Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 4. April 2015

Besseres Konzept für Verkehr

1. April: Stau-Metropole Hamburg: Es wird immer schlimmer

Dieses Ergebnis verwundert nicht, wenn man die Verkehrspolitik der Hamburger Parteien ansieht. Da war zunächst der CDU-geführte Senat, der die Straßenbeläge verkommen ließ und sich mit der Straßenbahn statt mit neuer Verkehrsführung beschäftigte. Die SPD versuchte zwar den Zustand der Straßen zu verbessern, blieb aber auch bei einer neuen Verkehrsregelung stecken. Die Grünen wollen nun die letzten Entlastungsstraßen, die durch den ruhenden Verkehr ebenfalls immer eingeschränkter zu befahren sind, auch noch dem Fahrrad überlassen. In München gibt es schon seit Jahrzehnten einen Autobahnring: Der mittlere Ring wird systematisch kreuzungsfrei gemacht und in Tunneln geführt, während in Hamburg der Verkehrsfluss auf dem Ring 2 zwischen den Kreuzungen in regelmäßigen Abständen durch Fußgängerampeln, die nicht der Verkehrsleitung folgen, unterbrochen wird. Dies führt nicht nur zu Staus, sondern auch zu höherer Umweltbelastung. Man kann nur hoffen, dass durch die Olympiabewerbung endlich ein Verkehrskonzept erstellt wird, das allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird und zukunftsweisend ist.

Lothar Gramer

Blanker Frust

Ich bin vor einigen Tagen von Hamburg-Berne mit dem Auto aus beruflichen Gründen nach Altona gefahren, um eine Baustelle zu besuchen. Strecke: Friedrich-Ebert-Damm, Hamburger Straße, Außenalster, An der Alster, Gorch-Fock-Wall, Reeperbahn. Also nur Hauptstraßen. Anzahl der Stopps durch rote Ampeln auf dem Hinweg: 24. Anzahl der Stopps auf dem Rückweg: 31. Durchschnittsgeschwindigkeit 28 Kilometer pro Stunde. Baustellen: keine. Abfahrt an einem Mittwoch gegen 11 Uhr. Es ist der blanke Frust!

Dipl.-Ing. Günther Abel

Bäume in Gleisnähe fällen

1. April: ,Niklas‘ bremst Bahnverkehr aus

Wie viele Jahre dauert es denn noch, bis die Bahn endlich mal merkt, dass an Bahnstrecken Bäume stehen, die bei Sturm umfallen können? Wieso ist es nicht möglich, die Bahnstrecken ­entsprechend zu kontrollieren und an gefährdeten Strecken diese für Leib und Leben gefährlichen Bäume zu entfernen? Ich muss laut Gesetz meine Bäume in Garten auch regelmäßig kontrollieren, um Passanten nicht zu gefährden. Gilt das Gesetz nicht für die Bahn?

Dirk Ramm

Kleinster Ruderverein

1. April: Wo der ,Alte aus dem Sachsenwald‘ heute noch in Hamburg lebt

Spuren Otto von Bismarcks gibt es nicht nur räumlich, sondern auch im Namen des Schul Ruder Vereins Bismarck (von 1921) und des Vereins für ehemalige Schüler und Schülerinnen des Bismarck-Gymnasiums, des Alt Herren Rudervereins Bismarck e. V. seit 1928. Dieser Ruderverein ist zwar der kleinste Ruderverein in Hamburg, bietet aber allen Ruderinteressierten die Möglichkeit, im Herzen von Eimsbüttel zu rudern.

Uli Roemmelt, 1. Vorsitzender AHRV ­Bismarck e. V.

Krank ist wirklich krank

31. März: Co-Pilot jahrelang suizid­gefährdet. Debatte über ärztliche Schweigepflicht

Das Problem mit den Krankschreibungen ist, dass in breiten Bevölkerungskreisen deren Sinn gar nicht verstanden wird. Viele Beschäftigte betrachten den „gelben Zettel“ von ihrem Arzt als eine Art Gutschein für ein paar freie Tage, als sei es in das persönliche Belieben gestellt, davon Gebrauch zu machen oder nicht. Tatsächlich aber ist die Krankschreibung eine Soll-Bestimmung: Diese Person soll für einen definierten Zeitraum ihrer Arbeit nicht nachgehen, und zwar außer im eigenen Interesse auch im betrieblichen sowie im gesamtgesellschaftlichen. Vielleicht müssten die Ärzte beim Krankschreiben auf diesen Aspekt nachdrücklicher hinweisen.

Hans-Jörg Bieger

Scheinheilige Empörung

30. März: Tsipras schont die Spekulanten

Endlich mal die dunkle Seite der Wahrheit über die Griechenland-Misere angepackt – nach fünf Jahren. Die Griechen waren allein schuld. Kein Hinweis auf die Rolle der ausländischen „Geldhäuser“, speziell auf die Rolle von Goldman Sachs bei der Kredit-Vergabe. Keine Forderung von Merkel/Schäuble bis hin zur Troika, die reichen Griechen hart anzupacken, die aufgrund ihrer Privilegien und krummer Geschäfte ihr klebriges Geld ins Ausland geschafft hatten. Der Fisch stinkt vom Kopf! Da aber wohl alle da oben sich gegenseitig schützen wollen, hieß es: in den Dreck mit dem gemeinen griechischen Volk! Und ein großer Teil der Boulevard-Presse nahm den Ball dankbar auf. Unser gutes „deutsches Geld“ für die „faulen Säcke“. Doch welch Anmaßung, welch „christliche“ Niedertracht steckt in dieser Denkweise. Übrigens: Vor Einführung des Euro wurde in der Presse berichtet, dass die griechische Regierung sich in den Euro reinmogeln wollte. Und sich dann hinterher so scheinheilig empören!

Volker Mennicken

Mogelpackung

30. März: Tarifeinigung im öffentlichen Dienst: Alle sind ­zufrieden – nur die Lehrer nicht

4,6 Prozent mehr Gehalt für die Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst, das hört sich im ersten Moment gut an. Meine Freude als Beamter erhielt einen ziemlichen Dämpfer, als ich las, dass sich die 4,6 Prozent nicht auf zwölf, sondern auf 24 Monate beziehen. Also erhalte ich im Durchschnitt nur 2,3 Prozent bezogen auf zwölf Monate. Auf keinem Plakat las ich, in keiner Rede hörte ich: Wir fordern 5,5 Prozent für 24 Monate. Nun verkaufen Gewerkschaftsvertreter den Abschluss als Erfolg. Das ist eine Verhöhnung der Gewerkschaftsmitglieder. Prozentsätze beziehen sich in aller Regel auf einen Zeitraum von zwölf Monaten wie bei Krediten der Banken, die Preissteigerungsrate wird auch auf zwölf Monate berechnet. Ich bin sehr enttäuscht und überlege, meine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft zu kündigen.

Willibald Brendel