selbstverständlich in der Höhe meiner Pension niederschlägt. Laut Adam Riese könnte auch der Ehrensold von Christian Wulff gedrittelt werden, dann kämen immer noch ca. 80.000 Euro jährlich für ihn heraus. Mancher, der jahrelang gearbeitet hat und am Ende eine Rente erhält, die zum Leben nicht ausreicht und um Hartz IV betteln muss, kann sich solche Geldsummen nicht einmal vorstellen. Wie aber sollte man mit dem Drittel für Büro, Büroleiter, Sekretärin und Chauffeur inklusive Dienstwagen umgehen? Vielleicht eine Frage für Günther Jauchs "Wer wird Millionär?"

Gisela Paulsen, per E-Mail

Kopfschütteln beim Normalbürger

Schon der erste Satz in dem Abendblattbericht über Christian Wulff macht deutlich, wo die Defizite dieses ehemaligen Bundespräsidenten liegen, wenn es da heißt: Wulff immer wieder Christian Wulff. Herr Wulff hat häufig nicht gewusst, was er tun kann oder was sollte er besser sein lassen sollte. Dieses hat schließlich auch zu seinem erzwungenen Rücktritt geführt. Diesem, auch heute noch jungen Ex-Präsidenten, stehen sein Leben lang vier Personen nebst Büro sowie Dienstwagen zur Verfügung. Hier muss die Frage erlaubt sein: Werden diese Arbeitskräfte auch in Wulffs anwaltliche Tätigkeiten eingebunden, oder sind sie nur bei öffentlichen Terminen, die dem Staat dienen, zur Mitarbeit verpflichtet? Letztendlich sorgt die Überversorgung unserer Parlamentarier beim Normalbürger nur für Kopfschütteln.

Wilfrid Warncke, per E-Mail

Vorstand schadet Flughafenimage

9. August: Kofferchaos – das sagen die ­Beschäftigten

Als Vielflieger ärgere ich mich seit Jahren über das Kofferchaos am Hamburger Flughafen. In der Konsequenz nehmen mehr und mehr Fluggäste immer größeres Handgepäck mit in die Kabine. Die Schuld trägt vor allem der Vorstand der Hamburg Airport – namentlich der überall gehypte Herr Eggenschwiler. Seit Jahren brüstet er sich damit, immer mehr (billige) Airlines nach Hamburg zu holen. Zugleich versäumt er es, für die notwendigen Personal- und Infrastrukturmaßnahmen zu sorgen. Jetzt verspricht er Abhilfe zwischen 2018 und 2023. Wie lächerlich. Immer nur über die Sicherheitsüberprüfungen des Personals zu jammern, hilft nicht weiter. So wird der Vorstandschef selbst zu einem Sicherheitsrisiko für das Image des Flughafens.

Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Hamburg

Standzeit mindestes 1,5 Stunden

Die Verantwortung für die Koffer trägt die Fluggesellschaft. Die beauftragt die Be- und Entlader. Der Flughafen stellt nur den Raum zu Verfügung. Hinzu kommt, dass die Fluggesellschaften, besonders die billigen, ihre Standzeiten so kurz wie möglich halten wollen. Es werden deshalb auch keine Container für das Gepäck genutzt, sondern es wird einfach in den Frachtraum geworfen. Wenn die Ent- und Beladung zeitlich nicht klappt, wird einfach wieder gestartet. Hier sollte die Kontrolle des Flughafens ansetzten: ohne sachgemäße Be- und Entladung kein Start, Standzeit mindestens 1,5 Stunden. Diese Maßnahme würde Verspätungen reduzieren.

Dieter Lehmkuhl, Hamburg

Billig um die Welt fliegen

Es ist schön, dass das Problem jetzt wieder bei denen angekommen ist, die es verursacht haben, den Passagieren, die billig um die Welt fliegen wollen.

Andreas Kaluzny, per E-Mail

Austausch umstritten

9. August: Abgasskandal führt zu Rabattschlacht. Volks­wa­gen und Daimler locken Kunden in die Au­to­häu­ser: Wer sein altes Die­sel­fahr­zeug ver­schrot­tet, bekommt einen er­heb­li­chen Nachlass

Aufgrund sinkender Absatzzahlen für Dieselfahrzeuge haben sich die Verkaufsstrategen der Automobilkonzerne entschlossen, dem entgegenzuwirken, mit einer Umweltprämie. Sie erfüllen damit eine Vereinbarung des Diesel-Gipfels. Ob das die Kunden zum Kauf eines neuen Diesel-Pkw lockt, hängt davon ab, ob sie in einer Stadt wohnen, wo Fahrverbote drohen, und ob der Restwert höher oder niedriger ist als die Prämie. Wenn der Restwert höher ist, dann wird wahrscheinlich kein Kauf erfolgen, das gilt z. B. für Mercedes-Fahrzeuge, bei denen die Prämie lediglich 2000 Euro beträgt. Ob dieser Austausch unter Umweltaspekten viel bringt, ist umstritten, denn die neuen Dieselfahrzeuge sollen auch nicht die Norm erfüllen.

Reinhard von Kamptz, Hamburg

Unternehmen tricksen mit Musik

9. August: Edeka verführt Kunden mit sanften Klängen

Ich halte es für ethisch bedenklich, dass ein Musik-Experte wie Herr Hirsch offen zugibt, Kunden mittels passender Musik derart zu manipulieren, dass sie mehr und teurer einkaufen. Zwar kennt man mittlerweile die Tricks der Unternehmen. Doch die Profitgier so offen zu äußern, das finde ich unangemessen.

Annelie Kirchner, per E-Mail

Stiefmütterlich behandelt

8. August: Bau eines Fahrradstreifens. Rolfinckstraße in Wellingsbüttel teilweise gesperrt

Wieder einmal werden beträchtliche Gelder für Radfahrer nördlich der Elbe investiert, der südliche Teil der Elbe wird weiter stiefmütterlich behandelt.

Klaus-Michael Vogel, Hamburg

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