Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 4. Juni 2015

Uhr weg, HSV voraus!

3. Juni: Stellt die HSV-Uhr ab! Lasst uns Tore und Titel zählen statt Jahre und Monate

Endlich steht es mal schwarz auf weiß: Die rückwärtsgewandte Natur der Marke HSV ist das große Übel. Wer berät eigentlich den HSV? Jeder, der nur einigermaßen etwas von Marke versteht, muss sehen, dass der Verein markenpsychologisch gänzlich falsch positioniert ist. Uhr weg, Dino weg, HSV voraus! Das wäre die Devise. Ansonsten verspielen der Verein und die Stadt ihr Image, wo es gerade ein zartes Frühlingserwachen der schlafenden Schönen gibt. Dinos findet man nur noch als Versteinerung.

Arne Schultchen

Wichtiges Symbol

Bei der sogenannten Urgestein-Uhr handelt es sich um das Symbol eines Vereins, der, zu Recht oder nicht, seit Jahrzehnten etwas erreicht hat, auf das er auch stolz sein kann. Menschen brauchen Symbole, um sich zu orientieren und die ihnen auch ein Stück weit Halt geben. Auch ich gehe seit Jahrzehnten ins Volksparkstadion und fühle mich als HSV-Fan als Teil dieser einzigartigen Statistik, nie abgestiegen zu sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass die überwältigende Mehrheit der Fans sehr stolz auf die HSV-Uhr ist. Auch Deutschland stand vor einem Neubeginn, und niemand hat gefordert, das Brandenburger Tor abzureißen.

Nils Villwock

Wie Phönix aus der Asche

Vielleicht wäre es auch ein lohnender Gedanke, sich endlich vom Dino-Image zu verabschieden. Wie wäre es stattdessen mit einem Phönix? Sich aus eigener Kraft neu zu erschaffen und gestärkt aus der Asche zu erheben, klingt doch wesentlich kraft- und glanzvoller, als sich freiwillig immer noch mit einem Relikt längst vergangener Tage zu vergleichen.

Nina Hansen

Ein leidenschaftliches Spiel

2. Juni: HSV? Ohne Worte! Was war das für eine verkorkste Saison. Aber das letzte Spiel macht endlich wieder Mut

Auch wenn der HSV in diesem Jahr aufgrund der gezeigten Leistungen den Abstieg verdient gehabt hätte, hat er mich mit diesem Spiel in Karlsruhe als Fan zurückgewonnen. Endlich einmal stimmten Leidenschaft, Wille, Einsatz und ein akzeptables spielerisches Niveau, auch wenn der Sieg natürlich glücklich war. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen für die neue Saison ein Team zusammenstellen, das als Mannschaft auftritt – und dass der Motivationseffekt des Trainers Labbadia lange anhält. Wenn das alles zusammenspielt, ist zu hoffen, dass der HSV in der kommenden Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird, denn eine dritte „Grottensaison“ halten die Fans nicht aus. Vor allem: Bitte nicht noch einmal eine Relegation!

Stefan Baumann

Neuanfang verpasst

Was für ein Pech! Nicht mal ordentlich absteigen kann der HSV. Als Hamburger Patriot hätte ich es ihm gewünscht, damit ein Neuanfang möglich wird. So ist zu befürchten, dass es bei dem „Weiter so“ bleibt, das Gewürge kein Ende nimmt und der HSV zwischen dem „niemals“ und dem „immer“ hin- und her-pendelt.

Martin Barkowski

Maut für alle: Schuld der EU?

2. Juni: Maue Aus­sich­ten für die Maut

Mit der zu erwartenden Entscheidung bekommen die Herren Dobrindt und Schäuble das, was von vorneherein beabsichtigt war: die Maut für alle. Nur konnte man das ja im Wahlkampf nicht laut sagen. So verfiel man auf den Trick, den deutschen Autofahrern Entlastung bei der Steuer zu versprechen, in der festen Gewissheit, dass die EU schon dafür sorgen wird, dass der insgeheim gefasste Plan einer erneuten Abzocke der Autofahrer umgesetzt wird. Und am Ende reiben sich beide Herren die Hände und zeigen auf die ach so böse EU, die leider an allem Schuld ist. Man selbst habe das er diesen Beteuerungen noch glaubt.

Dr. Thomas Kochja alles so nicht gewollt. Selbst schuld, w

Gefahr für Schulkinder

2. Juni: Senat plant Rad­strei­fen auf Ring 3. Zwei von vier Autospuren sollen in Altona wegfallen

Die Mär, dass Radfahren auf der Straße sicherer sei als auf Radwegen, wird auch durch ständiges Wiederholen nicht wahrer. Das Gegenteil ist der Fall: Schulkinder, die nur den einen Wunsch haben, so schnell und sicher wie möglich zur Schule und nach Hause zu kommen, werden alle paar Meter durch auf Radstreifen haltende Lieferwagen behindert und somit gezwungen, unter Lebensgefahr nach links auf die Fahrbahn auszuweichen. Oder sie quälen sich ängstlich rechts an den haltenden Fahrzeugen vorbei und nehmen in Kauf, dass ihnen eine Autotür vor den Kopf geknallt wird. Und das bei zunehmender Verkehrsdichte und häufig durchs Handy abgelenkten Autofahrern. Schöne neue Fahrradwelt!

Sylvia Nitze-Schröder

Konzept ist eine Sackgasse

Gut, dass die Presse auf derartige „Abwege“ hinweist. Denn es gibt bereits viele aberwitzige Beispiele dieses Konzeptansatzes „moderner Verkehrspolitik“. Er führt nachweislich in die Irre. Meine Frau wäre heute beinahe Opfer dieser abwegigen Politik geworden. Ein Bus der HHA schwenkte direkt neben ihr in die Haltestelle ein und hätte sie beinahe überrollt. Der aufgemalte Fahrradweg endet hier plötzlich genauso wie bei einengenden Verkehrsinseln. Der zur Rede gestellte Fahrer hatte sie einfach nicht gesehen. Das Ganze gleicht mehr einer Art „Todesstreifen“: Parkende Müllwagen, Postautos oder Pkws versperren regelmäßig die angeblich freie und sichere Fahrt des Radlers. Verkehrs- , finanz- sowie sicherheitspolitisch führt das Konzept der aufgemalten Fahrradstreifen eindeutig in eine gefährliche Sackgasse. Ohnehin knappe Steuermittel werden für aufwendige Umbauten verschwendet, die Kapazitäten der Autostraßen reduziert mit den Folgen großer Rückstaus auf ohnehin überlasteten Straßen und das Leben von Radfahrern auf das Gröbste missachtet.

Jens Möller