Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 8. Juni 2017

Budni ist eine Hamburgensie

7. Juni: Budni-Chef: So läuft der Angriff auf Rossmann und dm

Budni hat sich vor 15 Jahren schon einmal auf eine Kooperation eingelassen und damit für dm und die Marke Balea den Markt in Hamburg geöffnet. Nach der Trennung musste Budni Balea durch Eigenmarken ersetzen und hat das hervorragend hinbekommen: Qualität und optische Gestaltung der neuen Eigenmarken wurden eine Meisterleistung, auch wenn viele Kunden Balea bei dm einkauften. Das konnte aber nur gelingen, weil Budni eine Hamburgensie ist. Die Kundentreue hat sich das Unternehmen in über 100 Jahren erarbeitet und verdient. Der besondere Kundenservice durch die Mitarbeiter ist bemerkenswert. Budni in München oder Berlin? Warum nicht! Aber eine Symbiose eines Familienunternehmens mit einer Stadt wird es so schnell nicht wieder geben: Budni und Hamburg – das ist einmalig.

Dietmar Johnen-Kluge, per E-Mail

Gymnasien abschaffen?

6. Juni: G9 an Gymnasien ist keine gute Idee

Danke für den Kommentar. Es passiert ja höchst selten, dass jemand die Lanze für die Stadtteilschulen bricht. Merkwürdig genug, denn das sind die Schulen, die die Inklusion möglich machen, abgeschulten Ex-Gymnasiasten einen Platz bieten, ihnen wieder Spaß an der Schule vermitteln und den Kindern die Möglichkeit geben, jeden Abschluss nach ihren Möglichkeiten zu machen. Wie wäre es denn, wenn wir die Gymnasien abschaffen würden? Alle Probleme wären mit einem Schlag gelöst. Inklusion und Abitur perfekt vereint. Aber ich höre jetzt schon die empörten Stimmen der Eltern, denen dann das prestigeträchtige Wort Gymnasium fehlt, wenn sie über den Schulalltag ihrer Sprösslinge erzählen.

Claudia Petersen, per E-Mail

Sonntag ist Familientag

6. Juni: Bald sonntags öfter ein­kau­fen?

Es ist ganz einfach: Wenn sonntags alle arbeiten müssen, können sonntags nicht alle einkaufen. Des Weiteren fällt der Sonntag als einziger Tag der Woche, an dem fast alle Familienmitglieder zusammen frei haben, weg. Dass die Wirtschaft dabei dann auch ganz nebenbei Sonn- und Feiertagszuschläge auf Lohnzahlungen einkassieren kann, fehlt bei der bisherigen Diskussion leider vollständig. Das werden die betroffenen Befürworter der Sonntagsöffnung dann feststellen, wenn es zu spät ist. Ist der Sonntag aber erst mal weg, bekommen wir ihn nicht wieder zurück. Siehe Buß- und Bettag. Die Wirtschaft hat schon oft versprochen, dass alles besser würde, folgte man ihren Vorschlägen. Die Liste ihrer Irrtümer und falschen Ratschläge ist lang.

Andreas Kaluzny, per E-Mail

Pastoren in die Gemeinde schicken

3./4./5. Juni: Wie viele Kirchen braucht Hamburg noch? 44 Got­tes­häu­sern droht die Schlie­ßung

Als Mitglied der betroffenen C-Gemeinde in Klein Borstel ("nicht förderfähig") danke ich für den ausgewogenen und gut recherchierten Beitrag. Welche Symbolkraft steckt in der Veröffentlichung gerade zu Pfingsten ... Ohne den 21 engagierten Mitgliedern des Kirchenkreisvorstandes (Kirchenkreis HH-Ost) zu nahe treten zu wollen: Die Gemeinden wurden nur begrenzt mitgenommen. Auch das knappe Abstimmungsergebnis in der entscheidenden Synodensitzung sowie die Bewertung von 23 Enthaltungen müssten zum Nachdenken zwingen. Zum Pastorenmangel: Kein Unternehmen kann sich am Markt behaupten, wenn es seine Zukunftsaussichten unablässig so miserabel darstellt. Und wie wäre es, die große Zahl der Pastorinnen und Pastoren in Funktions- und Vertretungspfarrämtern wieder in die Gemeinden zu schicken? 225.000 Menschen haben in den letzten 25 Jahren im Kirchenkreis Ost ihre Kirche verlassen, das sind ungefähr ein Drittel aller Mitglieder. Die Gründe für den Austritt mögen unterschiedlich sein. Aber: Die Ortsgemeinde ist die Basis der Kirche. Wer sich in seiner Gemeinde wohlfühlt, bleibt in der Regel auch der Kirche verbunden. Anders ausgedrückt: Wer seinen Pastor/Pastorin kennt, tritt nicht aus.

Dr. Rudolf Stöhr, Hamburg-Klein Borstel

Orte der Begegnung schaffen

Wie wäre es, wenn die Kirchenleitung und die Gemeinden eine konzertierte Aktion starten – etwa in der Nacht der Kirchen –, in der sie der Öffentlichkeit klarmachen, was sie über den seelsorgerlichen Teil zu bieten haben? Ich denke nicht nur an die von Peter Wenig erwähnte Flüchtlingshilfe, den Kindergarten und die Seniorengymnastik. Ich denke vor allem an den Bildungsbereich. Damit meine ich die ethische Bildung im klassisch-humanistischen Sinn inklusive der Herzensbildung, die über kommunikative Veranstaltungen im weitesten Sinne gefördert wird. Den Mitgliedern der Gemeinden müssen mehr Gelegenheiten geschaffen werden, bei denen sie sich begegnen können, in denen sie Orientierung finden und Lebenslust gewinnen. In den schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung, zunehmender Oberflächlichkeit und Vereinsamung gebietet das die christliche Nächstenliebe. Das ist allerdings nicht nur die Aufgabe der Pastoren, da sind auch die Gemeindemitglieder gefragt.

Dietrich Schilling, Hamburg

Vorbilder fehlen

3./4./5. Juni: Mehr Kinder ver­un­glücken im Verkehr. Zahl der Unfälle im ersten Vierteljahr deutlich gestiegen

Die Verkehrsunfälle nehmen nicht nur zu, weil die Anzahl der Fahrzeuge und Radfahrer zunimmt, sondern die Verkehrsteilnehmer immer rücksichtsloser werden. Die Anzahl der verunglückten Kinder nimmt zu, da die erwachsenen Verkehrsteilnehmer keine Vorbilder mehr sind. Radfahrer fahren bei Rot über die Straßen, es werden keine Handzeichen beim Abbiegen mehr gegeben, fahren auf den Fußwegen gehört zur Tagesordnung.Die Polizei zeigt für diese Vergehen wenig Interesse mehr und lässt alles geschehen.

Jürgen Geißler, per E-Mail

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.