Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 21. Juli 2017

Müll auch in Hamburger Parks

20. Juli: Besucher schädigen Potsdamer Welt­kul­tur­erbe

Was in diesem Artikel hinsichtlich der Vermüllung der Parkanlagen beschrieben wird, findet so bei schönem Wetter auch in den Hamburger Parks und an den Elbstränden statt. Nur das dem Hamburger Senat Appelle an die Parkbesucher offensichtlich sinnlos erscheinen und er stattdessen gleich eine neue "Straßenreinigungsgebühr" einführen will, die ich wie folgt definieren möchte: Ungerechtfertigte und unfaire Vergesellschaftung der Kosten für die Beseitigung von Schäden, welche durch verantwortungslose Umweltfrevler verursacht werden, zu Lasten des verantwortungsbewussten, dem Gemeinwohl dienenden Bürgers.

Dieter Buchholz, Hamburg

Vier Wochen Eis essen

20. Juli: Immer mehr Schüler fehlen vor den Ferien un­ent­schul­digt

Nicht nur in Hamburg, auch in anderen Bundesländern "fehlen" Schüler kurz vor den Ferien. Das ist schon seit vielen Jahren so. Aber liebe Schulen, fragt euch doch mal, warum der reguläre Unterricht fast immer vier Wochen vor Beginn der Ferien endet? Bei vernünftiger Organisation braucht man keine vier Wochen zur Zeugniserstellung. Projektwoche, Sonderthemen, Sportfest, Eis essen, alles wunderbar, aber bitte nicht vier Wochen oder noch länger. Das ist dann nur noch sinnloses Absitzen der Zeit und führt dazu, dass man die Zeit anders nutzen will.

Marion Mielke, per E-Mail

Erdogan in die Schranken weisen

19. Juli: Deutscher in der Türkei verhaftet

Wann endlich ergreift die Bundesregierung Maßnahmen, um den türkischen Staatspräsidenten spürbar in seine Schranken zu weisen. Jetzt zeigt sich, dass die Handlungsunfähigkeit der Bundesregierung und der EU von der Furcht herrührt, die Türkei werde das Flüchtlingsabkommen kündigen, sollte eine Reaktion auf die rechtsstaatswidrigen Aktionen der Türkei erfolgen. Es mutet schon grotesk an, wenn von Seiten der EU erklärt wird, dass ein Abbruch der Beitrittsverhandlungen erst in Frage komme, wenn in der Türkei die von Erdogan befürwortete Todesstrafe eingeführt würde. Die EU sollte wenigstens die Zahlungen an die Türkei überdenken, die in Milliardenhöhe im Rahmen des Flüchtlingsabkommens gezahlt werden. Der schrankenlosen Willkür von Erdogan muss entschieden entgegengetreten werden, anderenfalls verliert die EU, die sich als Verteidiger der Rechtsstaatlichkeit versteht, an Glaubwürdigkeit.

Dr. Claus Rabe, per E-Mail

Kunst besser vermitteln

18. Juli: Was bringt das Goldhaus der Veddel?

Gold ist eines der ältesten Materialien der Kunstproduktion. Den meisten Menschen ging es im Mittelalter materiell sehr viel schlechter, als den Bewohnern der Veddel heute, trotzdem waren die Andachtsbilder mit Goldgrund gemalt. Auch zeitgenössische Künstler setzen Gold als Bedeutungsträger ein. Hamburg gibt gewiss nicht zu viel für Kunst und Kultur aus – mit Ausnahme der Elphi – Kunst im öffentlichen Raum sollte man allerdings den Betroffenen vermitteln, dies wurde hier sicher versäumt. Die Lokalpolitiker, die auch nicht hilfreich argumentieren, sollten sich vielleicht künftig noch mehr um die Sorgen und Nöte ihrer Wähler kümmern. Diesen sei vielleicht noch der Roman von Walter Kempowski empfohlen: "Uns geht's ja noch gold", der die Nachkriegszeit schildert. Verglichen mit anderen Weltgegenden trifft das auch heute noch für uns zu.

Peter Freudenthal, per E-Mail

Total versagt

18. Juli: Hamburger CDU wehrt sich gegen die Mer­kel-Vor­würfe

Man muss wirklich der Hamburger CDU nicht nahe stehen, aber was sie zum Stil und Haltung von Olaf Scholz sagt, ist richtig: Rücktritt! Wenn er seinen Bauhelm in der Chaos-Nacht aufgesetzt und mit dem Megafon auf der Straße deutlich gemacht hätte "hier spricht ihr Bürgermeister", dann wäre ernsthaft zu erkennen gewesen, dass er auf Bürgerseite steht. Sprüche vor dem G20-Gipfel, mangelnde Orientierung über die Krawallmacher und Beschwichtigungen, untermauern das Totalversagen. Auch wenn die Kanzlerin ihre schützende Hand über den gefallenen Olaf hält, diese Bekundung ist nicht viel wert.

Heinz-H.Hendrich, Hamburg

Unvorstellbare Summe

19. Juli: Paris St. Germain will 222 Millionen für Neymar zahlen

Wie "krank" ist der Fußball, wenn diese unvorstellbaren Ablösesummen gezahlt werden? Kein Mensch ist so viel wert. Bei so viel Armut und Elend in der Welt sollten sich die Clubs weltweit verpflichten, zehn Prozent der Ablösesummen in einen Fond gegen die Hungersnot in Afrika einzuzahlen. So haben die ärmsten Fans auch etwas davon.

Jochen Knaak, per E-Mail

Armes Deutschland

18. Juli: Wehe, Sie legen Klopapier falsch herum auf die Rolle

Angesichts einer Staatsverschuldung von 2,2 Billionen Euro und einem enormen Investitionsstau weiß Frau Merkel nicht, wie die sogenannten "Überschüsse" ausgegeben werden können. Ist die noch richtig auf der Rolle? Schulden machen, ist nicht schwer, ans Tilgen denkt dann keiner mehr. Wenn Draghi seine fatale Geldpolitik ändert, kann Schäuble die Chimäre "Schwarze Null" in den Wind schreiben. Nur ein Prozent höhere Schuldzinsen würden die Haushalte mit 22 Milliarden Euro belasten. Da sollte schon Wut in der Bevölkerung aufkommen, tut es aber nicht. Aber die Lage der Rolle, die am Arsch vorbei gehen sollte, ist offenbar wichtiger. Armes Deutschland.

Johann Bures, Reinbek

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