Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 29. Oktober 2014

Umgang mit Medien fördern

28. Oktober: „Grüne fordern: Informatik soll Pflichtfach an Schulen werden“

Wer fernsehen möchte, muss nicht unbedingt en détail wissen, wie das Bild ins Haus kommt oder wie man einen Film produziert; wer telefoniert, muss nicht DSL von IP-Technologie unterscheiden können, und wer mit dem Computer arbeitet, muss ihn nicht selbst programmieren können. Die Basiskenntnisse für die analoge und digitale Welt vermittelt schon der Physikunterricht. Ein IT-Studium ist Teil einer gezielten Berufsausbildung zum Programmierer. Wichtiger ist es, in den Schulen Medienkompetenz zu vermitteln, um einen reflektierten Umgang mit den alten und besonders mit den neuen Medien zu fördern.

Uwe-Carsten Edeler

Auf Kosten der Bedürftigen

27. Oktober: „Selbstjustiz im Kiez-Milieu. Schläger verletzen fünf Jugendliche aus Afrika schwer“

Dass die jugendlichen Flüchtlinge niedergeschlagen wurden, ist schlimm. Ich kann aber überhaupt nicht nachvollziehen, dass minderjährige Flüchtlinge einfach so spät nachts auf den Kiez dürfen. Das ist ein Unding. Weiterhin vertrete ich auch die Ansicht, dass straffällige Flüchtlinge sofort ausgewiesen werden müssen. Denn genau diese sind für den schlechten Ruf der Asylanten verantwortlich, und dieses geht zulasten der wirklich bedürftigen Kriegsflüchtlinge, die unserer Hilfe bedürfen.

Lisa Müller

Ungenügende Kontrollen?

Den Bericht über die 15-jährigen Asylanten, die in der Feuerbergstraße untergebracht sind, habe ich mit Erstaunen gelesen. Wie können sich diese Personen nachts um halb drei auf der Reeperbahn und in der Herbertstraße aufhalten und kriminelle Handlungen vornehmen? Gibt es in der Feuerberg- straße gar keine Kontrollen, kann man dort zu jeder Nachtzeit aus- und eingehen? Ich glaube, hier besteht Handlungsbedarf.

Holger Meißner

Gesetz konsequent umsetzen!

Sollten die Hintergründe dieser offenbar organisierten Selbstjustiz zutreffen, wäre das eine Bankrotterklärung von Sozialbehörde, Polizei und Justiz. Die Problematik mit kriminellen minderjährigen Asylbewerbern ist seit Monaten bekannt. Es fehlt offensichtlich am Willen, an Konzepten und Ausstattung, um dieser Situation Herr zu werden. Es wird mittlerweile nicht wenige normale Bürger geben, die diese Ereignisse auf dem Kiez insgeheim begrüßen. Die größte Gefahr für unseren Rechtsstaat ist nicht die Kriminalität selbst, sondern das stetig schwindende Vertrauen der Bevölkerung darin, dass Recht und Gesetz für alle gleichermaßen gelten und Politik, Polizei und Justiz gewillt und in der Lage sind, dies auch konsequent umzusetzen.

Birger Sparr

Stellplätze fallen weg

24. Oktober: „Erste Alster-Fahrradstraße im Dezember fertig. Am Montag ist Baubeginn am Harvestehuder Weg“

Spätestens nach der Vorstellung des Radwegekonzeptes für die Außenalster wird klar, dass es dem Senat in vielen Fällen weniger um die Förderung des Radverkehrs geht, sondern vor allem um die Behinderung des Autoverkehrs. Denn ein Radfahrstreifen auf dem Harvestehuder Weg ist so überflüssig wie ein Kropf. Immerhin verlaufen entlang des Harvestehuder Weges bereits zwei Fahrradwege, wovon einer befestigt und so breit ist, dass er sogar den Gegenverkehr aufnehmen kann. Der Fahrradstreifen auf der Straße wird hingegen dafür sorgen, dass der Pkw-Verkehr behindert wird und Stellplätze wegfallen. Für die Finanzmittel, die für diesen Umbau eingesetzt werden, gäbe es sicherlich eine sinnvollere Verwendung.

Karin und Günter Dorigoni

Radweg ist breit genug

Die aktuelle Hamburger Straßenbauplanung lässt einen erschaudern. Da wird einer der breitesten Radwege Hamburgs rund um die Alster, der mühelos noch verbreitert werden könnte, ohne die Straße anzutasten, nach Gutsherrenart eliminiert. Künftig sollen sich Radfahrer, Sightseeingbusse und Pkw auf einer Spur mit verkehrsbremsenden Einengungen bei Tempo 30 um die Alster quälen. Wie sicher ist das Fahren dort noch, und auf welche Straßen soll der normal fließende Verkehr ausweichen? Gnadenlos im heißen Hochsommer erhobene Statistiken dienen als Alibi für eine völlig verfehlte Verkehrsplanung, die schon im Winterhalbjahr zu einem vielfach erhöhten Verkehrschaos führen wird, wenn wetterbedingt immer mehr Autoverkehr den Radverkehr ersetzt. Wer stoppt diese sinnlose Verschwendung von Steuergeldern?

Marianne Kirchner

Kelemen Quartett begeisterte

24. Oktober: „Pianist Menahem Pressler wurde vom Publikum in der Laeiszhalle gefeiert“

Ich kann der Kritik so nicht zustimmen. Sicherlich setzt Menahem Pressler vom Klavier aus seine weltweit bekannte Musizierlust um und reißt die anderen mit sich. Nun aber das Kelemen Quartett so zu zerreißen, das empfinde ich als überzogen. Nicht nur für mich haben sie Haydns Quintenquartett und das a-Moll-Quartett von Brahms ebenfalls in einer begeisternden Art vorgetragen. Der angeblichen Detailverliebtheit und dem Vorwurf, das Quartett habe nicht so sorgfältig zu Ende geprobt, kann ich nur nachdrücklich widersprechen. Ich habe das Quartett durchaus als gleichgewichtig empfunden.

Wolfgang Schneider

Absurde Idee

23. Oktober: „Sprayer ‚OZ‘: Grüne wollen ‚einzelne Werke‘ retten“

Über Jahrzehnte hat „OZ“ die Stadt mit seinen Schmierereien verschandelt. Nun kommen die Grünen mit der unsäglichen Idee daher, einzelne „Werke“ zu schützen und durch die Kunsthalle ankaufen zu lassen. Auf solche absurden Ideen können auch nur die Grünen kommen. Fazit: Die Graffiti beziehungsweise das Geschmiere des „OZ“ hat niemand gebraucht. An die Geschädigten, deren Fassaden verunstaltet wurden, denkt offensichtlich niemand. Positiv ist das Statement des Senats, der sich „damit noch nicht befasst hat“. Das bleibt hoffentlich auch so.

Gerhard Lautenschläger

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