Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 24. August 2016

U-Bahn bis Harburg verlängern

23. August: U 4 – das Groß­pro­jekt, das nach Plan läuft

Die U-Bahn 4 macht erst Sinn, wenn sie, wie ursprünglich von allen Parteien versprochen, weitergebaut wird durch Wilhelmsburg nach Harburg und dort neue Wohngebiete erschließt, die dann gut ohne Auto erreicht werden können. In Wilhelmsburg steht mit der jetzigen Wilhelmsburger Reichsstraße noch eine Trasse dafür zur Verfügung, auf der sie als Hochbahn fahren kann. Als Hochbahn muss sie nicht, wie in der HafenCity, mitten durch das Grundwasser der Elbinsel gebaut werden und wäre dadurch auch bezahlbar. Dafür sind aber in den nächsten 20 Jahren nicht einmal Planungen vorgesehen. Als Stummel-U-Bahn wird sie auch in Zukunft ähnlich leer bleiben wie jetzt, wo sie selbst in der Hauptverkehrszeit gut mit einem Kurzzug auskommt. Niemand, der in die Innenstadt will, wird an den Elbbrücken von der S-Bahn in die U-Bahn umsteigen, weil die S-Bahn direkt und ohne Umweg zum Hauptbahnhof und Jungfernstieg fährt.

Michael Rothschuh, Hamburg

Oma fast zu Tode erschrocken

23. August: Schön war die Zeit. Die ,Bravo‘ feiert ihren 60. Geburtstag

Danke für die Erinnerungen! Gerne erinnere ich mich an die wochenlange „Arbeit“ der Herstellung des lebensgroßen Winnetou-Starschnitts (Pierre ­Brice), der bewaffnet mein Kinderzimmer schmückte – aber auch meine Großmutter fast zu Tode erschreckte. Damals durften Omas ohne Anklopfen die Enkelzimmer betreten.

Arno Michel, Buchholz in der Nordheide

Energiewende birgt hohes Risiko

22. August: Wenn das Windrad einfach ausgeknipst wird

Der Beitrag verdeutlicht, dass Naturgesetze sich nicht durch politische Entscheidungen wie die voreilige Energiewende ersetzen lassen. Die elektrische Energieversorgung kann nur sicher betrieben werden, wenn Netzfrequenz, Netzspannung und Lastfluss – als wichtigste physikalische Größen – streng eingehalten werden. Die Regelbarkeit der konventionellen Kraftwerke gegenüber der stark schwankenden Windkraft ist dafür nicht flexibel genug. Kommt es dann zum Zusammenbruch großer Netzteile, ist die Wiederversorgung nur mit hohem Zeitaufwand möglich und mit immensen wirtschaftlichen Schäden verbunden. Diese Binsenweisheit unter Fachleuten wird von den heutigen Entscheidungsgremien über die Energiewende – wie zum Beispiel Kirchenvertretern, Juristen, Politikern, Umweltakteuren und anderen Laien – geflissentlich ignoriert. Die Folgen des ständigen Rückbaus der Kohle- und Kernkraftwerke wird Deutschland noch teuer zu stehen kommen.

Heinrich Schulze, Henstedt-Ulzburg

Der Verbraucher wird bestraft

Die Unflexibilität der konventionellen Kraftwerke und die garantierte Vergütung des Stromes für Windmüller sind nur zwei Aspekte des Problems. Hinzu kommt, dass die Wirtschaft keinen großen Druck verspürt, die „Überproduktion“ speichern zu können. Denn die Politik gibt der Forderung nach einer Erhöhung der Ökostrom-Umlage einfach nach; damit bezahlt der Verbraucher die Fehlentwicklung und den Reformstau. Weiterhin ist problematisch, dass das Verteilungsnetz nicht weiter ausgebaut wird. Alternativen sind gefragt. Vielleicht sollte man zunächst über den Ausbau bestehender Trassen nachdenken oder darüber, dass man Kommunen mit niedrigeren Stromkosten dafür entschädigt, wenn bei ihnen Windräder stehen und Stromtrassen entlangführen. Statt immer wieder alle Verbraucher durch höhere Preise zu bestrafen, sollte man die kooperationsbereiten Kommunen belohnen. Aber das ist anscheinend schwieriger zu beschließen als höhere Gebühren.

Rüdiger Ramm, per E-Mail

Maßlosigkeit fördert Verdruss

20./21. August: ,Wir prä­sen­tie­ren Hamburg hier als Sport­me­tro­pole‘. Senator Grote verteidigt Rio-Reise

Mit welcher Selbstgefälligkeit bedient sich ein Hamburger Senator an unseren Steuergeldern? 50.000 Euro für eine Geschäftsreise nach Rio für fünf Personen empfinde ich als extrem maßlos und überzogen. So viel verdienen viele Bürger nicht einmal netto in einem ganzen Jahr. Ein Senator, der auf Kosten des Steuerzahlers reist, sollte dieses so günstig wie möglich tun. Für eine Geschäftsreise von sechs Tagen gebe ich als Unternehmer nicht annähernd 10.000 Euro aus. Und ich reise durchaus komfortabel. Im Übrigen würde mir das Finanzamt eine Geschäftsreise in dieser Kostenhöhe nicht durchgehen lassen. Bei einer derartigen Maßlosigkeit brauchen sich die Politiker nicht zu wundern, wenn die Politikverdrossenheit weiter zunimmt.

Wolf-Dieter Srocke, per E-Mail

Mehr Lärm und viel Müll

20./21. August: Hamburger Un­ter­neh­men im Po­ké­mon-Fie­ber

Es ist durchaus schön zu sehen, dass ein Restaurant hohe Gästezahlen hat und damit wirtschaftlichen Erfolg erzielt. Wenn von neuen Gästen aus der „ganzen Stadt, sogar aus Bochum“ gesprochen wird, dann hat dies jedoch auch unerwünschte Nebeneffekte, wie zum Beispiel ein erhöhtes Verkehrsaufkommen bis spät in die Nacht, eine blockierte verkehrsberuhigte Straße und Pokémon-Spieler, die auf den Mülltonnenbehältern und den Rasenflächen ihre virtuellen Monster jagen und ihren realen Müll – Zigarettenschachteln, Essensreste und Bierdosen – einfach liegen lassen. Ich denke, hier sollte auch die Verantwortung des Unternehmers für „seinen“ Pokéstop ansetzen, um mit seinen neuen Kunden, den betroffenen Anwohnern, die bisher Gäste bei ihm waren, sowie der vermietenden Baugenossenschaft Absprachen zu treffen, die ein rücksichtsvolles Zusammenleben wieder für alle ermöglichen und dabei auch noch den Spaß am Spielen erhalten.

Andreas v. Hacht, per E-Mail