Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion:

Schildbürgerstreich

8. Mai: Radwegposse in der HafenCity kostet 450.000 Euro

Wenn man das liest, sträuben sich einem die Nackenhaare, und man denkt an einen Schildbürgerstreich. Wo leben wir denn, dass so mit unseren Steuergeldern umgesprungen werden darf. Die politisch Verantwortlichen für diese schwachsinnige Fehlplanung und Geldverschwendung müssten persönlich zur Verantwortung gezogen werden und bei nachgewiesenen Fehlern mit ihrem Privatvermögen haften, das werden wir aber sicher nicht mehr erleben. Ich bin sicher, dass das jährliche Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes, das Steuerverschwendung regelmäßig ohne Folgen anprangert, wesentlich weniger umfangreich wäre. Seit die Grünen mit in der Regierung sitzen, versucht die SPD auf Biegen und Brechen und gegen alle Vernunft Politik in der Hauptsache für Radfahrer zu machen, als ob es keine anderen Verkehrsteilnehmer gäbe. Die „Fahrradstraße“ an der Alster ist auch so eine Fehlplanung, die mangels Akzeptanz sicher bald auch wieder korrigiert wird.

Helmut Jung

Karte wenig brauchbar

5. Mai: On­li­ne­karte Travis zeigt Fluglärm. Neues Angebot bildet standortgenau die Belastung durch startende und landende Jets in der Stadt ab

Die im Internet zur Verfügung gestellte Karte ist hübsch anzusehen, allerdings nur bedingt brauchbar. Grundsätzlich ist mir unklar, warum die Karte die Flüge mit zehnminütiger Verzögerung anzeigt. Dieses mit „aus Sicherheitsgründen“ zu entschuldigen, erscheint fragwürdig, werden doch auf der Internetseite www.flightradar24.com nahezu alle weltweit fliegenden Flugzeuge in Echtzeit dargestellt. Benötigt der Flughafen vielmehr diese zehn Minuten, um unerwünschte Daten zu selektieren oder gar zu schönen? Die vielleicht gut gemeinte Idee dieser Karte bleibt somit nur Stückwerk und täuscht mehr als sie informiert.

Klaus Risser

Stärker durchgreifen

8. Mai: Renn­stre­cke Jung­fern­stieg –
immer mehr Raser

Ein schönes Beispiel, was der populistische „Blitzmarathon“ gebracht hat, nämlich gar nichts! Die Raserei wird man nur bekämpfen, wenn es mehr stationäre Blitzer und vor allem mobile, unangekündigte Aktionen gibt. Dazu eine drastische Erhöhung der Bußgelder wie in Skandinavien sowie viel längere Fahrverbote. Wer in der Stadt 100 Stundenkilometer und mehr fährt, müsste die Fahrerlaubnis auf Jahre verlieren und anschließend – nur nach einer medizinisch-psychologischen Untersuchung – auf Probe fahren dürfen. Unsere Polizei sollte viel stärker die Raserei von Auto- und auch Motorradfahrern verfolgen, als die vergleichsweise harmlosen Radfahrer zu drangsalieren.

Walter Spremberg

Schwellen einbauen!

Abhilfe schaffen hier die z. B. in Mexiko bekannten Bremsschwellen. Das sind 20 Zentimeter hohe, kantige Betonschwellen auf der Straße. Man könnte den Zebrastreifen erhöht anlegen. Wer sein Auto nicht komplett ruinieren will, fährt hier extrem langsam. Das tun in Mexiko alle.

Achim Aisslinger

Streikrecht nicht verstanden

8. Mai: Bahn­streik: Beim Ha­fen­ge­burts­tag droht Ver­kehrs­chaos. S-Bahn-Züge nur alle 20 Minuten. Bei zu großem Andrang werden Stationen Reeperbahn und Landungsbrücken abgeriegelt

Sie alle haben offensichtlich das Streikrecht nicht wirklich verstanden: Ein Streik sollte angemessen sein, in dieser Größenordnung nur nach einer Urabstimmung mit 75 Prozent Zustimmung erfolgen und nach dem Scheitern einer externen Schlichtung. Diese demokratischen Regeln spielen für diese Lokführer offensichtlich keine Rolle. Der vorgeschlagene Schlichter wurde unsachlich abgelehnt – ohne dass ein eigener genannt wurde. Ich meine, dass die Lokführer, die Verantwortung spüren, diesem abgehobenen Gewerkschaftsführer das Misstrauen aussprechen sollten. Er schadet meiner Meinung nach nicht nur der ganzen Gesellschaft, sondern dem demokratischen Streikrecht.

Dr. Ursula Augener

Bald ferngesteuerte Züge?

Weiter so, Herr Gewerkschaftsführer, streiken Sie mit ihren Lokführern am liebsten bis Weihnachten! Dann gibt es nicht nur für Kinder eine neue Eisenbahn: mit ferngesteuerten Zügen, wie auf der Modelleisenbahn. Was die Automobilindustrie kann, das kann Bahn auch. Die Heizer sind weg, warum nicht auch die Lokführer? Rückgrat des Reiseverkehrs sind die Fernbusse, dann ist Platz für ferngesteuerte Güterzüge.

Peter Endert