Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 12. November 2014

Leuchtfeuer der Erkenntnis

11. November: „Mahnung der Kalten Krieger. Ob Kissinger oder Kohl – alle warnen vor Eiszeit mit Russland“

Der Kommentar von Matthias Iken ist ein Leuchtfeuer der Erkenntnis innerhalb des Meinungsmainstreams zum Thema Ukraine. Er spricht sicher nicht nur mir aus der Seele, sondern vielen Mitbürgern. Was Merkel angeht: Ich hoffe sehr, dass die jüngsten öffentlichen Worte Michael Gorbatschows und ihre Begegnung mit ihm sie (wieder) etwas nachdenklicher gemacht haben.

Jochim Trede

Autofahrten vermeiden

10. November: „Muss Hamburg mehr für Radfahrer tun? Pro und Kontra“

Man kann heutzutage mit einem modernen Fahrrad den Geschwindigkeitsdurchschnitt eines Autos in der Stadt erreichen. Und wenn man das Rad als Autoersatz nutzt, muss man auch seine Termine einhalten können, und dafür werden Fahrradstraßen benötigt. Alle, die am Sonntagnachmittag um die Alster „Freizeitradeln“ machen, können doch weiterhin auf dem Radweg fahren. Im Übrigen soll der Senat die Luftbelastung verringern. Wie soll das gehen ohne die Bürger? Ich will das Auto nicht abschaffen, ich nutze es auch. Aber jeder sollte sich fragen: Wann kann ich die Autofahrt vermeiden? Und jeder, der das Rad nutzt, sollte mit guten Radwegen und Fahrradstraßen dazu gebracht werden, dieses weiter zu tun.

Walter Burmester

Ältere werden eingeschränkt

Bei all den Debatten um Vorrang für Radfahrer werden beständig zwei Aspekte ausgeblendet: Erstens steigt der Anteil der Älteren an der Bevölkerung ständig und damit auch die Zahl derer, für die durch allerlei körperliche Beeinträchtigungen das Fahrrad eben nicht als Alternative zum Auto infrage kommt. Will man diese weiter in ihrer Mobilität einschränken oder ihnen gar, wie im Fall des neuesten Schildbürgerstreichs am Harvestehuder Weg, den Zugang zur Alster abschneiden? Zweitens nimmt sich eine große Mehrheit der Radfahrer den Vorrang bereits heute, indem sie meint, über den Verkehrsregeln zu stehen. Deren Selbstgerechtigkeit und Intoleranz gegenüber den Autofahrern werden durch den aktuellen Populismus nur noch bestärkt.

Henry Peters

An Tallinn orientieren

8./9. November: „Scholz muss um absolute Mehrheit bangen – CDU holt auf“

Der „sinkende Stern“ von Olaf Scholz kommt nicht überraschend. Denn das Problem bleibt, dass eine Verpackung wie „gutes Regieren“ herzlich wenig nützt, wenn ausgerechnet in einem Epochenwandel die großen Zukunftsvisionen fehlen: Da auch eine typische Kaufmannsstadt, wenn sie ihren Wohlstand halten will, nicht umhinkommt, sich neu auszurichten und sich von den alten Wachstumsmotoren wie etwa dem Hafen wirtschaftlich unabhängiger zu machen. Weswegen es vor allem einer eigenen digitalen Agenda bedarf, die sich zum Beispiel am estnischen Tallinn orientiert, wo man sich bezüglich öffentlicher WLAN-Netze, Internet-Cafés sowie dem Informatik-Unterricht in Schulen um mindestens ein Jahrzehnt voraus gegenüber dem gefährlich selbstgefälligen Hamburg befindet!

Rasmus Ph. Helt

Schöne Nachbarn!

10. November: „Niedersachsens Ministerpräsident Weil wirbt in China für den JadeWeserPort“

Das fehlt uns noch! Während Hamburg alle Anstrengungen unternimmt, um bei allen Verzögerungen der Elbvertiefung die auf Hamburg fixierten Chinesen für unseren Hafen zu erhalten, reist der niedersächsische Ministerpräsident mit Riesengefolge nach China, um die Chinesen umzustimmen und für den JadeWeserPort zu gewinnen! Schöne Nachbarn! Unter anderem deswegen sind die Niedersachsen auch total gegen die Elbvertiefung.

Peter R. Cent

Zu viele Streiks in Frankreich

10. November: „Warum wir die Tarifeinheit brauchen. Der Streik der GDL ist ein Akt der Entsolidarisierung“

Ich habe viele Jahre in Frankreich verbracht und Land und Leute kennen- und lieben gelernt. Das Einzige, was mir extrem missfallen hat, waren die wiederkehrenden Streiks der Verkehrsbetriebe und der Lehrer. Als Hauptgrund dafür sehe ich die Vielzahl der Gewerkschaften, die sich gegenseitig überbieten. Es sollte alles getan werden, um zu verhindern, dass es in Deutschland zu ähnlichen Zuständen kommt!

Gernot Körber

Bankrotterklärung der Justiz

8./9. November: „Fahndung: Polizei sucht Sexverbrecher vom Friedrich-Ebert-Damm“

Wann löst sich die deutsche Justiz endlich von dem – teilweise unglaublichen – Täterstrafrecht, wo bleibt der Schutz der Opfer? Nicht nur in diesem Fall dauert es acht Monate, bis eine öffentliche Fahndung von einem Richter genehmigt wird. So lange muss – nach geltendem Recht – die Polizei im internen Bereich fahnden. Wohin kann der Täter in acht Monaten reisen? Wie kann er sich äußerlich verändern? Wie mag in diesem Fall die vergewaltigte Frau sich fühlen, wenn man solche Vorschriften zum Schutz der Täter hat? Dies ist eine Bankrotterklärung der Justiz.

Derk Langkamp

Hamburg muss verzichten

7. November: „Plan für neue Fähre schlägt Wellen. Experten fordern Verbindung zwischen St. Pauli und Blankenese. Hadag und Verkehrsbehörde sind strikt dagegen“

Als Hamburger, der seine Stadt liebt, ärgert es mich schon lange, dass es keine Fährverbindung von den Landungsbrücken nach Blankenese mehr gibt. Offensichtlich wäre sie auch betriebswirtschaftlich rentabel, wie die Versuche von privaten Anbietern zeigen. Aber die Hadag sieht es nicht als ihre Aufgabe an, touristische Angebote in den Fahrplan aufzunehmen, und hintertreibt auch noch die privaten Initiativen für eine solche Fährverbindung, indem sie keinen Anlegeplatz an den Landungsbrücken bereitstellt. So muss Hamburg auf eine seiner schönsten touristischen Attraktionen verzichten, die auch von Hamburgern gerne genutzt würde.

Eckard Meyer

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Briefe auch auf www.abendblatt.de. Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg