Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 15. Dezember 2014

Mehr in Bildung investieren

12. Dezember: „Chancen für Schüler ungleich verteilt“

Es verwundert nicht, dass die Chancen für Schüler ungleich verteilt sind, wenn man bedenkt, dass in Deutschland die öffentlichen Bildungsausgaben deutlich geringer sind als im OECD-Durchschnitt. Die Kulturhoheit der Länder erschwert zudem, dass auch sozial schwache Familien die nötige finanzielle Unterstützung erhalten. Wer in den „armen“ Bundesländern wohnt, dessen Chancen auf Bildung sind geringer. Aber nicht nur die mangelnde finanzielle Unterstützung ist ein Indiz dafür, dass die Chancen für Schüler ungleich verteilt sind, sondern auch die Effizienz unseres Solidarsystems, das vor allem Bevölkerungsschichten mit einem niedrigeren Bildungsniveau und geringem Einkommen wirksam unterstützen sollte. In der Regel aber sind die entsprechenden Zuwendungen zu niedrig. Ein reiches Land wie Deutschland müsste für Bildung weit mehr Mittel zur Verfügung stellen als bisher. Warum muss man mit Milliarden Euro Banken retten – warum investiert man stattdessen nicht in Bildung und Kultur?

Lothar de Decker

Das Beste fürs Kind

12. Dezember: „Wenn Eltern die Lehrer nerven“

Sicher habe ich schon gehört, dass Eltern die Lehrer nerven – aber warum tun sie das? Weil es meist Eltern sind, die das Beste für ihr Kind wollen. Ich bin froh, Zeit zu haben, die ich für Begleitung bei Ausflügen, Weihnachtsbacken o.Ä. opfere. Solche ehrenamtlichen Arbeiten leben von genau diesen „nervenden“ Müttern oder Vätern, die sich kümmern, weil sie ein Kind in die Welt gesetzt haben und wollen, dass aus ihm etwas wird. Weil es sonst keiner tut, und der Lehrer eventuell alleine dasteht mit mindestens 23 Kindern. An unserer Grundschule im Randbezirk von Hamburg funktioniert das wunderbar, und „Schwätzer“ haben wenig Chance, da jedem seine Zeit kostbar ist.

Sabine Walter

Planerisches Desaster

11. Dezember: „Erste Alsterstraße fertig“

Nach lesen Ihres Berichts radelte ich auf der neuen Strecke. Ein planerisches Desaster! Jede Menge Fahrzeuge, die sich bei Gegenverkehr vor Fahrbahnverengungen und markierten Parkflächen stauten. Natürlich musste auch ich als „privilegierter Radler“ dann stehen bleiben. Da keine Bodenwellen gebaut wurden, hält sich kein Fahrer bei freier Strecke an Tempo 30; stattdessen rasen sie gefährlich nahe an den Radlern vorbei. Stadteinwärts sind auf der rechten Seite in einer Rechtskurve Parkplätze auf der Fahrbahn, sodass kein Fahrer sehen kann, ob Gegenverkehr kommt. Zum Abbau meines Adrenalinspiegels bin ich auf dem alten Fahrradweg zurück in die City gefahren; herrlich, angstfrei den Blick auf Wiesen und Alster genießen zu können.

Gerd Wooge

Teure Symbol-Politik

Eine funktionierende Straße, insbesondere zwischen Fährdamm und Milchstraße von unauffälligen Parkplätzen gesäumt, und einer der schönsten separaten Radwege Hamburgs im Grün des Alstervorlandes sind für ein sinnfreies „Signal zur Förderung des Radverkehrs“ zerstört worden. Hätte man die immensen Kosten dieses Projekts tatsächlich zur Förderung des Radverkehrs genutzt, hätte manch maroder Radweg dafür saniert werden können. Die genialen Planer sollten sich den wirklichen Radfahrerproblemen „An der Alster“ in St. Georg widmen. Hier bedarf es echter Lösungen! Als Radfahrer und Steuerzahler bin ich jedenfalls entsetzt über diese Art Symbol-Politik!

Jörn Gerdau

Babys besonders empfindlich

6./7. Oktober: „Wie gefährlich ist WLAN?“

Ein bisschen Praxiserfahrung würde Wissenschaftlern guttun. Ich reagiere selbst sehr stark und schnell auf die so gern verharmloste WLAN-Strahlung. Das ist auch der Grund, warum ich mich heute beruflich mit der Thematik auseinandersetze. Man kann es Zufall nennen, wenn eine Mutter nach einem beratenden Telefonat auf die Idee kommt, einen WLAN-Repeater aus der Steckdose zu ziehen, und ab diesem Tag schläft das sechs Wochen alte Baby regelmäßig sechs Stunden am Stück, vorher maximal 1,5 Stunden. Fälle von Kleinkindern und Babys sind am interessantesten, weil man dort den Placebo-Effekt ausschließen kann. Ein anderer Fall von einem zweijährigen Kind, das seit Einzug in das neue Haus nachts alle zwei Stunden aufwachte: Nach Entfernung aller Strahlenquellen (Babyfon, WLAN, DECT), die in Nebenräumen in nur kurzer Distanz zum Kinderbett aufgestellt waren, schlief das Kind ab der ersten Nacht durch. Solche Fälle erlebe ich Woche für Woche. Das Leben lehrt mehr als Laborratten uns verraten.

Michael Mumm

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Briefe auch auf www.abendblatt.de. Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg