Leserbriefe

Briefe an die Redaktion:

| Lesedauer: 6 Minuten

Vergeblich auf 36er-Bus gewartet

9. August: Neue HVV-App zeigt
Ver­spä­tun­gen von jedem Bus an

Eigentlich eine prima Sache, die Anzeige an der Haltestelle (FIMS), wenn diese nur stimmen würde. Schon mehrfach habe ich in Blankenese auf dem Weg zur Oper vergeblich auf den 36er-Schnellbus gewartet. Erst hieß es „fährt sofort“ (gemäß Fahrplan), dann verschwand die Anzeige, und der nächste 36er (20 Minuten später) wurde angezeigt. Zum Glück habe ich die S-Bahn-Alternative, die unterwegs Zusteigende nicht haben. Fragen bei anderen Busfahrern nach dem Grund des Ausfalls stießen auf Unverständnis, da diese ahnungslos waren. Hier ist eine HVV-Information wichtig, für alle, denn es soll auch Menschen ohne Smartphone geben.

Dr. Jürgen Koch, Holm

Innenstadt autofrei machen

8. August: Mo­dell­ver­such für neue
E-Mo­bi­li­tät

Zu der Senatspolitik in Sachen Luftreinhaltung und Staatsrat Rieckhofs Mantra in Sachen Autokollaps und Luftverschmutzung nur dies: Der Senat wäre glaubwürdiger und effektiver, wenn man sich endlich trauen würde, die Innenstadt autofrei zu machen. Münchens Stadtregierung hat es vorgemacht, vor Jahrzehnten. Wurde trotzdem wiedergewählt, die ganze Innenstadt ist fußgängerfreundlich, und der Handel blüht.

Reinhard Hollunder, per E-Mail

Kommerz und Verhöhnung

8. August: Leitartikel: Das IOC
verrät Olympia

Selten hat ein namhafter Sportredakteur (Herr Grünberg) mit klaren Sätzen die Olympischen Sommerspiele (derzeit) charakterisiert – die Maske aus Kommerz und Verhöhnung echter Sportfans von den Verantwortlichen gerissen und diese schonungslos blamiert. Ja, es gibt schon Fernsehboykott bei verärgerten Fans, die sich diese „Lügerei“ nicht mehr antun wollen.

Heinz-H. Hendrich, per E-Mail

Mit „falschen Karten“?

8. August: Gastkommentar: Merkel
sollte standhaft bleiben

Der Kommentar von Heribert Prantl überzeugt sicherlich nicht die Mehrzahl der Bevölkerung. Die weiß schon lange, dass die Regierung mit „falschen Karten“ spielt, nicht nur in der Flüchtlingspolitik, sondern auch in der Eurokrise, Energie- sowie Euro- und Rentenpolitik. Nichts ist zu Ende gedacht. Frau Merkel ist praktisch in ihrer letzten Pressekonferenz nicht über ein „Wir schaffen das“ hinausgekommen. Aber wie das zu schaffen ist, hat sie nicht erklärt; auch nicht in ihrem Neun-Punkte-Plan.

Uwe Schröder, per E-Mail

Anpassung nötig

6. August: Muslime wehren sich
gegen Bordell

Als Nächstes wird dann wohl verlangt, dass gegenüber einer Moschee auch keine christliche Kirche oder Kino etc. vorhanden sein darf. Wer bei uns lebt, muss sich uns anpassen und nicht wir deren Lebensform annehmen.

Holger Brandt, per E-Mail

Unvoreingenommene Stimme

5. August: ,Den Euro-Is­lam wird es
nicht geben‘: Interview mit Bassam Tibi, Nahost- und Islamexperte

Übermitteln Sie den Inhalt dieses Interviews an die Bundeskanzlerin, damit sie die unvoreingenommene Stimme von Professor Bassam Tibi zur Kenntnis erhält. Ich habe nicht das Gefühl, dass derartige Ansichten bisher in das Kanzleramt vorgedrungen sind. Die Lage ist ernst, und ich habe große Zweifel am „Das schaffen wir“ ohne ein bisher erkennbares Konzept.

