Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion:

Armes Deutschland

17. Juli: Hitzige Debatte um Flücht­lings­zelte in Jenfeld. 300 Bürger bei Info-Abend der Stadt. Kritik auch an vollen Spielplätzen und Scheinwerfern

Die leer stehende Kaserne kommt nicht in Betracht, da mit Investoren verhandelt wird, heißt es da – befürchtet man den Wertverlust der Grundstücke? Wie perfide ist unsere Politik geworden! Wir beklagen die Bürger, die keine Flüchtlinge in ihrem Stadtteil aufnehmen wollen, da sie um den Wertverfall ihrer Immobilien fürchten, und unsere Politik schiebt genau diesen Punkt als nicht machbar für ihr eigenes Grundstück vor. Müssen wir Bürger, wir Steuerzahler dies hinnehmen? Ich hoffe, dass bis zur nächsten Wahl nicht alles vergessen wird. Es steht nicht zur Debatte, dass wir Flüchtlingen helfen müssen, aber bitte nicht mit diesen Argumenten. Dies führt uns immer mehr an den rechten Rand. Armes Deutschland.

Martin Herrmann

Stimmung nicht wohlwollend

17. Juli: ,Die Akzeptanz für Flücht­linge ist sehr hoch.‘ Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) setzt im Abendblatt-Interview auf eine gerechte Verteilung der Zuwanderer. Er schlägt eine Änderung des Ausländerrechts vor, um den Zustrom der Flüchtlinge vom Balkan zu begrenzen

Die Stimmung unter den Hamburger Bürgern ist offensichtlich nicht so wohlwollend wie hier beschrieben. Schönrederei macht wenig Sinn; was als zumutbar empfunden wird, entscheiden weder Politiker noch die Medien. Die Errichtung von Massenunterkünften für Menschen aus fremden Kulturkreisen (ein Großteil aus den Balkanländern) in der Stadt stößt meiner Meinung nach inzwischen allgemein und im Besonderen auf Ablehnung, was nicht mit dem Terminus „Fremdenfeindlichkeit“ in Zusammenhang gebracht werden sollte. Ich halte es zudem für unangebracht, Anwohnergruppen, die aus nachvollziehbaren Gründen versuchen, Unterkünfte dieser Art vor ihrer Haustür zu verhindern, als Mob zu bezeichnen, wie hier in einer Frage im Interview geschehen.

Uwe Johannes

Dein Freund, das Eichhörnchen

16. Juli: Frau ruft Polizei, weil sie von einem Eich­hörn­chen verfolgt wird

Eine sehr ähnliche Begegnung wie die Frau in Bottrop hatte ich vor vielen Jahren, als auch mich ein Eichhörnchen verfolgte. Allerdings habe ich nicht die Polizei gerufen, sondern dem kleinen possierlichen Tierchen ein paar Nüsse gegeben. Es war der Beginn einer wundersamen Freundschaft. Sie wurde sehr innig und erfüllt mich heute noch mit einem ganz besonderen Wohlgefühl. Der „Seelenkontakt“ mit einem frei lebenden Tier, das – aus welchen Gründen auch immer – einen Menschen auswählt, um mit ihm eine enge Freundschaft einzugehen, ist einmalig und mit Worten nicht zu erklären. Man muss es selbst erlebt haben. Sollte die Frau im Nachhinein noch die Möglichkeit haben, das Eichhörnchen zu besuchen, sollte sie es unbedingt tun.

Lothar de Decker

Verfehlte Tourismus-Politik

16. Juli: ,Pendler zuerst an Bord lassen.‘ SPD-Experte Markus Schreiber und auch die CDU wollen auf Hadag-Fähren Besitzer von Abo-Karten bevorzugen

Drastischer lässt sich die verfehlte Wasser-Tourismus-Politik der Stadt nicht schildern. Von dem Flair des Hafens, der Kreuzfahrtschiffe und der Elbe angezogen, kommen die Gäste aus aller Welt. Sie wollen Schiffe sehen und Elbeluft schnuppern. Alles, was sie dürfen, ist eine Hafenrundfahrt machen und nach Finkenwerder fahren. Seit Jahren setzen sich Bürger, Vereine sowie Politiker aller Fraktionen dafür ein, das Angebot auszudehnen und wieder ganzjährig eine Linie nach Blankenese und Wedel einzurichten. Ich wette, die Pendler von und nach Finkenwerder hätten dann wieder mehr Platz und die Touristen eine zusätzliche Attraktion.

Monika Lühmann

Projekt Elbe-Este-Fähren

Mehr Aufklärungsarbeit nötig!

4. Juli: Rot-grü­nes Lieb­lings­pro­jekt. Hamburgs erste Ampelanlage mit schwullesbischen Ampelpärchen in St. Georg

Ich glaube nicht, dass ein Austausch der Streuscheiben an Fußgängerampeln gegen solche mit den dargestellten homosexuellen Pärchen auch nur irgendetwas bewirkt im Bewusstsein unserer Mitmenschen. Allenfalls diejenigen, die sowieso bereits die Erkenntnis gewonnen haben, dass Schwulsein einen Teil der Menschheit ausmacht und somit zum Leben dazugehört wie Geburt oder Tod, können sich durch so eine PR-Aktion ein wenig bestätigt fühlen. Um nachhaltige Bewusstseinsänderungen zu erreichen, bedarf es viel mehr andauernder Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit, also viel Zeit.

Eckhard Studt