Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 2. November

| Lesedauer: 4 Minuten

Blauäugig

30. September: Noch 759 offene Lehr­stel­len in Hamburg. Bilanz des Ausbildungsmarktes: 1183 Jugendliche noch ohne Ausbildungsplatz

Etwa 1200 Jugendliche in Hamburg suchen noch einen Ausbildungsplatz bei 800 freien Stellen. Wie soll dann die von den Politikern herbeigeredete Integration der jugendlichen Flüchtlinge erfolgen, indem sie Ausbildungsplätze erhalten? Wir dürfen nicht vergessen, dass wir erst am Anfang der Flüchtlingswelle stehen. Die Politik steht dieser Situation sehr blauäugig gegenüber.

Herbert Drapatz, per E-Mail

Bund hat die Verantwortung

30. Oktober: 48 Hamburger Flüchtlingsheime stehen auf dem Prüfstand

Wer eine Million Flüchtlinge ins Land hineinlässt, der sollte sich auch um diese Menschen kümmern und sie angemessen unterbringen. So sehe ich hier weder die Länder noch die Kommunen in der Verantwortung, sondern einzig und allein den Bund.

Hans-Wilhelm Stehnken, per E-Mail

Handeln statt Ratschläge

30. Oktober: Groß­pro­jekte für Flücht­linge in Gefahr

Niemand hat vor einem halben Jahr damit gerechnet, dass 2015 mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland und ein gewisser Teil auch nach Hamburg kommen, auch der Senat nicht. Konflikte sind programmiert, wenn die Errichtung von Unterkünften mit Polizeirecht umgesetzt wird. Dialog mit den Anwohnern ist allemal besser. Frau Prien (CDU) könnte sich statt „guter“ Ratschläge mit praktischem Handeln für die Integration der Flüchtlinge einsetzen. In ihrem Wahlkreis Blankenese/Elbvororte sind keine 400 Flüchtlinge untergebracht. Großprojekte sind nicht vorgesehen. Da ist doch noch viel Luft nach oben. Wo sind die Vorschläge von Frau Prien bezogen auf ihre Wählerschaft? Die Integration von Flüchtlingen kann nicht aus der Portokasse bezahlt werden. Wenn dies nicht aus den Sozialkassen bezahlt werden soll, dann muss die CDU-geführte Bundesregierung endlich die „Schwarze Null“ entsorgen und die Reichen besteuern.

Jürgen Beeck, Hamburg

Falschparker abschleppen

30. Oktober: Hamburg treibt neue Tempo-30-Zo­nen nur zögerlich voran

Und wenn die Aussagen „weniger Lärm, mehr Sicherheit, bessere Luft“ noch so oft gebetsmühlenartig wiederholt werden, werden sie dadurch nicht richtiger. Ein Fahrzeug, welches im höheren Gang mit gleicher Drehzahl schneller fährt als im kleineren Gang langsamer, erzeugt die gleiche Menge an Abgasen. Das Motorgeräusch folgt den gleichen physikalischen Gesetzen, lediglich der Sicherheitsgewinn dürfte als Argument gelten. Mehr Sicherheit würde man aber z. B. auch dadurch erreichen, dass man die elendigen Falschparker, welche Einmündungen derart zuparken, dass abbiegende Autofahrer teils im Blindflug unterwegs sein müssen, endlich konsequent abschleppt und die Bußgelder bei jedem neuen Verstoß verdoppelt.

Walter Spremberg, per E-Mail

Was hat den Herrn geritten?

30. Oktober: Zitat auf S. 2 von Frank-Jürgen Weise: ,Das ist eine gute Bereicherung unserer Arbeitswelt und unserer Gesellschaft, dass da nicht überall ältere graue Herren durch die Gegend laufen und langsam mit dem Auto auf der Autobahn rumfahren, sondern das wird eine lebendige Gesellschaft.‘

Was auch immer den umtriebigen Herrn Weise (Chef der Bundesagentur für Arbeit, d. Red.) geritten haben mag, die überall durch die Gegend laufenden und auf der Autobahn langsam rumfahrenden älteren grauen Herren in ihrem Alltagsverhalten zu diskreditieren, um mit Hilfe des Flüchtlingsstroms eine gute Bereicherung unserer Arbeitswelt und unserer Gesellschaft zu erreichen, mag dahingestellt bleiben. Eines ist ihm aber hervorragend gelungen, die ohnehin schwierige Bewältigung des Flüchtlingsproblems um einen weiteren gesellschaftlichen Konfliktherd – „Alt gegen Jung“ – anzureichern.

Helmut Eidenmüller, per E-Mail

Seehofer redet Klartext

29. Oktober: Lässt Seehofer die Regierung platzen?

Das wird Herr Seehofer wirklich nicht wollen. Er ist der einzige deutsche ernstzunehmende Politiker, der Klartext redet und sich die Situation nicht schönredet wie die Bundeskanzlerin. Es muss Flüchtlingen geholfen werden, und das aus humanitären Gründen. Die Bereitschaft bei den Bundesbürgern hält jedoch nur so lange an, wie die Lage beherrschbar ist. Nach der gut gemeinten Aufnahmebereitschaft der Flüchtlinge aus Ungarn durch Frau Merkel hat sich in den letzten Wochen eine Flüchtlingslawine auf Deutschland und Westeuropa zubewegt, die so nicht erwartet wurde. Es wäre nun an der Zeit, den Menschen im Nahen Osten und Afrika durch entsprechende Berichterstattung deutlich zu machen, dass Deutschland nicht mehr in der Lage ist, weitere Flüchtlinge aufzunehmen und diese verstärkt zurückführt. Das ist auch nötig, bevor wir im eigenen Land durch den steigenden Unmut in der Bevölkerung und den sich verstärkenden rechten Rand dann selbst zu Flüchtlingen werden.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

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