Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 25. September 2015

Immer mehr Einschränkungen

24. September: Hamburg will leere Gebäude für Flücht­linge be­schlag­nah­men. Unterbringung der Asylbewerber auch gegen den Willen der Besitzer

Ungeachtet der Dringlichkeit, Flüchtlinge zum Winter in festen Unterkünften unterzubringen, ist diese Beschlagnahmung im Grunde nicht die erste in Hamburg. Bereits mit dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz werden Wohnungseigentümer in ihren Eigentumsrechten massiv beschnitten, da ihnen die Nutzung ihrer Wohnungen als Büro, Werkstatt, Praxis, Ferienwohnung etc. unter Androhung eines Bußgeldes bis zu 50.000 Euro untersagt ist. Was mag wohl als Nächstes folgen?

Michael Seiler, Hamburg

Welche Motive hat VW?

24. September: Neuanfang geboten. VW-Abgasskandal bringt Ruf der Exportnation Deutschland in Gefahr

Einen VW zu kaufen war für einen Deutschen in der Vergangenheit nie falsch angelegtes Geld. Das hat sich geändert. Eine Vorrichtung in ein Auto einzubauen, welche die Abgaswerte nur für die Prüfung manipuliert, ist ein Meisterstück. Hier hat nicht nur der VW-Konzern einen immensen Schaden angerichtet und nun zu verkraften, nein, hier hat ein Industriekonzern das Wort „Made in Germany“ so dermaßen beschädigt, dass nach meinem Empfinden die Gerichte tätig werden müssen. Was ist die Motivation für so ein Handeln? Die Machtgier oder die Gier, noch mehr Leistung zu zeigen, die man nicht bringt? Oder ist es die Unfähigkeit, ein Auto zu bauen, welches die vorgegebenen Normen erfüllt? Diese Fragen muss man sich stellen. Für mich nicht vorstellbar, dass die Herren Piëch und Winterkorn nichts von diesen Manipulationen wussten. Für Deutschland hat ein Industriekonzern einen nicht wiedergutzumachenden Schaden angerichtet.

Fritz Timm, Sülfeld

Egomane EU-Mitgliedstaaten

24. September: Ungarns Premier wirft Merkel ,mo­ra­li­schen Im­pe­ria­lis­mus‘ vor. Europa ist in der Flüchtlingskrise tief gespalten

Dass sich einige osteuropäische Länder weigern, den EU-Beschluss zur Flüchtlingsverteilung umzusetzen, zeigt wieder einmal, dass in der EU zu viele egomanische Mitglieder sind, die nach dem Aschenputtelprinzip vorgehen: Das Gute ins Töpfchen, das Schlechte ins Kröpfchen. Wenn es Frau Merkel nicht gelingt, „ihr Land“ aus der Rolle des europäischen Zahlmeisters zu lösen, hat sie in zwei Jahren schlechte Karten bei der Wahl.

Dr. med. Dietger Heitele

Straßennamen verloren

23. September: Als dem König das Herz brach

Die Überschrift könnte auch lauten: „Warum die Familie Schwieger ihren Straßennamen verlor“. Aufgrund des Aufsehens, welches seinerzeit die Todesumstände des Dänischen Königs verursachten, stellte mein Großvater Henry, Gemeindepastor am Hamburger Michel, beim Senat den Antrag, den Straßennamen dieser sündigen Straße zu ändern. Seitdem heißt die kleine Straße wieder „Am Kalkhof“. Sie war ursprünglich zu Ehren meines Urururgroßvaters Walter Gerhard Schwieger, Leiter des stadteigenen Bauhofs an selbiger Stelle in Schwiegerstraße benannt worden.

Thomas Schwieger, Hamburg

Mietpreisbremse ist richtig

23. September: Billstedt und Ro­then­burgs­ort sind das neue Ottensen. In den Stadtteilen stiegen die Mieten überdurchschnittlich

Es wird den Ersten Bürgermeister Scholz und seine Bausenatorin Dr. Stapelfeld freuen, von der HSH Nordbank bestätigt zu bekommen, dass die Einführung der „Mietpreisbremse“ für das gesamte Hamburger Stadtgebiet richtig war. Die Studie zeigt auch, weshalb die gesamte Wohnungswirtschaft mit aller Kraft die Mietpreisbremse nur auf die Szenestadtteile beschränken wollte. Die Erhöhungsmöglichkeiten sind in diesen Stadtteilen fast ausgeschöpft, und die hohen Vormieten lassen die Mietpreisbremse ins Leere laufen. Der überdurchschnittliche Mietenanstieg in den sogenannten B-Lagen zeigt, dass auch in diesen Stadtteilen der Wohnungsmarkt angespannt ist und die Mietpreisbremse dort noch gerade rechtzeitig wirken kann.

Siegmund Chychla, per E-Mail

Mieterverein zu Hamburg

Außerschulische Förderung

23. September: Jeder sechste Hamburger Grundschüler versagt in Deutsch

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass Kinder mit gravierenden Problemen im Lesen und Schreiben ab Klasse drei durch die seit vielen Jahren bewährte lerntherapeutische Maßnahme AUL (Außerunterrichtliche Lernhilfe) gefördert werden können. Für Kinder mit Rechenschwäche kann diese Maßnahme sogar schon ab Klasse zwei beantragt werden.

Ute Lauth, Hamburg

Psychologische Lerntherapeutin BDP

Volle Busse um halb acht

22. September: Schulbeginn um 8.30 Uhr: Test an Hamburger Gymnasium erfolgreich

Ties Rabes Aussage, der spätere Schulbeginn ist an der Wirklichkeit vorbeigedacht, zeigt, dass Herr Rabe morgens gegen 7.30 Uhr nicht auf Hamburgs Straßen unterwegs ist. Er sieht nicht die überfüllten Bushaltestellen und er muss nicht den dritten vollen Bus vorbeifahren lassen oder zu der Zeit in der S-Bahn stehen. Wer denkt denn hier an der Wirklichkeit vorbei?

Michael Pforte, per E-Mail

Gigantische Geldvernichtung

22. September: Spe­ku­la­tio­nen im Hafen: Bekommt die HHLA einen neuen Chef?

Die Ablösung von Herrn Peters ist doch schon längst überfällig. Für mich als Aktionär der ersten Stunde hat sich dieser Konzern zu einer gigantischen Geldvernichtungsmaschine entwickelt. Vielleicht ließe sich der kontinuierliche Niedergang des Aktienkurses mit einer neuen Führung ja aufhalten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Klaus Steffen, Hamburg