Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 14./15. Mai

Ein Teufelskreis

13. Mai: HSV-Keeper Drobny ver­wei­gert Augs­burg-Ein­satz

Die Personalpolitik des HSV schreit wegen ihrer Unprofessionalität zum Himmel – und das seit Jahren. Teams werden immer wieder auseinandergerissen, weil vielversprechende Spieler verkauft werden, um Geld in die chronisch leere Kasse zu bekommen – ein Teufelskreis. Und wie man wiederholt mit Spielern umgeht, die nicht nur Charakter haben, sondern dem HSV Erfolge gebracht haben, zeigt sich mal wieder daran, wie schäbig man mit dem Torwart Drobny umgeht. Wir sind sicher, dass unzählige HSV-Fans genauso denken wie wir.

Heino und Anke Elfert, per E-Mail

Plastiktüten verbannen

13. Mai: Land & Leute. Helgoland: 30 Händler wollen acht Wochen lang auf Plastiktüten verzichten

Bravo, Helgoland, aber warum nur acht Wochen? In einem Land, wo Gaffer Helfer an Unglücksstellen behindern, ist ein freiwilliger Verzicht auf Plastiktüten nicht realisierbar. Vielmehr sind Discounter und Touristen-Hotspots wie Helgoland oder Sylt gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen und Plastiktüten zu verbannen. Die geringe Gebühr für eine Mehrwegtasche wird weder Kunden noch Touristen vergrämen.

Ulrich Gesolowitz, per E-Mail

Relativ kleines Risiko

13. Mai: Wie Fluggäste Rechte durchsetzen können

Aufgrund eigener Erfahrungen kann ich nur empfehlen, ohne langes Zögern einen Anwalt einzuschalten, wenn die Fluggesellschaft auf Zeit spielt und ihre Leistungsverpflichtung hinauszuziehen versucht. Und das tut sie regelmäßig in der nicht unberechtigten Hoffnung, dass die meisten Anspruchsberechtigten entnervt aufgeben. Da überdies in den EU-Fluggastrechten die Ansprüche der Fluggäste gegenüber der Fluggesellschaft klar formuliert sind, ist das Prozessrisiko vergleichsweise klein. Auf einen solchen lassen sie es aber gar nicht ankommen, sondern zahlen, wenn der Anwalt mit einer Klage droht, spätestens, wenn er sie einreicht. Nichts anderes tun die Anbieter im Internet, die mit übermäßig hohem Erfolgshonorar für in der Regel eindeutige Ansprüche des Fluggastes bei wenig juristischem Aufwand gute Gewinne erzielen.

Ulrich Reppenhagen, per E-Mail

Ziel der EU-Regelung

13. Mai: Verspätete Flüge, Hamburger lassen 13 Millionen Euro liegen

Risikofreie Inkassodienste. Wenn man unter Google „Fluggastrechte“ eingibt, bieten sich etliche Firmen an, die Fluggastentschädigungen risikolos gegen Erfolgsbeteiligung beitreiben. Gar nicht erst mit der Fluggesellschaft rumärgern, Daten eingeben, ein paar Kopien hochladen oder faxen, fertig. Geld kommt erst nach zwei Jahren. Selbst wenn es nicht käme, wäre der Auftrag ein wichtiger Beitrag zur Qualitätsverbesserung im Luftverkehr. Es muss für die Airlines billiger werden, Ersatztransporte zu organisieren, als Passagiere im Regen stehen zu lassen. Das ist das eigentliche Ziel der EU-Regelung. Jedes irgendwo in Europa stehende freie Flugzeug ließe sich innerhalb von ein bis zwei Stunden herbeischaffen und innerhalb einer weiteren Stunde für einen Flug abfertigen. Wenn sich für die Nutzung solcher Kapazitäten bei Problemen ein Markt entwickelt, gehören Verspätungen von mehr als drei Stunden der Vergangenheit an.

Rechtsanwalt Dirk Emmermann,

Hamburg

Erfahrung eines Freiwilligen

11. Mai: Feuerwehr auf Frei­wil­lige an­ge­wie­sen. Bei der Brandbekämpfung benötigen die Retter immer häufiger ehrenamtliche Unterstützung

Sie schreiben in Bezug auf die Freiwillige Feuerwehr in Hamburg, um das Ehrenamt stünde es nicht gut. Sie beschreiben angebliche Leistungsdefizite und zweifeln den taktischen Einsatzwert der ehrenamtlichen Brandschützer an. Ich bin seit fast 40 Jahren aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, jetzt in Hamburg, früher in anderen Bundesländern. Bei rund 2500 Mitgliedern ist doch ein Rückgang um 70 Personen in mehreren Jahren kaum mehr als eine normale Fluktuation. Andere Bundesländer, insbesondere Flächenländer, erleben zum Teil tatsächlich erhebliche Schwächungen – Hamburg nicht. Wenn von 87 Wehren rund 50 Wehren 24 Stunden – also auch tagsüber – einsatzbereit sind, ist das eine hervorragende Leistung. Zumal diese Wehren sich im Rahmen einer einsatztaktischen Bewertung verpflichtet haben, zuverlässig einsatzbereit zu sein. Gut ausgebildet und trainiert sind sie kaum weniger leistungsfähig als eine Wache der hauptamtlichen ­Kollegen – bei null Personalkosten. Das ist womöglich der wahre Kern diesbezüglicher Äußerungen eines Berufsverbandes. Verständlich, dennoch ist hier eine differenzierte Betrachtungsweise hilfreich.

Peter Kleffmann, per E-Mail

Verwundert die Augen reiben

12. Mai: Flexibler in den Ruhestand

Angesichts der jetzt beschlossenen Teilreform des Rentenrechts reibt man sich doch die Augen in Verwunderung darüber, wie es in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts einem reaktionären Royalisten – fast im Alleingang – gegen Sozialdemokraten und Liberale gelang, für den vermögenslosen Arbeiter eine Kranken- und Rentenversorgung einzurichten, die diesem Personenkreis einen menschenwürdigen Lebensabend garantierte – bis dieses System aus den unterschiedlichen Gründen 2001 demontiert wurde. Selbst die Finanzkrise von 2008, deren Auswirkungen heute weiterhin zu spüren sind, hat kein Umdenken herbeiführen können. Erst die Wahlerfolge der AfD mussten den Politikern deutlich machen, dass sie den oben angesprochenen Personenkreis niemals hätten vernachlässigen dürfen.

Wolfgang Degenhard, Siek

Abendblatt auf Sylt

Wir haben auf der Insel Sylt leider nicht unsere geliebte „Rheinische Post“ erhalten. Nach einigem Suchen kamen wir auf das Hamburger Abendblatt und sind voll entschädigt worden. Gratulation zu solch einer Zeitung.

Dietmar Unverzagt, Hildegard Voss,
Hilden