Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 9. Januar 2014

Falsch interpretiert?

8. Januar: „Grundschüler müssen 800 Wörter richtig schreiben. Senator verschärft Anforderungen“

Da können die Eltern ja aufatmen, dank der Senatshandreichung wissen die Lehrer an den Hamburger Grundschulen endlich, wie sie den Kindern das Schreiben beibringen. Ein Glück, dass bei uns in Niedersachsen an den Grundschulen ausgebildete Lehrer unterrichten. In der Hansestadt scheint das Personal an den Schulen ja ohne Qualifikation zu sein – oder interpretiere ich das falsch?

Timo Fisseler

Zu wenig informiert

8. Januar: „Hamburgs Heime beklagen Fehler beim Pflege-TÜV“

Ganz einfach: Pflegende Angehörige sollten die Möglichkeit zur öffentlichen Bewertung haben. Außerdem können interessierte Angehörige von Heimbewohnern an den Pflegekonferenzen teilnehmen und sich äußern. Es wird von den Einrichtungen auch zu wenig über die Rechte ihrer Kunden informiert.

Hannchen Lemcke

Neuauflage nach 40 Jahren

8. Januar: „Hochbahn setzt auf Elektrobusse. Neue U-Bahn-Linien“

Zur Hamburger Bürgerschaftswahl 1974 warb die SPD mit einer U-Bahn von Steilshoop über die City zum Osdorfer Born. Weder diese U-Bahn noch irgendeine andere bereits projektierte Schienenanbindung wurde je gebaut. Nun nach 40 Jahren die Neuauflage? Seit zwei Jahren kritisiert die Bürgerinitiative Volkspark den Bau einer Hauptstraße über den geplanten Bahrenfelder A-7-Deckel. Mit der U-Bahn würde die vorgenannte Straße hinfällig. Wenn die Ankündigung ernst gemeint ist, muss die Planung für den Deckel sofort umgestellt werden: Schiene statt Straße.

Jürgen Beeck

Schon wieder Wahlkampf?

Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf? Das hatten wir doch schon intensiv in der Vergangenheit. Vor jeder Wahl sollte die U-Bahn von der SPD nach Steilshoop gebaut werden, nach der Wahl verschwanden die Pläne in der Schublade, um vor der nächsten Wahl wieder hervorgeholt zu werden.

Helga Sosath

Komplett entbehrlich

7. Januar: „Schon Steinzeitmenschen hatten Karies. Forschungen zeigen: Löcher in den Zähnen sind keine Zivilisationskrankheit“

Der Zucker spielt bei der Kariesentstehung selbstverständlich eine zentrale Rolle, da er die Entwicklung der säurebildenden Streptococcus-mutans-Bakterien besonders intensiv fördert. Zucker bildet – etwa im Gegensatz zur Stärke – leicht Dextrane, die ein besonders gutes Bakterienfutter abgeben. Und er besitzt starke Haft-Eigenschaften und wird vom Speichel nur ungenügend weggespült – so kann die bakterielle Säure besonders lange auf die Zähne einwirken. Zähneputzen und die Anwendung von Xylitol sind als Gegenmaßnahmen hilfreich, sprechen den Zucker aber keinesfalls frei, wie die Überschrift dies suggeriert. Am besten konsumiert man natürlich überhaupt keinen Zucker, auch wegen seines umfangreichen, internistisch relevanten Schadpotenzials. Er liefert nichts außer leeren Kalorien und ist ernährungsphysiologisch komplett entbehrlich.

Dr. med. Klaus Peeck

Kein Bewusstsein für Service

8. Januar: „50 Euro gefunden, die nur 44 wert sind. Fundbüro zieht sechs Euro ab“

Der Bericht über die Fundsache der 79-jährigen Rentnerin zeigt, wie krank der Umgang der Behörden mit uns Bürgern geworden ist. Das Bewusstsein, dass die staatlichen Institutionen eigentlich Servicefunktion für die Bürger haben, ist wohl inzwischen völlig verloren gegangen. Bei solchen ausbeuterischen Methoden des Staates darf sich dieser dann nicht wundern, wenn auch der Bürger nur noch seinen eigenen Vorteil sucht. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Bericht auf der Titelseite gestanden hätte.

Hans-Raimund Kinkel

Versorgungskonzept fehlt

8. Januar: „Drittes Kreuzfahrtterminal in Steinwerder am Kronprinzkai. Senat genehmigt Bau für 75 Millionen Euro“

Es fehlt ein wesentlicher Aspekt: Wie ist eigentlich die Energieversorgung der Schiffe an dem kommenden Liegeplatz in Steinwerder organisiert? Werden die Schiffe wieder Tonnen von Dreck aus dem Schornstein schleudern statt mit Landstrom versorgt zu werden? Es ist doch unbedingt notwendig, bei den geplanten Zigtausenden Besuchern, die ihr Geld in Hamburg lassen, ein ökologisch verträgliches Versorgungskonzept zu schaffen, das der Stadt ebenfalls sehr guttut.

Jürgen Wunder

Wahlrecht wahrnehmen

7. Januar: „Nachspiel: Ansturm der HSV-Mitglieder“

Man kann nur hoffen, dass sehr viele Mitglieder nicht nur den Weg zur Jahreshauptversammlung finden, sondern auch bis zur Abstimmung vor Ort bleiben und ihr Wahlrecht wahrnehmen. Es wird sicher vonseiten der Traditionalisten um den Supporters-Führungsklüngel zu verhindern versucht, dass HSVPlus sich vernünftig und fair darstellen kann. Der überwiegende Großteil der HSV-Mitglieder wird sich davon aber nicht blenden und verunsichern lassen und sich für das zukunftsbezogene Konzept von HSVPlus entscheiden. Denn nur mit HSVPlus, dessen Köpfen und Ideen, hat der HSV mittelfristig eine Chance, wieder eine angemessene Rolle im Profifußball zu spielen.

Christof Marheinecke