Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 5./6. November

Kinderschutz schnell regeln

3. November: Zu jung zum Heiraten

Kinderehen sollen ein Schutz vor Krisen oder sexueller Gewalt auf der Flucht sein. Wie krank und pervers ist das? Wenn das Ausländerzentralregister im Juli 1475 Fälle von jugendlichen Migranten und Flüchtlingen verzeichnete, davon 361 unter 14 Jahren, dann kann es keine Rechtfertigung für Kinderehen geben: 13-Jährige sollen zur Schule gehen und keine Kinder bekommen. Ehen für Jugendliche unter 16 Jahren müssen verboten sein, für Jugendliche unter 18 Jahren sollte auch ein Verbot gelten, aber Ausnahmen möglich sein. Es ist unverständlich, dass Kinderschutz nicht schneller durch Gesetze geregelt wird.

Dietmar Johnen-Kluge, per E-Mail

Lanze für den FBI-Chef

3. November: Was wäre, wenn Hillary Clinton gewinnt?

Auch wenn es zurzeit politisch höchst korrekt ist, auf alles angewidert zu reagieren, was gegen Frau Clinton spricht, dann doch eine Lanze für Herrn Comey (FBI-Chef, die Red.). Es ist der einzige Weg, der es dem mündigen Wähler überlässt, wie er sich zu diesen noch unaufgeklärten Vorfällen verhalten will. Genau dieser Wähler hat nun die Chance abzuwägen; er wird insofern nicht entmündigend vorsorglich „geschützt“. Im Übrigen wäre es dem Wähler gegenüber eine unerträgliche Hinterhältigkeit, wenn sich nach der Wahl das „Unaufgeklärte“ als Straftat entpuppen würde. Ansonsten sind die Verfehlungen von Herrn Trump offensichtlich bekannt.

Rolf Gläßner, per E-Mail

Harte Zeiten erlebt

1. November: Ar­beit­ge­ber gegen höhere Ren­ten­bei­träge

Heutige Rentner über 70 haben die letzten Jahre des Weltkrieges durchgemacht, die extrem harte Zeit voller Entbehrungen, Kälte und Not danach, dann nur geackert und gedarbt, nicht für ein Smartphone oder Klamotten, nein, für einen warmen Wintermantel oder Schuhe für die Kinder. Sie haben kein eigenes Zimmer gehabt, keine gut regulierten Zähne, wenige Spielsachen und alte Schulbücher. Sie haben häufig nicht studieren können, sondern mussten mit 15 arbeiten, haben dann ihren eigenen Kindern, oft auch Enkeln, Wohlstand, Bildung und Luxus ermöglicht. Heute haben viele schwere Körperschäden, die daraus resultieren, dass es ihnen an allem Lebensnotwendigen gefehlt hat. Oft werden sie heute medizinisch (wieder) schlechter behandelt und müssen dann auch noch dauernd hören und lesen, wie sie auf Kosten der Jungen leben.

Mark Gudow, per E-Mail

Kein Aushängeschild für Hamburg

2. November: Ryanairs spektakuläre
Pläne für Hamburg

Wieder einmal eine Jubelmeldung des Hamburger Flughafens über die Erhöhung der Fluggastzahlen. Allerdings fragen wir uns, wie viele Hamburger diese Freude teilen und wer davon profitiert? Die viel beschworene Wirtschaftsleistung des Flughafens rechtfertigt wohl kaum die Nachteile für die Bürger. Vor dem Hintergrund der Umweltbelastungen muss man sich fragen, warum es ein Grund zur Freude sein soll, dass immer mehr Billigfluglinien Hamburg anfliegen und für einen Preiskampf sorgen, dessen Folgen bekannt sind. Mangelnder Service, nicht angemessen bezahltes Personal und nicht zuletzt mangelnde Sicherheitsstandards können doch wohl kaum ein Aushängeschild für Hamburg sein. Und wer um alles in der Welt ist auf ein Flugticket für zehn Euro angewiesen. Diese Preisgestaltung ist schlicht und einfach unseriös.

Familie Kleinschmidt, Osdorf

Zwei Urteile im Vergleich

2. November: 3,7 Millionen Euro Steuern hinterzogen – lange Haftstrafen und Frau begrapscht? Freispruch

Ein Artikel berichtet darüber, dass ein Vergewaltiger, der das Leben eines Menschen zutiefst negativ beeinflusst hat, mit nur zwei Jahren Bewährungsstrafe belegt wird. Während in einem anderen Artikel (ebenfalls auf Seite 15) berichtet wird, dass drei Personen, die sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben, zu Gefängnisstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt wurden. Dass Vergehen gegen den Staat ein gerechtes Urteil erhalten, während ein Täter, der Mensch und Leben in Mitleidenschaft zieht, mit nur einem „blauen Auge“ davonkommt, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Thomas Wirth, Hamburg

Das verschlägt einem die Sprache

3. November: Hamburg vergoldet mit Steuergeld eine Hauswand auf der Veddel

Ist die Kulturbehörde von allen guten Geistern verlassen: In Hamburg fehlen die notwendigen Plätze in Kinderschutzhäusern, und auf Veddel soll eine Hauswand vergoldet werden. Es verschlägt einem die Sprache und macht traurig über so viel Ignoranz.

Wilhelm Theurer, per E-Mail