Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 16. August 2016

| Lesedauer: 5 Minuten

Auch Motorräder machen Lärm

15. August: Stadt zahlt Haus­be­sit­zern 4,4 Millionen Euro für Lärm­schutz. Senat legt Programm auf

Ein Thema vermissen wir seit Jahren: Der durch Motorräder verursachte Lärm, besonders am Wochenende, ist zum Teil unerträglich und lauter als zehn Lkw zusammen. Wir haben am Jahnring gewohnt und wohnen jetzt an der Barmbeker-Ring-Brücke. Wenn der Verkehr ruhig fließt, ist der Lärm erträglich. Schlimm wird es, wenn die Motorräder beschleunigen, abbremsen und wieder beschleunigen. Wir haben uns schon einmal an die Umweltbehörde gewandt, die uns an die Polizei verwiesen hat. Die Polizei hat uns mitgeteilt, dass sie aufgrund von Personalmangel nur in geringem Umfang Kontrollen durchführen kann.

Horst Wilhelm Klingels, per E-Mail

Indiz für Unterdrückung

15. August: Die ver­schlei­erte Debatte um die Leit­kul­tur. Streit um Burka-Verbot in der Union

Das Tragen von Kopftüchern ist eine Sache. Auch in anderen Religionen werden aus Glaubensgründen Kopfbedeckungen getragen. Aber die Vollverschleierung mit diesem „Käfig aus Stoff“ ist für mich ein Indiz der Unterdrückung der Frau. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Frauen diese Umhänge freiwillig tragen.

Michael Liedtke, per E-Mail

Integration durch Burka erschwert

Bei der Debatte um ein Burka-Verbot wird vergessen, dass diese Frauen es mit der Integration sehr viel schwerer haben als andere. Wegen der eingeschränkten Sicht stellen sie ein Sicherheitsrisiko für sich und andere dar. Aus demselben Grund werden sie auch in vielen Berufen nicht einsatzfähig sein, mit der wahrscheinlichen Folge, dass sie ein Sozialfall werden und bleiben. Außerdem stellt sich die Frage, ob das Tragen der Burka freiwillig geschieht oder durch Zwang der Familie oder Religionsgemeinschaft. Letzteres würde gegen das grundgesetzlich geschützte Selbstbestimmungsrecht verstoßen. Ein Verbot wäre vielleicht eine Chance für viele junge Frauen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Wiebke Neuwerth, per E-Mail

Im Herkunftsland protestieren

13./14. August: Streit um den umstrittenen Prediger Gülen spaltet Türken in Hamburg

Menschen, die in Deutschland leben, haben ihr Bleiberecht durch Anerkennung der deutschen Gesetze und der deutschen Lebensweise in einem demokratischen und christlich geprägten Land freiwillig und ohne Zwang gewählt. Diese Wahl haben auch die hier lebenden Türken getroffen. Unsere liberale Gesellschaft gewährt ihnen die grundgesetzlich garantierte freie Religionsausübung und den gesetzlichen Schutz vor Verbrechen sowie die freie Teilnahme an Wahlen, verbunden mit der Möglichkeit, sich selber in Institutionen wählen zu lassen und in ihnen tätig zu werden. Dieses alles gilt allerdings nur für den Fall, dass sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, in unserem Land leben wollen und damit in unserem Land als inte­griert gelten. Ihnen wird damit nicht zugestanden, dass sie ihr politisches Engagement für ihre jeweiligen Herkunftsländer durch lautstarken Protest zum Leidwesen der hier lebenden Menschen auf die Straße bringen. Wenn sie ihre politischen Überzeugungen zum Ausdruck bringen und demonstrieren wollen, dann sollten sie sich in ihre Ursprungsländer begeben und sich dort den Protestbewegungen anschließen.

Gotthard Kalkbrenner, Reinbek

Kurzsichtige Unternehmer

12. August: Neue Tech­no­lo­gien – 84.000 Hamburger Jobs in Gefahr

Computer generieren für die Volkswirtschaft kein wirksames Einkommen (außer bei den Herstellern), das die Nachfrage nach Gütern steigert. Damit ist der Einsatz dieser Technik für das Volkseinkommen kontraproduktiv und fördert nicht den allgemeinen Wohlstand. Es ist von den Unternehmen sehr kurz gesprungen, den Gewinnzielen die Arbeitsplätze unterzuordnen, denn es wird die Zeit kommen, in denen die breite Schicht der Bevölkerung die hergestellten Waren nicht mehr bezahlen kann. Wir haben jetzt schon ungefähr sieben Millionen Arbeitnehmer, die zum Mindestlohn arbeiten und nur noch beschränkt am Konsum teilnehmen. Wie soll das Ziel, die Migranten schnell in Arbeit zu bringen, unter dieser Perspektive gelingen? Ich kann jedes junge Paar verstehen, dass sich überlegt, Kinder mit dieser Zukunftsaussicht in die Welt zu setzen.

Harald Danck, per E-Mail

Am Puls der Zeit

12. August: Ein Mann sieht Deutsch­land in Gefahr

Der süffisante Unterton des Artikels ist vollkommen unangebracht. Rainer Wendt ist mit seiner Position direkt am Puls der Zeit und hat im Grunde genommen nur die Fakten zu Papier gebracht, die hundertprozentig zutreffen und inzwischen auch von einem überwiegenden Teil der Bevölkerung wahrgenommen werden.

Joern O. F. Jacob, per E-Mail

Wie wollen wir das schaffen?

Als Chef der Polizeigewerkschaft orientiert sich Herr Wendt hautnah an der Realität und gibt sich keinen naiven Träumereien hin. Und das nicht nur, weil er in Duisburg lebt. Die Missstände, die er beschreibt, breiten sich leider immer mehr über die gesamte Republik aus. Es reicht eben nicht, wenn Frau Merkel nebst Gefolge opportun mal an einem sozialen Brennpunkt, wie z. B. in Duisburg, Hof hält. Herr Wendt und viele leidgeprüfte Polizisten, vor allem aber Polizistinnen, wissen nur zu genau, was sich da abspielt. Wie will Frau Merkel, Pardon, wie wollen wir das schaffen, was schon vor der massenhaften Zuwanderung im Herbst 2015 bei Weitem nicht geschafft wurde?

Johann Bures, Reinbek

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