Leserbriefe

Briefe an die Redaktion: 9. August

Wohnmobil: wenige Einsichtige

8. August: Lästige Camper
in Wohngebieten

Viele Verkehrsteilnehmer wären erfreut, wenn allein 9700 gemeldete Wohnmobilbesitzer in Hamburg diesen Bericht einmal lesen. Einige Wohnmobile werden wochenlang auf Hamburgs Straßen geparkt. Meist handelt es sich um ein Zweitfahrzeug, das nur für die Freizeit genutzt wird. Jeder Autofahrer ärgert sich, wenn ewig parkende Wohnmobile Pkw-Parkplätze blockieren und somit die Sicht in den fließenden Straßenverkehr versperren. Speziell geeignete Wohnmobil-Stellplätze in Hamburg werden aus finanziellen Gründen gemieden. Einsichtig sind nur wenige Wohnmobilbesitzer. Die Uneinsichtigen sollten vielmehr dazu verpflichtet werden, dieses Angebot zu nutzen.

Rita Humpke, Hamburg

Den Bürger ernst nehmen

8. August: Olaf Scholz hält bei
Bun­des­tags­wahl SPD-Sieg für möglich

Ich bin hin- und hergerissen: Einerseits beneide ich den Ersten Bürgermeister für seinen grenzenlosen Optimismus, aber andererseits bedauere ich seinen anhaltenden Realitätsverlust. Unabhängig von der Kandidatenfrage, die für Herrn Scholz trotz dauerndem Ausweichen doch von erheblicher persönlicher Bedeutung zu sein scheint, kann er froh sein, wenn es der SPD gelingt, zweitstärkste Kraft zu bleiben. Die etablierten Parteien sollten sich weniger um sich selbst und ihre Kandidaten kümmern, sondern endlich die Bürger und die anstehenden Themen ernst nehmen. Davon gibt es genug.

Hartwig Vosgerau, Hohenfelde

Keine Rücksicht aufs Ortsbild

5. August: Hoch­häu­ser für Hohwacht

Unmut in Hohwacht hat nicht nur das Bauvorhaben am Küstenstreifen erzeugt, sondern eine Baupolitik, die eine Maximalausnutzung der Grundstücke erlaubt und keine Rücksicht auf das gewachsene Ortsbild nimmt. So sind in einer bislang ruhigen Straße zwölf zusätzliche Eigentumswohnungen und weitere zwölf Reihenhäuser entstanden, jeweils auf einem zuvor mit einem Einzelhaus bebauten Grundstück. Das Verkehrsaufkommen in dieser Straße hat sich nahezu verdoppelt. Kritik stößt beim Bürgermeister auf taube Ohren und wird mit dem Hinweis gekontert, Hohwacht lebe vom Tourismus. Dieser ist jedoch seit vielen Jahren ein Zuschussbetrieb.

Dr. med. Jürgen Schmidt, Hohwacht

Wir schaffen das

2. August: Der Erzbischof –
auf verlorenem Posten?

So provokant, wie die Überschrift ist, ist auch der Artikel, nur verschämt mit einem Fragezeichen versehen. Ich frage mich: Wem nützt das Ganze? Der Autor, selber Katholik, müsste doch besser wissen, über was er schreibt. Interessant ist allerdings sein Kronzeuge Thomas Kaufhold, Referent der „Kirchenbewegung Wir sind Kirche“, der sicherlich noch nicht so oft im Generalvikariat zu sehen war. Der Artikel ist voller Ungereimtheiten. Erst wird zugestanden, dass der Erzbischof viel durch das Land reist, um ihm dann durch einen nebulösen Mitarbeiter raten zu lassen, sich mehr um die Geschehnisse in Hamburg zu kümmern. Das Erzbistum ist nun mal flächenmäßig eines der größten in Deutschland. Geradezu beleidigend ist der Satz „Ich schaue entweder in leere Büros – oder in leere Gesichter“, den auch wieder eine nicht genannte Mitarbeiterin gesagt haben soll. Da kann ich gerne Insider zitieren, die sehr oft im Generalvikariat ein und aus gehen: „Ich sehe immer nur voll besetzte Büros und schaue in strahlende Augen.“ Wollen Sie damit sagen: „Das Ganze ist sowieso dem Untergang geweiht?“ Dass ein Personalwechsel durch altersbedingtes Ausscheiden stattfindet, ist doch üblich. Leider trifft das jetzt besonders auf die Priester zu. Das hat aber der jetzige Erzbischof nicht zu verantworten. Hier passt aber der Satz „Wir schaffen das!“

Klaus Marheinecke, per E-Mail

Vereine: zu wenig Unterstützung?

1. August: Auf­nah­me­stopp für Kinder
in Hamburger Fuß­ball-Ver­ei­nen

Jetzt reicht’s! Fußballkinder, die angeblich nicht mehr Fußball spielen können, und ehrenamtliche Trainer, die vom ETV zu wenig Geld bekommen, wurden dazu benutzt, um Stimmung gegen den neuen Senator zu machen. Und das, obwohl besonders der ETV in den vergangenen Jahren von neuen Sportanlagen, Zuschüssen und Zuwendungen profitiert hat und auch die Fußballvereine insgesamt von den umfangreichen Programmen zur Erneuerung und Renovierung von Plätzen, Vereinsheimen und Umkleidebereichen enorm profitiert haben. Wahrscheinlich wurde hier für etwa 15 Prozent der im Hamburger Sportbund gemeldeten aktiven Sportler mehr investiert als für den gesamten „Rest“. Fußball ist ja schon immer im Bereich der Interessenvertretung außerordentlich erfolgreich gewesen. Warum der CDU-Politiker und Vorsitzende des Hamburger Fußballverbands, Dirk Fischer, jetzt so tut, als ob der Sport in Hamburg nicht richtig gefördert würde, ist zwar verständlich, aber auch sehr durchsichtig. Und wer den organisierten Sport in Hamburg kennt, der weiß auch, dass die Probleme zum Teil hausgemacht sind. Durch die eigentlich löbliche Haltung des Senats, von den Vereinen keine Gebühren für die Nutzung der Sportstätten zu verlangen, gibt es natürlich auch für die Vereine, die die Sportstätten nicht effektiv nutzen, keinen Anreiz, diese dann anderen Vereinen zur Verfügung zu stellen. In anderen großen Städten hat sich die Hallen- und Sportplatzsituation ganz schnell mit der Einführung von Nutzungsgebühren entspannt – aber wollen das diejenigen tatsächlich, die hier laut herumtönen? Und wenn der ETV seinen ehrenamtlichen Trainern nur eine wirklich kümmerliche Aufwandsentschädigung zahlt, sollten die doch lieber auf ihren Verein einwirken, dass dies verändert wird. Leider ist es besonders im Bereich des Fußballs nicht unüblich, dass die Bereitschaft von Betreuern, sich ehrenamtlich zu engagieren, ausgenutzt wird und diese im Vergleich zu den Einnahmen der Vereine durch Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse eine viel zu geringe Aufwandsentschädigung erhalten. Bei einem Beitrag von 12,50 Euro pro Monat für die Fußballkinder im ETV ist es ja schon sehr erstaunlich, wenn der Verein groß in der Presse darstellt, dass er nur 30 Euro pro Monat für seine Trainer übrig hat. Das war wohl ein klassisches Eigentor!

Jürgen Hering, per E-Mail