Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 19. Januar 2015

Gegen die Verbraucher

15. Januar: „,Täuschung im Supermarkt ist die Regel‘“

Mogeln, Tricksen, Täuschen – diese Bezeichnungen für das Verhalten der Lebensmittelindustrie sind eindeutig unangemessen, für mich ist das glasklar Betrug! Das gilt auch für beschönigende Produktbeschreibungen in allen Bereichen, künstlich reduzierte Lebensdauer von meist hochwertigen oder teuren Artikeln. Kann unsere Wirtschaft nur noch mit solchen Betrügereien bestehen? Leider haben die Verbraucherschützer nur beschränkte Möglichkeiten, um gegen die Betrüger vorzugehen. Und die Lobbyisten der Industrie im Bundestag sorgen dafür, dass in der Politik Gesetze für notwendige Sanktionen gar nicht erst angedacht werden. Im Gegenteil: Mit dem Handelsabkommen TTIP wird es nur noch schlimmer für den Verbraucher werden.

Siegfried Klein

An Beteiligung denken

16. Januar: „Überschwemmungsgebiete: Behörde rechnet neu“

Nun werden die Überschwemmungsgebiete, insbesondere die Berner Au, also erneut geprüft. Gut so! Jedoch sollte die Behörde nicht den gleichen Fehler machen wie in der Vergangenheit und nun die Betroffenen bei den Prüfungen frühzeitig beteiligen. Wenn die BSU dies nicht von selbst tut, sollte die Politik dies einfordern, schließlich hat sie die finanziellen Mittel für diese erneute Prüfung sicher nicht bereitgestellt, um die Positionen weiter zu verhärten, sondern um zu einer Lösung zu kommen, die sowohl den betroffenen Bürgern als auch einem angemessenen Hochwasserschutz gerecht wird.

Frank Herbert

Wirklich umweltfreundlich: H2

13. Januar: „Ölkonzerne machen E10 unattraktiver“

Ist es das Produkt E10 nicht sogar vielleicht selbst, welches sich unattraktiv macht? Aus Bioabfällen gewonnen, sicherlich ein sinnvoller Ansatz, wenn das Wort „aber“ nicht wäre… also E10 wird aus Rohstoffen wie Zucker, Getreide, Mais u.a. gewonnen – ein No-go für mich. Es gibt da indes eine Alternative, die innerhalb von zehn Jahren flächendeckend zum Einsatz kommen und Biosprit hoffentlich völlig ablösen wird: „Grüner“ Wasserstoff, also H2, welcher mittels Wind-, Solar- und Wasserenergie gewonnen und mittels Brennstoffzelle dann im Kfz (wie schon in den Bussen der Hamburger Hochbahn) in Energie umweltfreundlich (Abfall = Wasserdampf) umgesetzt wird – in Brennstoffzellen-Hybrid-Antrieben – also Batterie plus Wasserstoff. Laut Shell wird perspektivisch ein Drittel aller Tankstellen in Deutschland über kurz oder lang auch Wasserstoff anbieten. Man tankt dann wie mit Benzin in drei Minuten, und das mit Reichweiten von 300 bis 500 Kilometern. Da kommt dann auch die reine Batterielösung nicht mit.

Sven Jösting, Mitglied der Wasserstoffgesellschaft Hamburg

Trauriger Rekord

16. Januar: „Senat kürzt Zahl der Studienplätze an der Uni Hamburg“

Hamburg ist das einzige Bundesland, das die Einsparungen durch die neue BAföG-Regelung nicht für die Universität verwendet. Ein trauriger Rekord. Keine Verbesserung der Situation ist schon schlimm genug, aber nun auch noch die Streichung von 379 Studienplätzen und ein weiterer Personalabbau. Der Kahlschlag an der Hamburger Uni wird fortgesetzt. Spricht man in Deutschland nicht ständig vom Fachkräftemangel?

Jutta Beinert

Der Not geschuldet

15. Januar: „Wohin die Hamburger ziehen“

Einerseits werden Winterhude, Eimsbüttel und Rahlstedt als am beliebtesten genannt und nachfolgend wiederum Lokstedt, Wilhelmsburg und Lurup als besonders beliebt. Das Ganze hat mit Beliebtheit überhaupt nichts zu tun. Lediglich die umfangreiche und oft langwierige Wohnungssuche führte in diesen Stadtteilen zum Erfolg. In der Not, frisst der Teufel... alles Mögliche.

Egbert Wuthenow

Blick auf Parkplatz

15. Januar: „Barmbek startet durch“

Die neuen schönen Bänke sollen zum Verweilen und vielleicht zu einem Klönschnack einladen. Nur: Kaum zwei Meter davor befinden sich Parkplätze – also eine höchst „romantische“ Aussicht! Wer hat sich denn das bloß ausgedacht? Anstatt mit vorübergehenden Passanten zu plaudern und vielleicht mal einen charmanten Blickkontakt zu suchen, blickt man jetzt in die Scheinwerfer der Fahrzeuge. Es stehen auch einige Bäume zwischen Gehweg und Fahrbahn – da wären die Bänke weit besser aufgestellt worden.

Klaus Lang

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