Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 28. Oktober 2014

Anmaßende Bürgerschelte

27. Oktober: „Vattenfall-Klage birgt Sprengsatz für TTIP-Projekt“

Salopp von „hysterischen Chlorhühnchendebatten“ zu reden, wie Gabriel es tut, ist völlig unpassend und anmaßende Bürgerschelte. Letztlich geht es darum, zu verhindern, dass die staatliche Gerichtsbarkeit ausgehebelt wird und international agierende Großunternehmen sich über nationale Gesetze und Gesetzgebung hinwegsetzen wollen. Die Tatsache, dass Vattenfall bereits heute in Washington in einem Schiedsgerichtsverfahren auf politische Prozesse zulasten der Allgemeinheit Einfluss nehmen kann und will, zeigt, welche folgenreiche Fehler bei früheren Handelsabkommen gemacht wurden, für die heute leider kein Politiker mehr geradestehen muss.

Ulrich Reppenhagen

Mitarbeiter sind zu bedauern

25./26. Oktober: „Karstadt Billstedt vor dem Aus – Angestellte fassungslos. Anfang einer größeren Sparwelle?“

Karstadt war vor Jahren ein gesundes Unternehmen. Das Sortiment, gerade in den kleinen Häusern, war vielfältig und das Preis-Leistungs-Verhältnis ausgewogen. Die Menschen haben gerne bei Karstadt eingekauft, dieses Unternehmen hatte einen guten Ruf. Die Mitarbeiter können einem wirklich leidtun, denn sie haben auf vieles verzichtet, um mitzuhelfen, ihre Arbeitsplätze zu erhalten. Ich bin gespannt, wie der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl es richten wird.

Heidi Quast

Scharfzüngige Satiresendung

25./26. Oktober: „Knallfrösche im Bundestag? Hellmuth Karaseks Kolumne“

Einspruch, Herr Karasek! Das Niveau der „heute show” ist bestimmt nicht mit Knallfröschen vergleichbar. Ich bin sehr dankbar, dass es diese scharfzüngige Satiresendung im Abendprogramm gibt. Es ist leider so, dass viele Politiker im Vergleich zu früher stark an Format verloren haben und sich im Laufe der Woche eine Menge Unsinn zusammenbrabbeln. Die „heute show“ deckt das gnadenlos auf und ist somit ein wertvoller Beitrag zur Meinungsbildung.

Roland Möck

Leider nur ein Traum

25./26. Oktober: „Bundesländerfusion. Im Streit um die Finanzen kommt ein alter Vorschlag neu ins Spiel“

Ein Supervorschlag von Saarlands Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, zehn Regierungen weniger, zehn Landtagswahlen weniger. Unnötige Föderalismuskonferenzen fallen weg. Damit einhergehend sollten alle Landtagswahlen am gleichen Tag mit der Bundestagswahl stattfinden, weniger Reisen der Bundestagsabgeordneten wären die Folge – eine große Ersparnis an Zeit und Geld. Das alles wird leider nur ein Traum bleiben, weil zu viele Landesfürsten erbittert um ihre Pfründe kämpfen werden; da bleibt die Vernunft, wie so oft, auf der Strecke.

Hellmut Bein

Eine Regierung reicht

Der Vorschlag von Frau Kramp-Karrenbauer könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, mehr nicht. Und auch Ministerpräsident Tillich hat recht, wenn er feststellt, dass die Länderfusion nicht die Probleme hoch verschuldeter Länder löse. Der richtige Schluss aus beiden Äußerungen heißt daher: völlige Abschaffung der Bundesländer. Wir brauchen bei 80 Millionen Einwohnern weder 17 noch neun oder sieben Regierungen, sondern nur eine, die die gesamten Staatseinnahmen gerecht und gleichmäßig unter den Regionen aufteilt. Blockaden sinnvoller Maßnahmen durch provinzielles Konkurrenzdenken blieben uns dann ebenfalls erspart.

Klaus-R. Wagner

Besser absprechen!

24. Oktober: „400 Mitarbeiter im Einsatz. Stadtreinigung beseitigt 15.000 Tonnen Laub“

Wir sind dankbar für die Laubbeseitigung, die unsere Straßen und Wege verkehrssicherer macht. Aber man fragt sich doch, was das mühselige Zusammenfegen des Laubs zu größeren Haufen am Straßenrand soll, wenn es dort mehr als eine Woche liegen bleibt, bis der Laubsauger kommt. So jedenfalls am Heubergredder in Alsterdorf. Inzwischen ist das Laub von Autofahrern und auch vom Wind wieder in alle Winde verstreut. Eine bessere Absprache zwischen den „Laubfegern“ und dem Einsatz der „Laubsauger“ ist hier dringend empfohlen!

Gerhard Schultz

Familienstruktur löst sich auf

23. Oktober: „Umfrage: Die Mehrzahl der Deutschen lehnt das Einfrieren von Eizellen aus Karrieregründen ab“

Bei der Diskussion wird meines Erachtens zu wenig auf die Konsequenzen für die kommenden Generationen eingegangen. Bekommen die Frauen der ersten und zweiten Generation erst mit etwa 40 Jahren das erste Kind, ist die Großmutter mindestens 80 Jahre alt, der dazugehörige Großvater vielfach noch älter. Es wird die herkömmliche Familie mit Eltern, Großeltern und Urgroßeltern kaum noch geben. Wer hilft bei der Kindererziehung, wer ersetzt den Kindern die Großeltern? Wie soll das Kind mit 30 Jahren die alten Eltern pflegen, wenn der Beruf Priorität hat? Und all das nur für „Karriere“ und zum Wohle der Wirtschaftsunternehmen.

Gabriele Möller

Schon jetzt zu viele Unfälle

21. Oktober: „Behörde lässt Radfahrer auf die Straße. In Lurup werden die ersten Schilder aufgestellt“

Die Luruper Hauptstraße ist auch ohne diese nicht nachvollziehbare Entscheidung bereits ein Unfallschwerpunkt. Selbst wenn man den Fahrradweg nutzt, kommt es hier immer wieder dazu, dass aus den Seitenstraßen kommende Kfz-Fahrer Radfahrer nicht beachten. Wenn es jetzt wieder gestattet wird, mit Fahrrädern die Fahrbahn zu nutzen, wird dies unweigerlich zu Unfällen mit Verletzten oder gar Toten führen. Das liegt unter anderem daran, dass selbst in Verkehrsspitzenzeiten Fahrzeuge von unverantwortlichen Fahrern auf der Fahrbahn geparkt werden, obwohl dann dort absolutes Halteverbot gilt. Wer übernimmt in der Behörde die Verantwortung für Verletzte und Sachschäden?

Joachim Brockmann

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