Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 9. September 2015

Allermöhe fehlt das WLAN

8. September: An Hamburg vor­bei­­­­ge­ru­dert. Der Weltverband gibt dem österreichischen Linz die Ruder-WM 2019

Nicht die Windverhältnisse sind schuld, sondern das mangelhafte Internet. Der Fisa geht es nicht um sportlich gerechte Wettkampfbedingungen, sondern um die von der Übertragungsqualität abhängigen Werbeeinnahmen. Daher der Hinweis auf die angeblich fehlende Straße. Was in Hamburg fehlt, ist eine leistungsfähige Übertragungs­­in­fra­struktur. Linz-Ottensheim hat Glasfaserinternet und flächendeckend WLAN, Allermöhe nicht einmal DSL.

Nadja Werner, Schwarzenbek

Herrliches Panorama

8. September: Neue Vision für Fern­seh­turm. Gruppe von Architekten und Ingenieuren legt Konzept für Sanierung und Nutzung vor

Meine Familie und ich waren gerne dort oben, auch mit unserem Besuch, um unsere schöne Stadt zu präsentieren. Mich würde es freuen, wenn ich dieses herrliche Panorama noch einmal genießen könnte. Es hat ja schon so viele Ansätze gegeben, die alle nicht zum Erfolg führten. Leider. Im Hinblick darauf, dass wir „olympisch“ werden möchten, ist es ein Muss, dass unser Fernsehturm zugänglich wird.

Rosemarie Borelli, per E-Mail

Applaus weckt Erwartungen

7. September: Hamburger begrüßen Flücht­linge mit Applaus. Deutschland nimmt am Wochenende mehr als 17.000 Menschen aus Ungarn auf

Fast könnte man glauben, die Helfer beklatschten sich selbst. Den Flüchtlingen jedenfalls tun sie damit keinen Gefallen. Es werden Erwartungen geweckt, von denen jeder Einheimische weiß, dass sie in der Regel nicht erfüllt werden können. Als der millionste Gastarbeiter aus Italien eintraf, wurde er am Hauptbahnhof mit Blumen begrüßt und bekam ein Moped geschenkt. Es dauerte nicht lange, da nannte man die italienischen Gastarbeiter „Itaker“ oder „Spaghettifresser“, und während ihrer Gastarbeiterzeit wohnten sie in erbärmlichen Baracken zu unverschämt hohen Mieten. Wenn die Euphorie erst einmal vorbei ist, wird es jetzigen Flüchtlingen vermutlich auch nicht besser ergehen.

Herbert Mellin, Hamburg

Hat die Politik ein Konzept?

Seit Wochen werden wir Bürger mit den Nachrichten über die Flüchtlingsströme konfrontiert, die seit Monaten anschwellen und nicht unerwartet kommen. Umso mehr erstaunt es den mündigen Bürger, dass von Politik und Medien zwar stets Appelle kommen, die neuen Nachbarn freundlich aufzunehmen, dass aber offensichtlich kein Konzept besteht, wie wir uns als Gesellschaft, als Bundesrepublik oder gar als Europa eigentlich die Zukunft mit den Flüchtlingen vorstellen, zumal klar ist, dass die meisten von ihnen nicht wieder in ihre Heimat zurückkehren werden, wenn ihre Integration gelingt. Weder die Bundeskanzlerin, noch die Integrationsbeauftragte, noch die Vorsitzenden der großen Parteien haben die Möglichkeit ergriffen, in einer „Rede an die Nation“ ihre Konzepte vorzutragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch niemand in der Regierung über diese Frage nachgedacht und ein Konzept dazu entwickelt hat. Es ist zwar gut, jetzt und hier Flexibilität zu zeigen, aber es ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig, auch die Konsequenzen für die Zukunft aufzuzeigen.

Michael Schümann, Hamburg

Rüstungsfirmen sollen zahlen

5./6. September: Flücht­lings­kri­se: Vorstoß aus der SPD zu Steu­er­er­hö­hun­gen. Juso-Chefin Uekermann für schnelle Finanzhilfen für Kommunen

Wenn jetzt zur Finanzierung notwendiger Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge an Steuererhöhungen und Solidaritätszuschlag für Bürger gedacht wird, greift das zu kurz. Es sind die Rüstungsproduzenten, die Flucht verursachen. Sie sollten deshalb bezahlen! Hierfür folgende Anregung: Unter dem Dach des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen wird ein „Flüchtlingshilfsfonds“ für weltweite Hilfsmaßnahmen gegründet. Jedes Rüstungsunternehmen wird verpflichtet, hierfür sofort einen Sockelbeitrag zu leisten. Sodann ist künftig auf sämtliche Rüstungsgüter, von der Patrone bis zum Kampfjet, ein variabler Solidaritätszuschlag zu erheben, der dann fortlaufend diesen Fonds speist. Dem zu erwartenden Lamentieren, dies koste Arbeitsplätze, die Wettbewerbsfähigkeit ginge verloren, die Kurse würden einbrechen, etc. ist zu entgegnen, dass dieser „Flüchtlings-Soli“ gern an die „Verbraucher“ weitergegeben werden könne. Kriege werden eben nur etwas teurer.

Dr. jur. Thomas Dreyer, Hamburg

Überfällige Reflexion

5./6. September: Große Chancen, große Risiken. Was tun!? Die Debatte um eine Willkommenskultur braucht mehr Ehrlichkeit

Vielen Dank für diese überfällige Reflexion der vielschichtigen und schwierigen Flüchtlingsproblematik. Wie wahrscheinlich viele andere Bürger auch finde ich nicht nur die Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte unerträglich, sondern auch das „Hell-Dunkel -Deutschland“-Denken vieler Verantwortlicher und der Medien, die offenbar panische Angst haben, den Pfad der „Political Correctness“ zu verlassen. Den ungebremsten Zustrom von Flüchtlingen und deren Integration wird man nicht auf Straßenfesten und in Talkshows lösen, sondern nur durch kluge, professionelle politische Entscheidungen und nachhaltige Maßnahmen im Alltag.

Peter Nielsen, Besitz

Unfrieden vermeiden

5./6. September: Be­dürf­tige zweiter Klasse? Die 2000 Obdachlosen in der Stadt befürchten, dass es im Winter zu wenig Schlafplätze für sie geben wird

Die Flüchtlinge stellen eine besondere Herausforderung dar, aber wir dürfen unsere Obdachlosen nicht aus den Augen verlieren. Sie sind genauso bedürftig und brauchen Schutz in den Wintermonaten. Damit das gegenseitige Ausspielen von Obdachlosen und Flüchtlingen keinen Nährboden finden kann, muss den Obdachlosen jetzt zugesagt werden, wo sie im Winter unterkommen können.

Heidi Quast, per E-Mail