Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 18.September 2015

WLAN auch für alte Menschen

17. September: Mit Trip­pel­schrit­ten ins digitale Zeitalter. Regierung plant WLAN-Hots­­pots

Auch für ältere Menschen ist es wichtig, dass wir sie mit in die digitale Welt nehmen. Viele Angebote und Informationen gibt es nur noch online. Bei mobilen Einschränkungen kann man sich digital die Welt ins Haus holen, und medizinische Apps oder technische Hilfe kann ein Leben in den eigenen vier Wänden unterstützen. Dazu müssen aber mehr alte Menschen die neue Technik nutzen können. Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften und Altenheime sollten WLAN-Hotspots anbieten. Mit unseren Gesprächsrunden „Wir versilbern das Netz. Das 1x1 der Smartphones und Tablets für Menschen 65+“ versuchen wir, Mut zu den ersten Schritten zu machen.

Dagmar Hirche,

Wege aus der Einsamkeit e.V., Hamburg

Vorbild Großbritannien

In Großbritannien ist der öffentliche Hotspot sogar in Telefonzellen verfügbar. In Hotels, Coffeeshops, Restaurants oder öffentlichen Einrichtungen sind sie sogar selbstverständlich. Und selbstverständlich sind diese auch ohne Zugangscode erreichbar. Offenbar scheint die Bundesregierung in den Deutschen ein Volk von kriminellen Rechtsverletzern zu sehen, da sie die Anpassung der Rechtslage so zögerlich und bisweilen widerwillig in Angriff nimmt. Oder ist es doch vielmehr eine Schutzmaßnahme für die Geschäftsmodelle der Mobilfunkanbieter, die hinter dieser Halbherzigkeit steckt? Deren Margen würden vermutlich deutlich sinken, wenn öffentliches WLAN Standard würde.

Andreas Kaluzny, per E-Mail

Klein Borstel in Sorge

17. September: Klein Borstel: In­itia­tive will 700 Flücht­linge will­kom­men heißen

In Klein Borstel paart sich große Hilfsbereitschaft mit großer Sorge. Die Stadt beschäftigt sich bislang nur mit der reinen Unterbringung, denkt aber nicht an die Konsequenzen für die Flüchtlinge und die Dorfgemeinschaft. Geplant ist eine der größten Folgeunterkünfte in Hamburg in einem sehr kleinen Wohngebiet. Diese hätte lagerähn­lichen Charakter und böte keine angemessenen Lebensumstände sowohl für die Flüchtlinge als auch die Anwohner. Ein Konzept, wie eine Integration der Flüchtlinge gelingen soll, gibt es nicht. Schon heute sind Kitas und Schulen überbelegt. Fakt ist, dass es noch keine Erfahrung mit so großen, eng bewohnten Unterkünften gibt, die langfristig – in diesem Fall für mindestens zehn Jahre – angelegt sind.

Lisa Kühl, per E-Mail

Hochhaus zu monströs

16. September: 290-Meter-Hochhaus an der Elbe?

Sollte dieses Hochhaus an den Elbbrücken je gebaut werden, was der liebe Gott und der Oberbaudirektor verhüten mögen, hätte es sofort einen Spitznamen: „Fette Henne“. Ja, die Elbbrücken sind in der Tat ein idealer Standort für Wolkenkratzer. Allerdings nicht für die im Abendblatt abgebildete Monstrosität, sondern für schlanke, filigrane und elegante Bauten. Wie solche Hochhäuser aussehen können, zeigen die spektakulären Wolkenkratzer in Hamburgs Partnerstadt Shanghai: Jin Mao Tower, Shanghai World Financial Center, Shanghai Tower.

Aldwin F. Daniel, per E-Mail

Wundervolles Gebäude

Ästhetisch, innovativ, elegant und zukunftsweisend will Hamburg sein. Baut dieses wundervolle Gebäude am Eingang der Stadt – eine tolle Idee. Leider ist zu befürchten, dass die ewigen Nörgler nun wieder ein neues Opfer haben, aber vielleicht können sie auch einmal über ihren Schatten springen.

Jan Ritter, Hamburg

Vernünftige Radwegeführung

15. September: Kellinghusenstraße wird auf zwei Spuren verengt

Alles Wehklagen der Autofahrer ändert nichts an den Tatsachen: Der Ausbau der Straßen zugunsten des Pkw ist ein Irrweg, der dringend korrigiert gehört. Die Staus verursachen nicht die Radfahrer, sondern die Autofahrer selbst. Eine vernünftige Radwegeführung mit eigenen Fahrspuren und Ampelschaltungen sowie die Akzeptanz als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer werden mit Sicherheit viele vernünftige (Noch-)Autofahrer überzeugen, auf das Rad als umweltfreundliches, gesundheitsförderndes Verkehrsmittel umzusteigen. Ein Blick in unser Nachbarland Niederlande sollte auch die letzten Zweifler überzeugen: Ein ganzes Volk von Radfahrern kann nicht irren. Es müssen nur die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, die es den Radlern ermöglichen, sich sicher und verkehrsgerecht auf den Straßen bewegen zu können.

Karen Sievers-Brüggemann, per Mail

Keine Werbung für Olympia

12./13. September: Music-Run feiert im Stadtpark Premiere

Glückwunsch für die verantwortlichen Hamburger Behörden: Endlich ist fast die gesamte grüne Oase Stadtpark mit 100 Lautsprechern und gefühlten 100 Dezibel Musik überflutet worden. Ruhe suchende Familien haben den Park fluchtartig verlassen. Der kommerzielle Veranstalter macht damit auch noch Werbung für Olympia 2024! Hamburgs Einwohner werden sich freuen!

Wolfgang Breitkreutz, per E-Mail

Geheime Höhlen im Park

12./13. September: Hamburgs vergessenes Schloss. Der Landsitz des Bankiers Bernhard Donner thronte bis 1949 über der Elbe

Ich bin als Flüchtling in der Großen Brunnenstraße herangewachsen. 1949 war ich acht Jahre jung und immer mit Freunden im Donner Park und Neumühlen. In Erinnerung habe ich noch die Ruine und den Mühlenteich mit Salamandern sowie Teile des Steingartens mit den vielen Marmorplatten, in dem wir saßen wie Könige. Natürlich war auch die große Steinbadewanne in der Stützwand unser Spielplatz. Die Gartenanlagen hatten alle diese Kaskaden. Es waren damals unsere geheimen Höhlen mit Blick auf die Dampfschiffe der Elbe.

Günter Walther, per E-Mail