Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 30. Dezember 2013

Für Tennisstars von einst

28./29. Dezember: „Rothenbaum-Stadion vor dem Abriss?“

Der geplante Abriss des Stadions ist zu begrüßen. Für uns Anwohner war dieses monströse Bauwerk mitten im Wohngebiet von Anfang an ein Fremdkörper. Es war allein einem Hype um zwei Tennisstars von einst (Steffi Graf und Boris Becker) geschuldet. Hamburg muss zur Kenntnis nehmen, dass diese Zeit ein für alle Mal vorbei ist, und dann auch die logische Konsequenz ziehen und das Bauwerk entfernen.

Helmuth Barth, Hamburg

Richtung 20 Prozent?

28./29. Dezember: „Scholz: SPD ist im ,20-Prozent-Käfig der 50er-Jahre‘“

Olaf Scholz hat sicherlich recht mit dieser Standortbestimmung für seine SPD. Meiner Ansicht nach hat der strukturelle Abstieg der Partei in Richtung 20 Prozent aber schon vor längerer Zeit begonnen. Der Partei fehlen Persönlichkeiten wie Willy Brandt oder Helmut Schmidt. Weit und breit ist niemand zu erkennen, der deren Profil erreicht. Nicht zu vergessen auch die Politik Gerhard Schröders, der die SPD von einem großen Teil ihrer ursprünglichen Anhänger abgekoppelt hat. (…) Ich befürchte bei der nächsten Bundestagswahl daher ein noch schlechteres Ergebnis, vielleicht sogar unter 20 Prozent.

Klaus Steffen, Hamburg

Wenn Herr Scholz die geringe Akzeptanz der SPD nahe 20 Prozent moniert, so sollte er doch einmal nachdenken und fragen, warum! Besser wäre es, dem Volk, und hier speziell dem Otto Normalo, mal richtig zuzuhören und, wenn es sein muss, auch vor der eigenen Tür zu fegen (…).

Klaus-Dieter Trenkner, Geesthacht

Grenze der Toleranz

28./29. Dezember: „Umbau der Kapernaumkirche beginnt im Januar“

Ich vermisse den Aufschrei der Kirchen und des Bürgermeisters dieser Stadt. Es ist doch wohl klar, dass damit der prognostizierte Wandel von einer christlich geprägten westlichen Kultur in eine fernöstlich muslimische Kultur eingeläutet wird – alles übrigens unter dem Segen bzw. ausbleibenden Protest der Kirchen. Was bisher als Phantom der Zukunft betrachtet und abgehandelt wurde, nimmt mit dem Umbau realistische Formen an. Toleranz und Akzeptanz kann doch nicht das Aufsaugen und die vollständige Assimilation des Fremden bedeuten.

Imme Klee, Hamburg

Auf der Hut sein

28./29. Dezember: Zum Leitartikel „Orientalischer Winter“

In keinem Land der islamischen Spange von Algerien bis zum Jemen werden sich die naiven Hoffnungen auf eine Demokratisierung erfüllen, denn demokratische Traditionen und Reife können nur über die Aufklärung erlangt werden. Da aber jegliche Kritik am Islam und dessen Gesetzbuch Koran verboten ist, kann es bei keinem Mitglied der Umma, der islamischen Weltgemeinschaft, zu einer Emanzipation kommen. (...) Wir in Europa müssen auf der Hut sein, damit uns die über die Aufklärung erreichte Meinungsfreiheit nicht durch ein Verbot der Religionskritik beziehungsweise Islamkritik abhanden kommt, sonst könnte es jüdisch/abendländischer Winter werden.

Jutta Starke, Hamburg

Schneller entscheiden

27. Dezember: Zum Leitartikel „Wir tun nicht genug“

Deutschland hat schon viel getan für Verfolgte aus aller Herren Länder. Allerdings kann es seit der EU keine nationale Lösung mehr geben. Es liegt an unseren EU-Abgeordneten, endlich einmal menschliche und einheitliche Versorgungsrichtlinien durchzusetzen. Das typisch deutsche Problem ist die institutionelle Trägheit. Es ist nicht unmenschlich, Wirtschaftsflüchtlinge auch mal zurückzuschicken in ihr Herkunftsland. Unmenschlich ist es aber, sie jahrelang hier ohne Entscheidung einfach nur zu verwahren.

Dr. Dr. Dietger Heitele, Hamburg

Das Schäflein im Trockenen

28./29. Dezember: Zur Insolvenz von Max Bahr: „So sicher ist 2014 Ihr Arbeitsplatz in Hamburg“

Da baut jemand ein Unternehmen auf, verpflichtet Hunderte, später Tausende von Arbeitnehmern, ohne die es ja nicht möglich wäre, sich für dessen Erfolg einzusetzen – und aus einer Laune heraus schmeißt er plötzlich den Laden hin. Das heißt, er bringt zunächst und vor allem sein Schäflein ins Trockene. Das Schicksal derjenigen, die ihm dieses Schaf über Jahre gemästet haben, ist ihm völlig schnuppe. (...) Ist es das, was Ludwig Erhard seinerzeit mit „sozialer Marktwirtschaft“ gemeint hat?

Dr. Gunter Alfke, Hamburg