Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 23. August 2016

| Lesedauer: 5 Minuten

Vorschlag macht Angst

22. August: Deutsche sollen Vorräte für Katastrophen anlegen

Wozu sollen solche Vorschläge gut sein? Ich kann mich noch an Vorschriften erinnern, da mussten auf dem Dachboden Eimer mit Sand und „Feuerpatschen“ stehen. Was haben sie genützt, als Hamburg in Schutt und Asche gebombt wurde? Dieser Vorschlag hilft vielleicht den Supermärkten, mir macht er nur noch mehr Angst.

Hannelore Eilers, per E-Mail

Gefahr durch Hackerangriffe

Diese Idee erinnert mich sehr an die „Aktion Eichhörnchen“ von 1961, die unter dem Slogan „Denke dran, schaff Vorrat an“ stand und unter den damaligen politischen Bedingungen des Kalten Krieges durchaus ihre Berechtigung hatte. Das ist heute aber völlig anders. Eine derartige Vorratshaltung ist unsinnig, es sind keine entsprechenden Bedrohungen zu sehen. Was nutzt ein Lebensmittel- und Wasservorrat, wenn durch Hackerangriffe die Energie ausfällt? Dieses Szenario ist meines Erachtens viel wahrscheinlicher als eine Nahrungskrise. Hier muss die Regierung eingreifen, indem diese sensitiven Bereiche, wie Kraftwerke oder Krankenhäuser, vom Internet abgekoppelt und somit sicher vor Hackern werden.

Dr. Jürgen Koch, Holm

Leise Elektroautos

20./21. August: Zu laut! Nachts künftig Tempo 30 auf zehn Hauptstraßen

Umweltsenator Kerstan sollte bei seiner nächtlichen Tempo-30-Aktion mal an die Fahrer von Elektroautos denken, die sich nahezu lautlos durch die City bewegen. Welchen Sinn macht es, ihnen nachts auf den Hauptverkehrsachsen Tempo 30 aufzubrummen? Dürften sie weiterhin 50 bzw. 60 km/h fahren, würde dies sicher für viele einen nicht unerheblichen Anreiz schaffen, auf Elektromobilität umzusteigen.

Michael Specht, Hamburg

Wirtschaftsverkehr muss fließen

Wir leben in der zweitgrößten Stadt in Deutschland. Vermutlich ist das bei Herrn Kerstan immer noch nicht präsent. Nur so wäre zu verstehen, warum der Umweltsenator Forderungen stellt, die den Autoverkehr weiter einschränken. Gerade in einer Metropole wie Hamburg muss der Verkehr fließen, damit die Wirtschaft in unserer Stadt weiter kräftig wächst und unsere Arbeitsplätze weiter gesichert sind. Ich hoffe, dass unser Bürgermeister mal wieder ein Machtwort spricht und zeigt, welche Politik in Hamburg betrieben werden muss, um unsere Standards zu sichern.

Bernd Langmaack, per E-Mail

Mehr Abgase durch Tempo 30

Tempo 30 ist nachweislich umweltschädlich, was Herr Kerstan eigentlich auch wissen sollte. Die grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg vergleicht in ihrer Broschüre „Energiesparend Fahren“ den Kraftstoffverbrauch bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. So liegt der Verbrauch bei Tempo 30 im hochdrehenden und damit lauten zweiten Gang mit viel Abgasen bei etwa 13,5 Litern auf 100 Kilometern und selbst im dritten Gang noch bei etwa 9,9 Litern. Im Gegensatz hierzu der Verbrauch bei Tempo 50 im leiseren fünften Gang mit weniger Abgasen und nur circa 5,2 Litern Verbrauch. Vor Kindergärten oder Schulen ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung sinnvoll. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, wenn auf Hauptverkehrsstraßen, auf der üblicherweise keine Kinder spielen, Tempo 30 gilt oder zukünftig gelten soll. Hier werden im Gegensatz zu Tempo 50 oder 60 zeitlich doppelt so lange wesentlich mehr schädliche Abgase und unnötiger Lärm produziert. Der jährlich Milliarden Euro in die Steuerkassen spülende Individualautoverkehr wird sich durch Tempo 30 nicht eindämmen lassen. Er wird weiter zunehmen.

Wolfgang Adamek, per E-Mail

Frauenrechte verteidigen

20./21. August: Terror beginnt im Kopf. Ein generelles Burka-Verbot wäre der falsche Weg im Kampf gegen Islamisten

Der Autor macht leider denselben Fehler wie viele Politiker. Er reduziert das Burka-Verbot auf ein (untaugliches) Mittel zur Terrorbekämpfung. Darum geht es aber gar nicht. Es geht darum, dass wir nicht zulassen wollen, dass ein mittelalterliches Frauenbild in Deutschland toleriert wird. Wenn dafür die Verfassung geändert werden muss, dann wird es höchste Zeit, es zu tun. Insbesondere die Frauen in Deutschland sollten sich deutlich stärker positionieren, denn hier stehen fundamentale Frauenrechte zur Disposition. Die Burka ist ein Gefängnis aus Stoff, um Frauen zu zeigen, dass sie weniger wert sind als Männer.

Peter Hohmann, per E-Mail

Kiosk mit Charme

19. August: Der Westen trauert: Aus für das Ralphs im Je­nisch­park

Tausende Gäste haben den Kiosk genutzt und als eines der Highlights im Jenischpark geschätzt. Wenn man gesehen hat, wie die Kinder der jungen Gäste auf der Wiese gespielt haben, wenn man an die vielen älteren Besucher denkt, die hier zu einer Pause einkehrten, ist diese Aktion noch unverständlicher, insbesondere wenn man an die Folgen denkt: Ein Anlaufpunkt für alle Generationen wird geschlossen. Die Restaurierung des Gewächshauses wird Jahre dauern, und – wie bei vielen öffentlichen Bauten – bei einem nach oben offenen Preis enden. Ein Betreiber muss gesucht werden, das wird nicht leicht, denn der hohe Restaurierungspreis muss zum Teil durch die Miete für den Pächter reingeholt werden. Es wird eine Einrichtung geschaffen, welche vom Charme her sicher nicht mit dem Kiosk konkurrieren kann. Die Preise werden sich deutlich von dem Preisniveau des Kiosks unterscheiden. Hinzu kommt, dass es im Jenischhaus schon heute ein höherpreisiges und gut angenommenes Café gibt. Ich hoffe, dass sich eine Initiative findet, die sich um den Erhalt des Kiosks kümmert.

Susanne und Ferdinand Scholl, Holm

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