Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 1. September 2016

| Lesedauer: 5 Minuten

Umweltfreundliche „Grüne Welle“

30. August: Senat räumt ein: Bei Tempo 30 steigt die Schad­stoff-Be­las­tung

Die von Vernunft getragene Kritik an den Plänen unseres grünen Umweltsenators möchte ich gerne ausweiten: Die Ampelschaltung in Hamburg muss jemand erdacht haben, der noch nie etwas von Umweltschutz, Lärmschutz und Benzinverbrauch gehört hat. Auch hier sollte Vernunft vor Ideologie gehen. Übrigens wäre „Grüne Welle“ bei Tempo 50

auch eine preiswerte Busbeschleunigung.

Hans-Hermann Jansen, per E-Mail

Triebwerkslärm ins Flugzeug leiten

30. August: ,Wer arm ist, erduldet mehr Lärm‘. Verkehrswissenschaftlerin Philine Gaffron über ,Umweltgerechtigkeit‘

Die Erkenntnisse der „Umweltgerechtigkeitsforschung“ lassen sich auf einen kurzen Nenner bringen: Die Konsumenten der schädlichen Immissionen sind in der Regel nicht identisch mit deren Produzenten. Dazu ein weiteres Beispiel, über das ich mich als Fluglärm-Betroffener täglich ärgere: Obwohl ich aus Überzeugung nicht fliege, muss ich den Krach ertragen, den sorglosere Bürger durch ihre Flugreisen erzeugen. Die Flugzeughersteller tun alles, damit der Triebwerkslärm vom Innenraum der Flieger ferngehalten wird, denn dort sitzen die zahlenden Kunden. An den Bewohnern der Einflugschneisen lässt sich kein Geld verdienen – sie sind für die Luftfahrtindustrie kein wirtschaftlich relevanter Faktor. Mein Traum wäre ein Gesetz, wonach die gesamten Schallemissionen der Flieger ausschließlich in den Innenraum zu leiten sind. Da dann die Nutznießer der Fliegerei gleichzeitig deren Folgen ausgesetzt wären, hätte sich das Problem des extrem umweltschädlichen Flugverkehrs in Kürze erledigt, und in den Einflugschneisen würde wieder Ruhe herrschen.

Hans-Jörg Bieger, Hamburg

Intellektuelles Format

30. August: Weggefährten erinnern an verstorbenen Altbürgermeister Voscherau

Der Tod von Henning Voscherau hat mich schwer getroffen. Er gehörte zu den ganz großen Bürgermeistern. Seine Liebe gehörte der Hansestadt. Der Bürger erwartet von den Repräsentanten, die verantwortlich sind, intellektuelles Format, soziales Gewissen und Herzensgüte. Diese wunderbaren Eigenschaften gehörten zu seiner Persönlichkeit.

Heinz Brückner, Hamburg

Enttäuschendes Urteil

30. August: Sex-Tä­ter bekommt zwei Jahre auf Bewährung

Haben wir nicht erst vor Kurzem von Politikern gehört, dass bei sexuellen Übergriffen – wie in Köln geschehen – die Täter hart verurteilt werden und, wenn sie Flüchtlinge bzw. Migranten sind, ihr Recht auf Asyl verwirkt hätten? In Köln, Hamburg und Stuttgart war nach den Übergriffen in der Silvesternacht die Beweisführung schwierig. In dem vorliegenden Fall ist die Beweislage klar und eindeutig. Eine junge Frau wird zu Boden geworfen, gebissen und gekratzt, halb entkleidet, der Mund zugehalten, und schließlich masturbiert der Afghane auf ihren Oberkörper. Wie unglaublich erniedrigend ist das für die junge Frau, die sich in Todesangst befindet. Wie empört und enttäuscht muss sie über dieses Urteil sein. Schon morgen kann sie diesem Sexualstraftäter wieder begegnen, denn der Täter bekommt zwei Jahre auf Bewährung, verlässt das Gerichtsgebäude als freier Mann. Bestimmt hatte er Helfer, die ihm geraten haben, welche Taktik vor Gericht zu einer geringen Strafe führt. Es ist immer wieder das Gleiche: Nach Übergriffen wie in Köln, Hamburg und Stuttgart wird von den Politikern der etablierten Parteien populistisch die ganze Härte des Gesetzes beschworen. Nichts, aber auch gar nichts bleibt davon nach wenigen Monaten noch übrig.

Jutta Brendel, Norderstedt

Als Frau mit dem Risiko leben?

Dieses Urteil macht mich als Frau fassungslos. Wie kann es sich strafmildernd auswirken, dass den Angeklagten die Freiheiten in unserer Gesellschaft fasziniert haben? Was bedeutet das für mich als Frau? Muss ich mit dem Risiko leben, von Männern angefallen zu werden, die mit unserer Kultur überfordert sind?

Sabine Johnke-Frank, per E-Mail

Geringes Strafmaß

Dieses Urteil ist eine Einladung zu weiteren Vergewaltigungen. Der „Wert“ einer Vergewaltigung in Hamburg beträgt zwei Jahre auf Bewährung. Das Opfer muss den Rest seines Lebens damit weiterleben. Was wäre wohl mit dem Täter in seinem Heimatland geschehen?

Fred Bonkowski, per E-Mail

Sofort ausweisen

Ein Skandal. Warum erhalten diese Täter immer nur Bewährung? Bei diesen Urteilen bekommt man mittlerweile den Eindruck, dass es sich bei sexuellen Übergriffen um Kavaliersdelikte handelt. Harte Strafen als Abschreckung müssen die logische Folge sein – und bei Ausländern die sofortige Ausweisung.

Ingrid Kallbach, per E-Mail

Ein Jahr Führerscheinentzug

27./28. August: Ge­fähr­li­che An­ge­wohn­heit. Zwei Drittel der Autofahrer spielen mit ihrem Smartphone am Steuer

Täglich beobachte ich, wie Autofahrer während der Fahrt die Finger am Handy oder Smartphone haben. Die schweren Unfälle würden sehr stark zurückgehen, wenn der Gesetzgeber endlich handeln und die Fahrer mit 1000 Euro Geldstrafe und einem Jahr Führerscheinentzug bestrafen würde. Wenn das Smartphone oder Handy klingelt, kann ich doch gelassen bleiben und sehe mir beim nächsten Halt an, wer angerufen hat. So wichtige Angelegenheiten kann es gar nicht geben, als dass man dafür die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen dürfte.

Jürgen Pohl, Großhansdorf

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