Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 03. November 2014

Nur ein erster kleiner Schritt

31. Oktober: „Wer zu spät landet, muss mehr zahlen“ und „Hamburg soll leiser werden“

Ich wohne seit 1995 in Hamburg-Duvenstedt. Seit circa 2009 haben sich neue Flugpraktiken mit neuen Anflügen auf den Flughafen eingeschlichen. Wurde bis dahin via zehn nautische Meilen der Anflug auf den Flughafen vorgenommen, sind es heute sehr oft nur noch vier. Dies führt zu einem furchtbar lauten Fluglärm über unseren Häusern. Und den Lärm müssen wir jeden Tag 17 Stunden ertragen, damit die Gewinne der Fluggesellschaften maximiert werden. Zusätzlich müssen wir zu über 90 Prozent die Nichteinhaltung der Bahnbenutzungsregeln beklagen. Danach sollen Anflüge nach 22 Uhr und vor 7 Uhr nicht über Hamburg-Duvenstedt, sondern via Norderstedt geführt werden. Dies wird leider so gut wie nie praktiziert. Warum nicht? Die von Ihnen veröffentlichten Informationen zu den neuen Gebühren für verspätete Flüge sind zwar ein klitzekleiner Schritt in die richtige Richtung. Doch nur wenn es den Fluggesellschaften finanziell wehtut, werden diese auch bemüht sein, sich an entsprechende Verspätungsregelungen zu halten.

Antje Harms

Blinder Aktionismus

Wenige Monate vor der Bürgerschaftswahl werden Politiker der etablierten Parteien in Sachen Fluglärm wach, feiern die geplanten Strafzahlungen für verspätete Flieger. Doch das ist nur blinder Aktionismus. Denn keine im Senat vertretene Partei setzt sich überzeugend für die Belange von zehntausenden von Fluglärm und Feinstäuben in ihrer Gesundheit massiv gefährdeten Hamburgern ein. Allen Fluglärmgeplagten sei empfohlen, die Parteien, für die Fluglärmbekämpfung keine Priorität hat, abzuwählen. Das ist die Sprache, die Politiker verstehen.

Dr. Andreas Tschirner

Was ist mit Reformationstag?

31. Oktober: „Pro & Kontra Halloween“

Ich finde es sehr schade, dass bei dem ganzen Kommerz für Halloween der Reformationstag in den Hintergrund gerät. Zu meiner Schulzeit sind wir mit der gesamten Schule zum Gottesdienst in die Petrikirche gefahren. Martin Luther, was für ein mutiger Mann, der vor fast 500 Jahren die Reformation der etablierten Kirche einleitete. Er ist unbeirrt seinen Weg gegangen, auch als ihm mit Bann und Tod gedroht wurde. So einen mutigen Menschen wünsche ich dem Islam, denn dort ist eine Reformation längst überfällig.

Ingrid Kallbach

Hilfsbedürftige Truppe

30. Oktober: „Ministerin plant Wohlfühl-Armee“

Die Bundesregierung soll bereit sein, eine noch aktivere Rolle zu spielen, im Notfall auch militärisch. Womit und mit wem? Es gibt einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs bei der Bundeswehr, einen Mangel an Ausrüstungen sowie veraltetes Material. Trotzdem ist die Bundeswehr bei derzeit 17 Einsätzen weltweit engagiert. Nicht nur die Verteidigungsministerin geht mit ihrem ständigen Lächeln an den Problemen vorbei, sondern auch alle Vorgänger haben mit Reformen und Sparwahn die Bundeswehr zu einer hilfsbedürftigen Truppe herabgewürdigt. Wo bleibt das politische Verantwortungsgefühl?

Jürgen Stauff

Nicht mehr zum Nulltarif

31. Oktober: „Pkw-Maut kommt – aber anders als gedacht“

Endlich kommt die Pkw-Maut. Viel zu lange hat sich Deutschland erlaubt, als wichtigstes Transitland Autobahnen und Bundesstraßen zum Nulltarif anzubieten. Österreich, Frankreich, Italien oder die Schweiz verlangen von uns Benutzern Gebühren, ohne dass wir uns groß darüber aufregen. Die voraussichtlichen Einnahmen für den Erhalt von Straßen und Brücken werden bei dem Milliarden-Bedarf für Sanierungen nur einen geringen Teil der Kosten abdecken.

Peter Groth

Friede für Zeugen Jehovas

29. Oktober: „Ich war ein Zeuge Jehovas“

Ich zitiere aus dem Artikel: „Sind die Zeugen Jehovas christliche Fundamentalisten oder doch eine Sekte? Handelt es sich um Menschenfänger? Sind sie gefährlich oder bloß gaga?“ Es ärgert mich, dass eine friedliche Glaubensgemeinschaft so verunglimpft wird. Die Zeugen Jehovas rufen nicht zum heiligen Krieg auf, bedrohen nicht unsere Demokratie oder unsere Werte. Ich lese ihre Blättchen, manche Artikel gefallen mir, andere sind fragwürdig. Es ist natürlich legitim, dass sich der Buchautor Misha Anouk aus diesem Umfeld gelöst hat und es kritisch betrachtet. Ich finde aber nicht, dass der Artikel ausreichend differenziert. Friede für die Zeugen Jehovas, bitte!

Heike Weichler

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