Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 21. Juni 2016

| Lesedauer: 5 Minuten

Toiletten-Problem ist Elternsache

21. Juni: Schüler sollen für saubere Schulklos zahlen

Der Artikel weist zu Recht auf einen Missstand hin, den es wohl in vielen Schulen gibt. Verblüfft hat mich, dass der Versuch der Irena-Sendler-Schule, mit dem „Toiletten-Problem“ umzugehen, in dem Artikel eher angeprangert wird, anstatt die ungewöhnliche Idee anzuerkennen. Wenn Kinder und Jugendliche in Deutschland nicht gelernt haben, wie eine Toilette zu benutzen und sauber zu verlassen ist, dann sind weder Schule noch Lehrer schuld, sondern die Eltern der Kinder. Wenn sogar neuwertige Toilettenanlagen innerhalb einer Woche zerstört werden, dann müssen Eltern unbedingt ihrer Erziehungsaufgabe gerecht werden. Diese Aufforderung habe ich in dem Artikel vermisst.

Axel Wolter, per E-Mail

Bußgelder zahlen

Die Schule soll jetzt also ausbaden, was im Elternhaus versäumt wurde? Vielleicht stellt man mal die Vandalen? Und lässt die Eltern Bußgelder zahlen für ihre Sprösslinge, die meinen, Gemeineigentum zerstören zu können sei cool? Und verdonnert diejenigen dann dazu, die Sauerei, die sie hinterlassen haben, selber zu reinigen – unter Aufsicht der eigenen Eltern natürlich.

Jörg Thyroff, per E-Mail

Entwicklungen nicht verschlafen

18./19. Juni: Zu viele Fahrgäste: Was wird aus dem Hamburger Hauptbahnhof?

Die Politik hat versagt. Dem jahrelang propagierten Verzicht auf Individualverkehr und Umstieg auf Massenverkehr ist die Politik die Schaffung der Alltagstauglichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel bzw. der dazugehörenden Infrastruktur schuldig geblieben. Stattdessen streiten sich Politiker über die Stadtbahn und geben sich lieber Fantasien von der Fahrradstadt Hamburg hin. Der tägliche Pendler- und ÖPNV-Wahnsinn ist da nur zweitrangig. Ebenso ist der Bund, der die Entwicklung seines Unternehmens Deutsche Bahn eher desinteressiert verfolgt, in der Verantwortung. Gemäß Verkehrswegeplan und Fernverkehrsoffensive der Deutschen Bahn werden die Verkehrsströme von und nach Hamburg bis 2030 in erheblichem Maße ansteigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik aufwacht und sich diesen Entwicklungen rechtzeitig stellt. Von der Planung bis zur Umsetzung derartiger Projekte vergehen ja schon mal Jahre. Aber: Geduld ist eine Tugend. Nach dem Großen Brand von 1842 haben die Planungen und der Bau des heutigen Rathauses immerhin 55 Jahre gedauert.

Michael Mühlhaus, Hamburg

Mehr Induktionsschleifen

18./19. Juni: Hamburg baut umstrittene ,Bettelampeln‘ ab

Es gibt überhaupt keine „Bettelampeln“, es handelt sich um Bedarfsampeln, die nicht sinnlos auf Rot schalten, wenn weit und breit kein Fußgänger zu sehen ist. Das Wort „betteln“ unterstellt ja, dass jemand willkürlich entscheidet, ob jetzt Grün kommt oder nicht. Sehr sinnvoll, neben den Fußgängerampeln, sind die Induktionsschleifen in der Fahrbahn, die für Autos, die aus Nebenstraßen kommen, die Ampel steuern. Ich hoffe, diese Systeme werden ausgebaut.

Hans-Hermann Pohle, Hamburg

Brotloser Plan für die Zukunft

18./19. Juni: Aus für Grete Schulz.
Veganes Café schließt

Wir haben Jennifer Hinzes Geschäftsmodell mit Interesse verfolgt und bedauern natürlich ihr Scheitern. Probleme haben wir aber mit ihrer Zukunftsplanung. Wie kann jemand, der finanziell vor dem Nichts steht und einen großen Schuldenberg vor sich herschiebt, immer noch von Selbstverwirklichung durch ein aller Wahrscheinlichkeit nach brotloses Literaturstudium, dessen Finanzierung wahrscheinlich die Steuerzahler übernehmen müssen, träumen. Hier rennt doch jemand offenen Auges in die Altersarmut.

Renate und Ernst Mutz, Hamburg

Munter durch Gesellschaft

18./19. Juni: Keine Angst vorm Pflegeheim

Dieser Artikel war längst überfällig – ein großes Lob dafür. Es ist unverantwortlich, wie sehr die negative Publicity über die Altenpflege dominiert. Da muss man ja Angst bekommen, in ein Pflegeheim umzuziehen, und dämmert lieber einsam vor sich hin. Viele Menschen haben Angst, mit dem Einzug in ein Pflegeheim ihre Selbstbestimmung zu verlieren. Aber bin ich zu Hause selbstbestimmter, wenn ich von den durchgetakteten Dienstzeiten eines ambulanten Pflegedienstes abhängig bin? Oder von den Bringezeiten des Essensdienstes? Ich arbeite in einem privat geführten Alten- und Pflegeheim ohne Schickimicki und Luxussuiten und habe vielfach erlebt, wie neue Bewohner, die unterernährt oder verwahrlost bei uns einzogen, innerhalb weniger Wochen durch regelmäßige Essenszeiten, Hilfe bei der Körperpflege und Medikamenteneinnahme, Gesellschaft und ein wenig Zuwendung regelrecht aufblühten. Auch pflegebedürftige Menschen, deren Angehörige sich viel Mühe gegeben hatten mit der Pflege und dann erschöpft kapitulierten, begannen wieder zu sprechen und selbstständig zu essen, was sie zu Hause nicht mehr getan hatten. Positiv ändert sich auch das Verhältnis zwischen dem pflegebedürftigen Menschen und seinen Angehörigen, da Letztere ihre Kräfte für die soziale Betreuung nutzen können.

Annika Stawe, Quickborn

Tolles Projekt

18./19. Juni: Perücken für Bedürftige

Vielen Dank für diesen einfühlsamen Artikel, der mich sehr berührt hat. Ein tolles Projekt, das Frau Soufi und Frau Guballa ins Leben gerufen haben. Gutes Aussehen gibt Sicherheit in schwierigen Zeiten. Beim nächsten Haarspendetag bin ich dabei.

Loni Caning, Hamburg-Sasel

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