Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 16./17. Januar

Aktionismus

15. Januar: Windkraft: Kerstan greift Gabriel an. Norddeutsche Umweltminister lehnen vom Bund geplante Gesetzesänderung zu erneuerbaren Energien ab

Es ist an der Zeit, dass dem von wirtschaftlicher Begierde und fachlichem Unwissen getriebenen Aktionismus eines weiteren ungebremsten Ausbaus von Windenergie energisch entgegengetreten wird. Deutschland ist bereits mit Hunderten von Windenergieparks und Tausenden von bis zu 190 Meter hohen Windenergieanlagen beglückt, mit den bekannten negativen Nebenwirkungen für Mensch und Tier. Im Vordergrund sollte die Verringerung des Temperaturanstiegs stehen. Durch Turbulenzstörungen hervorgerufene Nebenwirkungen von Windenergieanlagen (Nachströmungsturbulenzen) auf das Klima werden bewusst übersehen oder populistisch wissentlich negiert. Nachströmungsturbulenzen haben Auswirkungen auf Temperatur und Niederschlag. Die Temperatur wird steigen und dürfte in Norddeutschland angesichts seines hohen Anteils von Windenergieanlagen deutlich über dem für Kontinentaleuropa erwarteten Anstieg von 0,3 Grad bis 2020 liegen.

Hans-Peter Hansen, Hamburg

Theorie und Praxis

9./10. Januar: Roth vergleicht Exzesse in Köln mit Oktoberfest

Wäre Claudia Roth, wie die bedauernswerten jungen Frauen in Köln, eingekesselt worden und hätte dort ähnlich Schreckliches erlebt, würde sie das Geschehene sicher nicht mit „dem Alltag auf Volksfesten“ vergleichen.

Jochen Schultz, per E-Mail

Massiv getäuscht

9./10. Januar: Streit über Lärm am Flughafen. Das lauteste Jahr seit 2007?

Ihre Überschrift hätte nicht mit einem Fragezeichen enden müssen, denn die Lärmzunahme durch den Flugverkehr ist unstrittig. Auch entsteht der Lärm nicht nur unmittelbar am Flughafen, sondern auch noch im Hamburger Westen. Zunehmend klagen auch Bewohner der Stadtteile Eidelstedt, Lurup, Osdorf, Klein Borstel und Iserbrook über massiven Fluglärm, und das in Wohngebieten, in denen es vor 2014 nur an wenigen Stellen merkbaren Fluglärm gegeben hat. Um den Flugverkehr bewältigen zu können, wurde die Flugbahn einfach nach Westen verschoben, und Flüge werden im „Tiefflug“ durchgeführt. Besonders alteingesessene Bewohner, die in die Stadtteile gezogen sind, weil dort kein Fluglärm herrschte, fühlen sich von der Politik massiv getäuscht. Wegzug ist wegen der sinkenden Preise für Grundstücke und Häuser in den betroffenen Gebieten für viele nicht mehr möglich.

Klaus Wicher, Lurup

Chor der Entrüsteten

11. Januar: Flüchtlinge beschimpfen und berauben Juden im Fährbahnhof

Ich möchte wissen, was los wäre, wenn zwei Rechtsradikale den Mann jüdischen Glaubens im Fährbahnhof niedergeschlagen und getreten hätten, ohne dafür sofort in Haft zu gehen. Alle Politiker, insbesondere die Grünen und die Linke, würden in einen gemeinsamen Chor der Entrüsteten und Entsetzten einstimmen. Aber jetzt waren die Täter ja (leider) Flüchtlinge, da verbieten sich natürlich Lichterketten und kollektives Fordern von sachgerechten Maßnahmen.

Mike Lasker, per E-Mail

Aus Fehlern lernen

14. Januar: Stadt plant neuen Altonaer Bahnhof selbst

Hurra, eine neue Elbphilharmonie! Statt 300 Millionen bitte mindestens eine Milliarde einplanen, wenn es reicht. Aus Fehlern sollte man eigentlich lernen. Unsere Politiker können es nicht, das haben sie bewiesen.

Gerhard Maack