Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 12. Dezember 2014

Das Produkt muss stimmen

11. Dezember: „Wählt Schleswig-Holstein bald sonntags und montags?“

Wie naiv muss man als Parteipolitiker sein, um zu glauben, dass man nur die Wahllokale länger offen halten müsse, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen? Das wäre genauso, wie wenn ein Kaufmann die Ladenschlusszeiten verlängert, um seine unattraktive Ware besser verkaufen zu können. Das klappt nicht, wenn das Produkt nicht stimmt! Die Parteipolitiker müssen endlich wahrnehmen, dass sie selbst durch ihr Verhalten eine höhere Wahlbeteiligung verhindern. Der Bürger ist es leid, die täglichen Diffamierungen des politischen Gegners anzuhören – einig sind sich die Parteien nur, wenn es um die Selbstbedienung bei den Diätenerhöhungen geht.

Franz-Christian Semrau

Politiker sollten sich ändern

Stegners Vorschlag ist geradezu typisch für einen Politiker: Nicht an den Ursachen der Politikverdrossenheit soll etwas verändert werden – da müssten sich ja die Politiker ändern –, sondern an den Formalien. Solche Vorschläge sind geradezu ursächlich für die beklagte Politikverdrossenheit. Wer es nicht schafft, weder am Sonntag zwischen acht und 18 Uhr zur Wahl zu gehen noch in den Wochen vor der Wahl seine Briefwahlstimme abzugeben, wird es auch am Montag nicht schaffen. Nur eins ist sicher: Ich werde montags als Wahlhelfer nicht mehr zur Verfügung stehen, da hat allein schon mein Arbeitgeber etwas dagegen.

Jürgen Jeschke

Willkommen in Schilda!

11. Dezember: „Erste Alster-Fahrradstraße fertig. Vorfahrt für Radler, Tempo 30 für Autos“

Mit der Fahrradstraße auf dem Harvestehuder Weg verfolgt das Bezirksamt nur ein Ziel, nämlich den Autoverkehr durch nebeneinanderfahrende Radfahrer zu behindern und Pkw-Fahrern die Nutzung des eigenen Autos zu vermiesen. Anders kann man diese Schnellschussaktion nicht bewerten. Auch die Konsequenz blieb bei der Umsetzung auf der Strecke. Wenn schon Fahrradstraße, dann doch bitte so, dass nur der reine Anliegerverkehr genehmigt wird. Jetzt ändert sich eigentlich nichts. Touristenbusse und Autodurchgangsverkehr dürfen die Straße weiterhin nutzen, werden jedoch zusätzlich durch künstliche Fahrbahnverengungen, neue Parkplätze und im Doppelpack fahrende Radfahrer zu ständigem Halten und Ausweichen gezwungen, was für den CO2-Ausstoß sicherlich nicht förderlich ist. Zugleich wird einer der schönsten Radwege im Alstervorland zum Ende des Jahres voll gesperrt! Willkommen in Schilda!

Wolfgang Massow

Spitzenklinik mit Alsterblick

10. Dezember: „Asklepios-Eigentümer kauft das Atlantic“

Wenn das neue Spitzenhotel The Fontenay von Herrn Kühne erst einmal steht, dann werden sich kaum noch zahlungskräftige Gäste ins alte Hotel Atlantic verirren. Da ist es nur konsequent, dass sich Asklepios-Chef große Broermann dieses Grundstücksschnäppchen nicht entgehen lässt, um ganz sicher dort eine Spitzenklinik mit Alsterblick zu eröffnen.

Heinz-H. Hendrich

Sprache lernt man „draußen“

9. Dezember: „Deutsch in der Familie: CSU rudert zurück“

Es ist das natürlichste und normalste, dass in der Familie die Muttersprache gesprochen wird. Die Fremdsprache lernt man „draußen“ – in der Kita, in der Schule, im Sportverein, im Zusammenleben mit der Bevölkerung. Nach über acht Jahren Auslandsaufenthalt in Frankreich ist sicher, dass ich meine Sprachkenntnisse den Franzosen verdanke. Und es wäre uns in der Familie nicht im Traum eingefallen, zu Hause Französisch zu sprechen.

Christiane Kratzmann

Starke Mitbewerber

8. Dezember: „Wersich: ‚Hamburg hat für Olympia das bessere Konzept‘“

Die Äußerungen der Spitzenpolitiker, als ob der Olympiazuschlag für Hamburg nur eine Kleinigkeit wäre, sind naiv. Dass sich Städte wie Nairobi, Casablanca, Durban, Doha, Melbourne, Budapest, Baku, Lima, St. Petersburg und Kiew auch für die Spiele 2024 oder 2028 bewerben, wird völlig übersehen oder verdrängt. In den USA bewerben sich Boston, Washington und Los Angeles. Da über die Vergabe der Olympischen Spiele nicht allein das IOC entscheidet, sondern die größten Sponsoren des IOC wie Coca-Cola und die drei größten amerikanischen Fernsehgesellschaften, ist für 2024 die Entscheidung doch schon getroffen.

K. Peter Busche

Geschäfte schließen zu früh

8. Dezember: „Ladensterben in Blankenese. Immer mehr Geschäfte geben auf“

Ich sehe ein sehr großes Problem in den Öffnungszeiten. In Einkaufszentren kann ich sicher sein, dass alle Geschäfte in der angegebenen Zeit geöffnet sind, das Gleiche habe ich auch in den Outletzentren vor den Toren der Stadt, aber meine Erfahrungen in den Einkaufsstraßen der Stadtteile sind eindeutig negativ: Am Sonnabend waren wir in der Waitzstraße in Othmarschen unterwegs, und aus dem ersten Geschäft wurde man um 14 Uhr „rausgekegelt“. Geschäft Nummer zwei hatte schon um halb zwei geschlossen, und dann kamen zwei Läden, die immerhin bis 16 Uhr geöffnet hatten. Diese und ähnliche Erfahrungen habe ich in den Stadtteilen schon häufig gemacht. Sicherlich haben es inhabergeführte Geschäfte schwer, lange Öffnungszeiten zu managen, aber bei so unterschiedlichen Öffnungszeiten darf man sich nicht nur über Mieten und Parkplätze beschweren. Denn für mich als Kundin ist es unbefriedigend, vor geschlossenen Geschäften zu stehen und nicht genau zu wissen, habe ich noch Glück oder nicht.

Svenja Holler

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