Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion:

Talent kann reifen

5. Juni: Warum die Hamburger Helene Fischer lieben. Gestern trat der Schlagerstar vor Zehntausenden im Volksparkstadion auf, heute Abend schon wieder

Wenn sich Abendblatt-Kritiker wie Thomas Andre oder Joachim Mischke auf ein scheinbar fremdes Terrain begeben und ihr Fachgebiet Literatur bzw. Musik verlassen, dann kommen oft spannende Beiträge mit einer besonderen Sicht auf den Berichtsgegenstand heraus – für den Leser zum Gewinn. Andre schafft bei dem Schlagerstar den Spagat, der einen selbst befällt. Die Schlagerwelt des Rundfunks war mir als Kind und Jugendlicher ein Graus. Die Musikerziehung im Gymnasium lag meist auf Klassik und bei einem Lehrer kurzzeitig auf Jazz, und ich liebte seitdem Klassik und Rock. Bei Fischer hilft die Anerkennung einer manchmal zu perfekten Show, aber sie kann – wie der Journalist zu Recht bemerkt – auch „anders“. Das macht Hoffnung, sie einmal auf der Höhe internationaler Gesangsstars zu sehen. Das Talent kann reifen und wird dann auch ohne die seichten Texte ihres Repertoires überstehen.

Peter Schmidt, Hamburger Autorenvereinigung-Vorstand und -Sprecher

Mit Mineralwasser duschen?

5. Juni: Sorge um Qualität des Hamburger Trink­wassers, Chef des städtischen Versorgers warnt vor dem umstrittenen ,Fracking‘ und der Zulassung von mehr Pestiziden

Beim Trinkwasser hört der Spaß auf. Bei Lebensmittel hat der Verbraucher noch die Möglichkeit der Auswahl, was er seinem Körper zumuten will. Bei Trinkwasser bleiben diverse Mineralwasser im Angebot. Die angepriesenen „Guten“ sind teuer, und alle sind schwer zu tragen. Sollte man vielleicht auch besser gleich mit Mineralwasser duschen? Die von den USA abgekupferten Versuchs-Fracking-Dummheiten und die Aussicht auf Pestizid-Erhöhung gehören vom Tisch.

Hans-Emil Schuster

Interessensfrage!

Da stellt sich schon die Frage, wessen Interesse die Bundesregierung eigentlich verfolgt. Anscheinend wohl nicht die der überwältigenden Mehrheit aller Bürger hier und anderswo in Europa!

Ulrich Reppenhagen

Entscheidende Phase

4. Juni: Zeit gewinnen in Griechenland-Krise. Die Regierung in Athen schlägt vor, die fälligen Kreditraten an den IWF zu bündeln. Schäuble übt Kritik

Das Endspiel zwischen Griechenland und dem Rest von Euroland scheint in die entscheidende Phase getreten zu sein! Krisengipfel reiht sich an Krisengipfel, und es scheint fast so wie im „Beamtenmikado“, getreu dem Motto, wer sich zuerst bewegt, hat verloren! Sowohl Brüssel als auch die EZB (Europäische Zentralbank) oder der IWF (Internationaler Währungsfonds) oder die führenden Nationen Frankreich und Deutschland haben bisher kein schlüssiges Rezept. Egal, wer in Griechenland das Sagen hat, Veränderungen werden anscheinend nicht vorgenommen.

Hans-Jürgen Vogt

Show-Veranstaltung

Wie viel Zeit wollen diese unverantwortlichen Herrschaften denn noch gewinnen? Seit Februar wird ein Termin nach dem anderen verschoben, mit immer neuen Ausreden aus Griechenland. Von der EU-Seite und den anderen Geldgebern kommt nichts außer Schulterzucken. Griechenland wird natürlich immer dreister, angesichts der Tatsache, dass man Griechenland wohl unter allen Umständen im Euro halten will. Warum also sollte Griechenland sich krummlegen, die Milliarden bekommen sie doch sowieso. Was da hinter den Kulissen und unterm Tisch abläuft, erfährt der Bürger doch eh nicht. Ich glaube, das ganze Theater ist lediglich eine Show-Veranstaltung für die Galerie. In jedem Fall muss der deutsche Steuerzahler die Zeche bezahlen.

Hartmut Arnaszus

Begegnungsstätten wichtig

4. Juni: Wie viele große Projekte braucht eine große Stadt? Hamburg und seine Partnerstädte St. Petersburg, Prag und Dresden diskutieren heute über die Metropole von morgen – beim ersten Urban Partnership Forum von Abendblatt und HSH Nordbank

Große Städte verkörpern nicht umstandslos Fortschrittsgeist. Das lehrt die Vergangenheit. Auch entstehen hier nicht ohne Weiteres solidarische Gemeinschaften als demokratische Basis. Dazu bedarf es nicht nur guter Rahmenbedingungen durch Stadtentwicklung, sondern auch kleinräumiger Strukturveränderungen unter Beteiligung möglichst vieler Bewohner und Institutionen. Wir benötigen eben nicht nur Großprojekte von oben, sondern offene lokale Räume für Begegnung und Austausch von unten.

Dr. Sigrid Curth