Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 28. Juli 2017

Lattenkamp nicht aufgeben

27. Juli: Hamburg erhält 1400 neue P+R-Stell­plätze. Elf Anlagen werden erweitert, zwei werden geschlossen

Alles sehr vorausschauend, liebe Hamburger Verkehrsplaner, jedoch mit einem kleinen Fehler, denn Lattenkamp und Friedrichsberg sollten nicht geschlossen werden.Wenn die Stadt mal wieder so abgesperrt ist, wie zum G20-Gipfel oder irgendeiner anderen Großveranstaltung, sind diese zentrumsnahen Parkplätze die letzte Chance. Wir haben während des G20-Gipfels nach endlosem Stop-and-go mit dem Auto über P+R-Anlage am S-Bahnhof Friedrichsberg die heimische Hütte letztendlich erreicht. Die Alternative heißt: Hamburg verabschiedet sich von Großveranstaltungen – auch nicht übel.

Bruno Brandi, per E-Mail

Tour zu den Steuerbetrügern

27. Juli: Die Tour zu Hamburgs Steu­er­sün­den

Gäbe es ein Verzeichnis, aus dem hervorgeht, wer wie viel verdient und wie viel Steuern er auf diesen Verdienst entrichtet, könnte der Bund der Steuerzahler (BdS) eine Bustour zu all denen organisieren, die die Allgemeinheit um die ihr zustehenden Steuerzahlungen betrügen. Es würde vermutlich einen Aha-Effekt auslösen, sähe man an den Zahlen, dass die "Steuerverschwendungen" nur die vielgenannten Peanuts wären, gegen die Summe, die einige Bürger dem Staat jährlich auf betrügerische Art vorenthalten. Und der BdS könnte als zusätzlichen Seiteneffekt den Beweis antreten, dass das selbst angeklebte Etikett tatsächlich Substanz hat. So aber bleibt nur ein schaler Geschmack und der Eindruck, dass sich die, die schon immer der Meinung waren, Steuern seien unnötig, einen Wadenbeißerverein halten.

Andreas Kaluzny, per E-Mail

Merkels populistische Parolen

26. Juli: 30 Prozent der Wähler haben po­pu­lis­ti­sche Ansichten

Das scheinen auch Politiker zu wissen und sprechen darum gezielt diese Wähler mit eigenen populistischen Parolen an. Dazu gehört auch die Kanzlerin, wenn sie mit markigen Behauptungen ihre Politik als "alternativlos" verteidigt. Unvergessen auch ihre Behauptungen: "Stirbt der Euro, dann stirbt Europa", radikal vereinfacht, um Angst zu machen, denn natürlich existiert Europa unabhängig von Währungen oder auch: "Sozial ist, was Arbeit schafft" – wonach auch Ausbeuter, Einbrecher und kriminelle Chaoten durch die Folgen ihres Tuns sozial handeln. Man sieht, es braucht kein niedriges Bildungsniveau, um sich populistisch zu geben.

Heide Jurczek, per E-Mail

Schwerer Imageschaden

25. Juli: Druck auf Au­to­kon­zerne wächst. Daimler kann für Offenlegung des Kartells auf Straferlass hoffen

Wer soll hier noch Verständnis haben. Die deutschen Autobauer VW, BMW, Mercedes, Audi und Porsche, um nur die Bekanntesten zu nennen, übten sich in Gewinnmaximierung auf Kosten der Verbraucher und der Umwelt. Nun sind die gleichen Autobauer dabei, sich in der Schnelligkeit der Selbstanzeige zu profilieren, um durch mögliche Kronzeugenregelungen Schaden von ihren Unternehmen zu nehmen. Andere europäische Länder machen Termine ab, ab wann sie keine Autos mit Verbrennungsmotoren in ihren Ländern mehr zulassen wollen. Die deutsche Autoindustrie verschläft den Antriebswandel, weg von den Verbrennungsmotoren, um noch möglichst viele Autos unter "Made in Germany" zu exportieren. Unsere Nobelmarken-Hersteller, Mercedes Benz, BMW, Audi, Porsche und VW haben der Marke "Made in Germany" einen Imageschaden versetzt, der sehr schwer wieder zu revidieren sein wird und das nur, um den Gewinn zu maximieren.

Fritz Timm, per E-Mail

Anwendung ist oft kostenfrei

22./23. Juli: Krampf­adern: Mehr als ein Schön­heits­feh­ler

Die Behandlung der Krampfadererkrankung mit dem Radiallaser oder dem Radiofrequenzkatheter wird von den privaten Krankenkassen und der Beihilfe in Norddeutschland erstattet. Auch ein Großteil der gesetzlichen Krankenkassen erstattet diese Verfahren. Ob und wo diese Verfahren kostenfrei für den Patienten durchgeführt werden, sollte dieser bei seiner Krankenkasse erfragen. Verbrennungen der Haut kommen bei sachgerechter Anwendung der thermischen Katheter der neuesten Generation nicht vor. Diese arbeiten heute mit Temperaturen zwischen 120 und 140 Grad. Celsius. Unter Anwendung der Laserkatheter der ersten Generation ist es wiederholt zu Hautverbrennungen gekommen, da sie mit Temperaturen arbeiten, die 1000 Grad erreichen. Hier sollte der Patient seinen behandelnden Arzt fragen, welche Kathedersysteme eingesetzt werden. Die dauerhaften Ergebnisse unterscheiden sich zwischen der Strippingoperation und den Katheterbehandlungen in der Literatur nicht. Als Erfolg der Radiofrequenz- und Radiallaser-Behandlung gilt der Abbau des behandelten Gefäßes. Dieses ist in der Regel nach einem Jahr erreicht. Nur wenn die behandelten Gefäße im Ultraschall nicht mehr nachweisbar sind, kann über diese Gefäße das Krampfaderproblem nicht mehr auftreten.

Dr. Jens Alm, Dermatologikum Hamburg

Täterfoto nicht veröffentlichen

22./23. Juli: Norwegen gedenkt der Opfer Breiviks

Ich finde es richtig, immer wieder an diesen schrecklichen Tag in Norwegen zu erinnern und den Opfern und deren Familien Platz einzuräumen. Es ist wichtig, dass wir Menschen begreifen, dass es auf dieser Welt immer wieder bewusstseinsgestörte Menschen gibt, die auf Zerstörung und Vernichtung ausgerichtet sind. Ich finde es aber falsch, dem Täter durch ein abgedrucktes Foto immer wieder ein Gesicht zu geben und damit seinem Drang nach Öffentlichkeit zu unterstützen.

Birgit Wolf, Hamburg-Volksdorf

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