Herbert Grüttner, Wohltorf

Ein kalter Schauer

Ich bin entsetzt und sehr enttäuscht. Ich habe vier Jahre für die Integration von Flüchtlingen ehrenamtlich gearbeitet und habe sehr nette und aufgeschlossene Frauen getroffen, die wirklich inte­griert werden wollten. Als ich den Artikel gelesen habe, ging mir ein kalter Schauder über den Rücken. Ich zitiere: „Wenn man einen Mann in der islamischen Welt erniedrigen möchte, erniedrigt man seine Frau, indem man sie vergewaltigt.“ Ich finde keine Worte, die meine Empörung darüber zum Ausdruck bringen. Als gläubige Christin bin ich erzogen zu verzeihen und die Versöhnung zu suchen und nicht Rache an unschuldigen Menschen zu üben.

Margaret Koops, per E-Mail

Klartext

Bassam Tibi spricht Klartext und muss schon aufgrund seiner Herkunft wissen, was er sachlich in dem Interview anspricht. Frau Merkel sollte den Artikel einrahmen und in ihrem Büro gut sichtbar an die Wand hängen.

Jochen Schultz, per E-Mail

Chance auf Integration vertan

5. August: Österreich will ein Europa
ohne die Türkei

Schon wieder ein Österreicher, der die Massen begeistert? Bundeskanzler Christian Kern ist kein Populist, der mit Parolen auf Stimmenfang geht, sondern sachlich die Dinge beim Namen nennt: „Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren möchte, dem steht es frei, unser Land zu verlassen.“ Dieser Satz hätte auch von Angela Merkel zu den Demonstranten in Köln gesagt werden müssen. Den Türken mit deutschen Pässen sollte klargemacht werden, dass Joachim Gauck ihr Präsident ist und nicht Erdogan. Deutschland und die deutschen Türken haben die Chance auf Integration vertan, weil Parallelgesellschaften entstanden sind, und das Flüchtlingsproblem wird dieses Dilemma noch vergrößern.

Dietmar Johnen-Kluge, per E-Mail

Simple wie elegante Lösung

5. August: Hat Behörde Millionen in den Wind geschlagen? Bundesamt erhöht erst nach Jahren Offshoregebühren – um fast 2000 Prozent

Ja, hat sie. Von Beginn an des Genehmigungsverfahren hätte man kostendeckende Gebühren erheben müssen, dazu wäre die Behörde, die ja an Recht und Gesetz gebunden ist, verpflichtet gewesen. Als man 2010 die überarbeitete Kostenverordnung in Kraft setzen wollte, bemerkte man, dass es erhebliche Probleme geben würde, denn wie will man einem Antragsteller, der einen Antrag auf Genehmigung einer Windkraftanlage im Jahr 2011 stellt erklären, dass er einen Kostenbescheid über 1,2 Mio. € erhält und alle Antragsteller, die einen Antrag vor 2010 gestellt haben, nur eine Gebühr von max. 62.000 € zu zahlen haben. Gleichbehandlung im Unrecht gibt es nicht. Die Lösung war ebenso simpel wie elegant. Man hat eine Übergangsregelung in die neue Gebührenverordnung aus dem Jahr 2012 eingefügt, die besagt, dass alle Antragsteller, die vor 2012 einen Antrag gestellt haben, nach der alten Kostenverordnung aus dem Jahr 2001 abgewickelt werden, und da wurden eben nur 60.000 Euro fällig. Da über 90 Prozent aller Anträge bereits gestellt waren, war die Windenergiebranche hoch zufrieden, was auch darin zum Ausdruck kam, dass einige Antragsteller nach erfolgtem Genehmigungsverfahren die Behördenmitarbeiter zu einem Büfett innerhalb der Behörde eingeladen haben bzw. zu einem Essen im Hotel „Hafen Hamburg“. Bei einer Ersparnis von über einer Million Euro waren das gut angelegte Ausgaben.

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