Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 05. November 2014

Politik bietet keinen Schutz

4. November: „Luftqualität in Hamburg ein Fall fürs Gericht. Von Mittwoch an verhandeln Verwaltungsjuristen die Klage des BUND“

Gut, dass Hamburg so aktive Umweltverbände hat. Eigentlich sollte ja die Politik die Bürger vor Schadstoffen schützen, aber die ist ja offenbar nicht gewillt. Ein Busbeschleunigungsprogramm, bei dem gleichzeitig Autospuren ausgebaut werden, ist wohl nicht als Argument geeignet, dass Schadstoffe vermindert werden. Weitere Maßnahmen, wie z. B. die Förderung des Radverkehrs, werden ja, um es freundlich auszudrücken, halbherzig angegangen.

Matthias Christen

Augenmaß verloren

4. November: „Einigung geplatzt – Lokführer wollen wieder streiken“

Die GDL hat jedes Augenmaß verloren und versucht unter dem Deckmantel des Streikrechts, in nicht mehr verhältnismäßiger Art und Weise ihre Einzelinteressen durchzusetzen. Das ist nicht solidarisch und schon gar nicht demokratisch. Hier zeigt sich leider sehr deutlich, dass Herr Weselsky keine Demokratie gelernt hat und offensichtlich auch nicht lernen möchte.

Martina Nowak

Eine abscheuliche Tat

4. November: „Mann fast totgeprügelt – doch Kollege hilft nicht“

Eine absolut widerliche und abscheuliche Tat! Das Treten gegen den Kopf eines schon am Boden liegenden Opfers wird immer häufiger praktiziert. Sämtliche Grenzen der Moral und des Mitfühlens sind scheinbar nicht mehr existent. Diese Gräueltaten sollten grundsätzlich als „versuchter Totschlag“ klassifiziert und entsprechend bestraft werden. Auch dann, wenn Alkohol die Hemmschwelle heruntergesetzt hat. Denn den Tod des Opfers nimmt der Täter dabei billigend in Kauf.

Hartwig Stoffers

Zum Aufbau beigetragen

3. November: „Gauck warnt vor Bündnis mit den Linken. Bundespräsident löst Widerspruch aus“ und „Gauck darf Zweifel äußern“

Im Gegensatz zu Bundespräsident Gauck ist Bodo Ramelow in Westdeutschland geboren und ausgebildet worden und war in der westdeutschen Gewerkschaft tätig. Ramelow hat erheblich zum Aufbau Ost beigetragen. Ich bestreite Gaucks Recht, Bodo Ramelow zu kritisieren oder mit der ostdeutschen Vergangenheit in Verbindung zu bringen. Auch ich muss mich jeden Tag erheblich anstrengen, einen Bundespräsidenten und eine Kanzlerin aus der DDR zu akzeptieren.

Horst Zeck

Gaucks persönliches Gefühl

Gerade die Grünen und die SPD wollten doch Herrn Gauck als Bundespräsidenten, sicher auch, weil er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält. Der erste Teil seiner Aussage ist parteipolitisch nicht relevant; er gibt sein ganz persönliches Empfinden wieder. Seine parteipolitische Aussage hat er mit einem Fragezeichen versehen und so zur Diskussion gestellt. Diese Diskussion ist nun, Gott sei Dank, in vollem Gange.

Renate Brombach

Banale Aktion

3. November: „Merkur soll für Hamburg werben. Zwei Meter hoch und aus Kunststoff. Handelskammer lässt 100 Figuren in der Stadt aufstellen“

Die Handelskammer lässt wirklich keine Banalität aus. Hummelfiguren, Morgensprache und jetzt 100-fache kunterbunte Merkure. Was wird wohl die nächste „soziokulturelle“ Großtat der Kammer sein? Die 1000-fache Zitronenjette im hübschen hanseatischen weiß-roten Kleidchen, Klein Erna oder Aale-Dieter? Die merkantile Fantasie kennt offenbar keine Grenzen.

Rainer König

Symbol der Reinheit

Die Handelskammer täte gut daran, an der Göttin Hygieia, Symbol der Reinheit und des sauberen Trinkwassers, festzuhalten. Sie passt einfach besser in die heutige Zeit und mahnt die Handelskammer, zurückzukehren zu ihrer ursprünglichen Bestimmung und in allen Punkten rein, klar und transparent zu sein, wie das Wasser, und nie im Trüben zu fischen.

Bruno Brandi

Wohin fließt das Geld?

3. November: „Hohe Kosten – Senat will weniger junge Flüchtlinge aufnehmen“

Ich bin sehr dafür, dass Deutschland und Hamburg Flüchtlinge aus den Krisengebieten aufnehmen. Ich bin aber überrascht, dass die monatlichen Kosten für die Erstaufnahme 5000 Euro pro jugendliche Person betragen sollen. Die folgende Betreuung soll bis zu 4100 Euro monatlich kosten. Da stimmt doch etwas nicht. Einer deutschen Familie steht für den monatlichen Unterhalt meistens weniger Geld zur Verfügung. Ich weiß, dass die aufgeführten Beträge die Asylsuchenden nicht bar erhalten. Aber wo fließt das Geld dann hin?

Horst Schoenfeldt

So nicht!

3. November: „‚Wir waren elf echte Kämpfer.‘ Valon Behrami lobte den Willen des HSV nach dem 1:0 gegen Leverkusen“

Bei der Fußballweltmeisterschaft hat mich das empathische Verhalten unserer Mannschaft sehr positiv überrascht. Bei bitteren Niederlagen für die „Gegner“ wurde sogar getröstet – allen voran war Jogi Löw durch sein besonnenes und diszipliniertes Verhalten ein echtes Vorbild. Das komplette Gegenteil fand am Sonnabend im Volksparkstadion statt. Sie schreiben, Zinnbauer habe es geschafft, die „emotional aufgeheizte Atmosphäre auf den Platz zu transportieren“, als ob das eine Leistung wäre. Wenn sich nicht Spieler und Angestellte des HSV beherzt eingemischt hätten, hätten sich sowohl Spieler als auch Trainer eine Schlammschlacht geliefert, die in eine Schlägerei ausgeartet wäre. So ein Niveau ist für mich neu im deutschen Fußball, das sind kriegsähnliche Zustände. Was ist das für ein Trainer, der nicht über ein gutes Fußballspiel, sondern nur durch Kampf und pure Aggression gewinnen will? Und alle ziehen mit, Hauptsache drei Punkte? Nein danke, so nicht!

Reinhild Dirks

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