Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 22. Oktober 2014

Kenntnisse zuerst vertiefen

21. Oktober: „Hamburg: Gipfel mit Merkel plant ,digitales Wirtschaftswunder‘“

Wunder gibt es immer wieder, nur kann man sie nicht planen, sondern nur die Bedingungen schaffen, damit sie geschehen können. Wenn jedoch eine Bundesministerin Programmieren als „Sprache“ bezeichnet, kann ich mich nur wundern. In den meisten Bundesländern kann man noch Abitur machen, ohne je eine Unterrichtsstunde Informatik belegt zu haben. Dabei brauchen inzwischen alle solide IT-Kenntnisse, von der Krankenschwester bis zum Mathe-Professor. Schnelle Internetzugänge ändern hier erst mal gar nichts.

Peter Baasch

Frühe Rente – ein Traum

21. Oktober: „Lufthansa-Piloten bestreiken heute auch die Langstrecken – Streik trifft 166.000 Passagiere“

Allein bei Lufthansa Technik gibt es etwa 1000 Leiharbeitnehmer, die nicht streiken, obwohl sie Grund dazu hätten. Sie arbeiten im selben Unternehmen – und wenn es so weitergeht, überwiegend bis voraussichtlich zum 67. Lebensjahr, um halbwegs mit der Rente auszukommen. Sie erhalten kein Equal Pay (gleiche Bezahlung) bei der Lufthansa, ihre Arbeitsleistung wird außerdem nur zur Hälfte mit Rentenpunkten belohnt, da sich diese am Einkommen bemessen. Rente mit 55 Jahren? Ein Traum… Wenn ich einen Vorschlag zum derzeitigen Streik machen dürfte, dann den der Demut gegenüber den ungenannten Kollegen im selben Unternehmen und den Benachteiligten andernorts. Zivilcourage wäre, auch für deren Arbeitsbedingungen zu kämpfen und nicht die Bodenhaftung zu verlieren mit der Forderung der Rente mit 55 Jahren bei gutem Gehalt. Rente mit 58 Jahren wäre doch ein Kompromiss.

R. Dechow

Viele Gefahren für Radler

21. Oktober: „Behörde lässt Radfahrer auf die Straße“

Das Zurückbauen von Radwegen wird sich in einigen Jahren genauso wie das Entfernen der Straßenbahnschienen als schwerwiegender Fehler erweisen. Ein absurder und unübersichtlicher Schilderwald sowie aufgepinselte Radstreifen machen aus Hamburg keine Radfahrerstadt. Was ist schon eine Gefahrenquelle auf Radwegen beim Abbiegen gegenüber etlichen lebensgefährlichen Situationen auf Radstreifen bzw. auf der Straße, sei es durch die zunehmende Unaufmerksamkeit der Autofahrer durch Handy, Smartphone, das unbedachte Ausscheren vom Parkplatz auf den Radstreifen, das rücksichtslose Öffnen der Wagentür. Haben die Verantwortlichen mal überlegt, was passiert, wenn der Radfahrer dann stürzt? Auf Radwegen kann er sich höchstens die Knochen brechen. Ganz zu schweigen von der erhöhten Aufnahme an Autoabgasen, da er sich in der Abgasschleife voranfahrender Autos befindet.

Sylvia Nitze-Schröder

Beschleunigung verhindert

Erst wird für viel Geld die Luruper Hauptstraße für die Busbeschleunigung umgebaut, und nun dürfen die Radfahrer die Busse wieder ausbremsen. Klasse Idee. Wer die Luruper Hauptstraße kennt, der weiß, dass die jeweils rechte Spur permanent von parkenden Autos belegt ist, d.h. wenn die Radfahrer hier jetzt die Fahrbahn benutzen dürfen, müssen diese also auf die zweite Spur ausweichen. Das heißt auch, dass Fahrzeuge kaum noch die Möglichkeit haben, die Radfahrer zu überholen, schon gar nicht Busse oder Lkw.

Holger Karstens

Unfälle sind vorhersehbar

Diese Radfahrstreifen auf der Fahrbahn sind der größte Schwachsinn! Fahren Sie mal als Kind/Jugendlicher bei Regen oder Dunkelheit und jetzt auch noch Herbstlaub auf diesem einfach aufgemalten Weg neben einem Lastwagen oder Bus. Sie müssen nur den Lenker mal aus Versehen leicht verziehen, und schon liegen Sie unter den Reifen des Lkw. Jeder auch noch so schlechte Radweg neben dem Fußweg ist 1000-mal sicherer.

Wolfgang Köbke

Falsche Jahreszeit

Wie geistreich, damit in der dunklen Jahreszeit zu beginnen. Schon jetzt sind zu viele Radfahrer schlecht beleuchtet unterwegs. Autofahrer halten beim Überholen den Sicherheitsabstand nicht ein. Ich fürchte, das geht nicht gut.

Heidi Heiland

Wohlfühlen in alten Bauten

20. Oktober: „Hamburgs Oberbaudirektor stellt sich gegen Denkmalschutz“

Es ist immer wieder festzustellen, wie wenig die zeitgenössische Architektur seit circa 100 Jahren imstande war, ihre Benutzer emotional „mitzunehmen“. Liegt das an der Abwesenheit des Ornaments, der Pilaster und Gesimse – also des Überflüssigen, des Kitsches? Überzeugen die Kaiserzeit-Bauten nicht vielmehr durch großzügige Raumabfolgen mit Schiebetüren, großen Raumhöhen und Parkettfußböden?

Rüdiger Soll

Neuer Gründerzeit-Baustil

Mir gefällt die moderne Architektur in der HafenCity, aber für andere Stadtteile und Straßenzüge sind die Neubauten mit der sogenannten Gründerzeitfassade vorzuziehen. Bei meinem letzten Besuch in Berlin konnte ich zwischen Charlottenburg und Wilmersdorf rund um die Württembergische Straße diesen neuen Baustil bewundern.

Brigitte Masuhr

Geld von Beitragszahlern

17. Oktober: „Leserbrief ,Späte Würdigung‘ zur Mütterrente“

In dem Leserbrief findet sich eine leider weit verbreitete, von der Politik nicht ungern gesehene Fehlinterpretation. Kaum jemand kritisiert die neue Mütterrente als solche, geschweige denn missgönnt den alten Damen die wenigen zusätzlichen Euro. Die Kritik richtet sich zu Recht gegen die Tatsache, dass eben gerade nicht der Steuerzahler für die Mütterrente zahlt, sondern der Beitragszahler der Rentenversicherung. Die Politik bedient sich hier zum wiederholten Male bei den Überschüssen der Sozialversicherungen, um ihre vermeintlichen Wohltaten nicht aus Steuergeldern finanzieren zu müssen.

Burghardt Leu

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten. Briefe auch auf www.abendblatt.de. Schreiben Sie an briefe@abendblatt.de oder per Post an das Brieffach 2110, 20350 Hamburg