Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion:

Unbeliebtes Fach Mathe

29. Mai: Mehr Mathematikunterricht für Hamburgs Schüler. Wegen schwacher Leistungen hebt der Senat die Stundenzahl an. Außerdem sollen verstärkt Fachlehrer eingesetzt werden

Gesteigerter Mathe-Unterricht? Mehr Fachlehrer werden es nicht bringen, denn woher die plötzlich kommen sollen, bleibt ein Geheimnis des Senators. Erhöhung der Stundenzahl wird zulasten der Kuschelfächer gehen müssen, mit den unausbleiblichen Protesten. Mathematik war und ist unbeliebt und wird als nutzlos betrachtet. Heute noch verstärkt durch Medien, wo Prominente oder die, die sich dafür halten, bisweilen verkünden dürfen, dass sie prachtvoll ohne dieses Hass-Fach durchgekommen sind.

Hans-Emil Schuster

„Beam Me Up, Scotty!“

29. Mai: Staufrei durch den Hafen. Ampeln kombiniert mit Chips schaffen grüne Wellen für Lkw. Auch Fußgänger werden von dem Funksystem erfasst

Hightech soll es jetzt also richten, dass im Hafen so etwas wie Verkehrsfluss zustande kommen kann. Dabei wünscht man sich als regelmäßiger Teilnehmer am Hafenverkehr nicht viel anderes, als dass mal ein Mensch an der richtigen Stelle effektiv nachdenkt! Obwohl: Das gleichzeitige Einrichten von Baustellen auf der A 1/Süderelbbrücke, der Wilhelmsburger Reichsstraße/Abfahrt Wilhelmsburg-Süd und auf anderen Strecken zeugt von Methode und System, um das Chaos perfekt zu machen. Beschleunigung sieht wohl anders aus, da helfen auch keine funkgesteuerten Ampeln. Also: Wenn Hightech hilft, dann wohl allenfalls in Form eines kleinen Wunderkastens, mit dem es dann wie einst auf dem Raumschiff Enterprise aus der Science-Fiction-Serie heißt: „Beam Me Up, Scotty!“ („Beam mich hoch, Scotty“).

Martin Berner

Nicht verwunderlich

29. Mai: Ruhestand. Bei Rente mit 63 gibt es im Schnitt 1352 Euro im Monat

Niemanden dürfte es eigentlich wundern, dass die „Rente mit 63“ deutlich höher ausfällt als die reguläre durchschnittliche Altersrente. Schließlich musste ein 63-jähriger Arbeitnehmer 45 Jahre seines Lebens versicherungspflichtig (möglichst voll-) beschäftigt gewesen sein. Wer sich heute Auszeiten nimmt, Jobsharing nutzt, teilzeitbeschäftigt sein will oder muss und keine Vollzeitbeschäftigung anstrebt oder erhält, muss sich also auf eine geringe, kaum ausreichende Altersrente gefasst machen. Die durch die Niedrigzinspolitik eingeschränkten Möglichkeiten, eine effiziente kapitalgestützte Altersvorsorge zu betreiben, tun das Ihrige dazu, prekäre Lebensverhältnisse im Alter weiter zu vermehren.

Ulrich Reppenhagen

Quatsch!

29. Mai: Pa­ter­no­s­ter? Nur mit Füh­rer­schein. Kein Witz: Bundesarbeitsministerium hält Benutzung für zu gefährlich – wer fahren will, braucht künftig eine Einweisung

Ich konnte fast nicht glauben, was im Artikel steht. Schon als Kinder sind wir extra in die Innenstadt gefahren, um in

vielen öffentlichen Einrichtungen Paternoster zu fahren (auch über den Boden und durch den Keller). Ich kann nicht nachvollziehen, warum es nun einen Führerschein dafür geben soll und halte es einfach nur für Quatsch. Es wird ja niemand dazu gezwungen, den Paternoster zu nehmen, und es gibt ja auch eine Treppe und meistens einen Aufzug. Noch heute fahre ich gern Paternoster, wenn ich in der Innenstadt unterwegs bin, obwohl ich inzwischen 65 Jahre alt bin. Warum nur muss heutzutage alles geregelt werden?

Astrid Roß

Nicht konsequent

Nach allen vorliegenden Informationen passieren auf Rolltreppen und auch auf normalen Treppen wohl mehr Unfälle als in Paternostern. Eine Einweisung, Führerschein und Kontrollen wären nach der Logik dann also auch hier zwingend erforderlich!

Manfred W.H. Kuhlmann

Kulturdenkmäler

Paternoster sind Kulturdenkmäler von besonderem Wert, wenn sie noch in Betrieb sind. Ich zeige sie gerne unseren auswärtigen und ausländischen Gästen, sie sind stets fasziniert.

Eckard Wendt

Aus der Seele gesprochen

29. Mai: Gastbeitrag, Mehr De­mo­kra­tie? Nicht un­be­dingt! Es macht nicht immer Sinn, Hamburgs Bürger über einzelne Entscheidungen abstimmen zu lassen

Herzlichen Dank, der Autor spricht mir aus der Seele!

Stephan Pröbsting