Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 9. Juni 2015

Brunnen bereichern Stadtbild

6./7. Juni: City-Brun­nen auf dem Trockenen. Behördenposse: Der einzige Techniker, der Wasserspender anschalten konnte, ist pensioniert worden

Die trockenen, teils vermüllten Brunnen und das wild wuchernde Straßenbegleitgrün stören gerade im Sommer erheblich die Freude beim Bummel durch die Stadt. Insbesondere wenn man von Freunden begleitet wird, die in Städten mit plätschernden Brunnen leben und gar nicht verstehen, warum ausgerechnet in einer Stadt am Wasser dieses nicht in die Brunnen fließt. Bei der Auflistung der stillgelegten Brunnen fehlt mir allerdings derjenige am Gerhart-Hauptmann-Platz zwischen Karstadt und Thalia Theater. Aus mir nicht bekannten Gründen ist dieser schon seit Jahren trocken, und der etwas öde Platz würde gewinnen, wenn man den architektonisch interessanten Brunnen wieder in Betrieb nehmen würde. Schade, gerade Brunnen bereichern im Sommer das Stadtbild, erfrischen und laden zum Verweilen ein, eigentlich sollte das doch auch der Wunsch der Verantwortlichen sein: Hamburg noch attraktiver zu machen.

Agnes Kellermann

Problem schnell lösen

Welch ein Desaster. Ein Mensch aus der Verwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg wird völlig überraschend pensioniert, und alle Brünnlein stehen still. In der freien Wirtschaft kaum vorstellbar. Ich habe, um das Problem schnellstmöglich zu lösen, einen wirklich „sensationellen“ Vorschlag: Man bittet den pensionierten Mitarbeiter, den Brunnen gegen ein Entgelt wieder sprudeln zu lassen. Natürlich nur, wenn es mit der Hamburger Verfassung vereinbar ist. Notfalls sollte unser Bürgermeister diese Aktion zur Chefsache erklären. Und bitte nicht erst zur Frostperiode.

Egon Rühl

Telefonnummer unbekannt?

Warum kümmert sich nicht die Stadtreinigung um die Säuberung der Brunnen? Und warum kennt denn niemand in der Behörde die Telefonnummer des Ruheständlers? Sicherlich würde er mit Freude helfend einspringen, wenn man ihn bittet und ein kleines Honorar dafür anbietet. Vielleicht kann er sogar gleich einen Menschen anlernen, damit die Brunnen nicht erst im nächsten Sommer wieder sprudeln.

Thomas Freund

Fortschritt zulassen

6./7. Juni: Um­strit­tene Erb­gut-Ma­ni­pu­la­tion. Fluch oder Segen? Mit einem neuen Werkzeug lassen sich auch menschliche Gene einfach verändern

Feuer ist tödlich, vernichtend, „brand“-gefährlich, auch heute noch. Aber wäre die Menschheit ohne die Beherrschung und den Gebrauch des Feuers dort angekommen, wo sie heute steht? Die Bedenken irgendwelcher möglicher, unbekannter Gefahren, die in (meist theoretisch konstruierten) Situationen vielleicht auftreten könnten, sollten kein Grund sein, jeglichen technischen Fortschritt von vornherein zu verbieten. Das sollte auch für die Gentechnologie gelten. Apropos Gentechnologie: Wie sollten wir unsere insulinpflichtigen Diabetiker und Diabetikerinnen ohne gentechnologisch hergestellte Insulinanaloga behandeln? Immer noch mit Rinderinsulin?

Dr. Gerhard Diercks

Mitarbeiter besser informieren

4. Juni: Studie: Start-up-Fir­men leiden besonders stark unter Fach­kräf­teman­gel. Engagierte Mitarbeiter seien der zentrale Erfolgsfaktor

Ich glaube nicht mehr an den Fachkräftemangel, und ihr Bericht unterstützt mein Gefühl. Nicht nur Start-ups haben Probleme mit unmotivierten Mitarbeitern und der Auswahl der geeigneten Bewerber. Als Mitarbeiterin eines großen Konzerns habe ich die mangelnde Kommunikation der Geschäftsziele und unklare Strategien als Auslöser der Mitarbeiterfrustration kennenlernen dürfen. Dabei ist die Überforderung der Vorgesetzten, die nicht genügend in Mitarbeiterführung ausgebildet werden, ein weiterer Faktor, der zum inneren Ausstieg der Mitarbeiter führt. Ohne die Ziele und Visionen der Entscheider zu kennen, hat es jeder Arbeitnehmer schwer, die Erwartungen zu erfüllen, die in ihn gesetzt werden.

Ute Jacobs

Katastrophale Verkehrslage

5. Juni: Warum die Hamburger Helene Fischer lieben. 40.000 Fans feiern Deutschlands Superstar im Hamburger Volksparkstadion

Der Artikel über den Stadionauftritt von Helene Fischer berichtet korrekt über alles, was sich im Stadion abspielte. Auch, dass das Konzert erst um 20.30 Uhr begann. Doch warum? Nicht eine Zeile über die katastrophale Verkehrslage um das Stadion herum. Kaum Polizei vor Ort, Ordner, die leere Parkplätze absperrten, Tausende von bedienten Autofahrern, die mindestens zwei Stunden im Stau standen und trotz des späteren Beginns zu spät bei Helene erschienen. Dass wir dann noch über nicht funktionierende Drehkreuze kriechen mussten, konnte uns auch nicht mehr erschüttern. Wer war für dieses Chaos verantwortlich?

Hubertus Rau

Für junge Ohren zu laut

4. Juni: Lauter, heißer, KISS. Egal ob fünf oder 50: Das Konzert der Hardrock-Band in der O2 World wurde generationsübergreifend gefeiert

Das ist ja ein dolles Ding. Da hat der kleine fünfjährige Marlon die heißeste Band in der Welt live erlebt, diese diabolisch dreinblickenden Musiker, dröhnende Musik aus den Boxen, wie Monster und Katzen geschminkte Menschen, Pyro-Gewitter und Donnerschläge, den Blut spuckenden Frontmann in Nahaufnahme. Natürlich alles mit Gehörschutz. Da kann der kleine Marlon sich aber glücklich schätzen, dass seine Eltern ihn mit zu diesem Rockkonzert genommen haben, anstatt zu Conni oder Tabaluga. Ich kann dem Schreiber des Artikels und Marlons Eltern nur absolutes Unverständnis entgegenbringen. Es ist für mich nicht nachzuvollziehen, wie Eltern der Meinung sein können, diese kleinen und noch so jungen Ohren einem Rockkonzert aussetzen zu müssen. Inhaltlich wie gesundheitlich. Wie wäre es mit Gokart fahren oder dem Spielplatz in Planten un Blomen als Freizeitalternative? Schade, dass so ein Verhalten positiv und unkritisch dargestellt wird.

Tobias Wenzel