Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 27. Dezember 2013

Dank an Polizisten

24. Dezember: „Randalierer wieder auf freiem Fuß. Gegen die 20 Festgenommenen gibt es keine Haftgründe. Bürgerschaft will die Krawalle aufarbeiten“

Ich möchte mich bei allen Polizisten von ganzem Herzen bedanken, dass sie uns vor dieser provozierenden und gewalttätigen Horde Chaoten beschützen, die das Versammlungsrecht missbrauchen, um ihre Lust auf Krawall zu befriedigen.

Anke Hamann

Unverständlich

Innensenator Neumann sagte es mit aller Deutlichkeit: Bei den gewalttätigen „Demonstranten“ handelt es sich um ganz gewöhnliche Straftäter, die hoffentlich für ihr Verhalten finanziell wie strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Völlig unverständlich ist die Reaktion der Linken, die die Polizei für die Auslösung von Gewalt verantwortlich macht.

Ernst und Renate Mutz

Von Gewalt distanzieren

Ich habe festgestellt, dass Demonstranten vom Rettungsdienst abgeholt wurden, aber Polizisten ihre Kollegen teils selbst aus der Gefahrenzone retten mussten. Diese Polizisten haben diese Demo bestimmt nicht gewollt und haben mein Mitgefühl. Wenn friedliche Demonstranten sich von den Gewaltbereiten absondern würden, könnte die Polizei viel besser reagieren und solche Demos besser auflösen, und es würden keine friedlich demonstrierenden Menschen verletzt.

Rolf Kliem

Zu schwere Verantwortung

23. Dezember: „Sondersitzung im Rathaus nach Tod der kleinen Yaya. Familienausschuss tagt heute. Professor kritisiert: Bürokratie behindert Jugendämter“

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, so steht es im Sozialgesetzbuch (SGB). Die Eltern haben Anspruch auf Hilfe. Doch was geschieht, wenn Eltern diesen Anspruch nicht wahrnehmen oder aus welchen Gründen auch immer nicht wahrnehmen können? Wir Mitarbeiter der Jugendämter haben vergeblich davor gewarnt, das Recht der Kinder auf körperliche und seelische Unversehrtheit nach altem Recht dem Erziehungsrecht der Eltern zu opfern . Ich habe immer gerne im Jugendamt gearbeitet, aber unter den heutigen Bedingungen möchte ich keine Verantwortung mehr tragen müssen.

Klaus Ofterdinger

Haarsträubend

23. Dezember: „Politiker fordern Klage gegen Zensus. Abendblatt-Dossier dokumentiert Fehler und Widersprüche bei der jüngsten Volkszählung“

Da sträuben sich einem die Haare! Beim Lesen der Recherche muss man sich nur wundern, mit welcher Arroganz das Statistische Bundesamt und die zuständigen Länderstellen die eklatanten Fehler – mit dem Verstecken hinter dem Schutzschild „Datenschutz“ – negieren. Es wird endlich Zeit, dass die Politik ihre jahrelangen Versäumnisse bei dieser für unser Land so wichtigen Erhebung eingesteht. Den zuständigen Stellen müsste für diese schlampige „Lösung“ einmal ordentlich auf die Finger geklopft werden. In der Schule hätte diese Arbeit, die den Steuerzahler Millionenbeträge gekostet hat, von Rotstrichen nur so gestrotzt, als Note eine glatte „Sechs“ bekommen.

Dieter Martens

Spielwiese für Statistiker

21. Dezember: „Die Schwächen der Hochschul-Rankings. Um das richtige Fach und die passende Uni zu finden, greifen viele Schulabgänger zu Bestenlisten. Mehr als eine erste Orientierung bieten sie aber nicht“

„Die Entscheidung für ein Hochschulfach ist schon schwierig genug.“ So wird im Artikel die verzweifelte Situation der Abiturienten beschrieben. Das ist absurd, denn wer mit kühlem Verstand und einem heißen Herzen sich für ein Studium begeistert, weiß schon sehr früh, welches sein Fach sein wird. Und man setzt sich durch. Ohne Kalkül wegen Chancen, Verdienst und Schwierigkeiten. Der Rest hat auf einer Hochschule nicht zu suchen. Das Ranking-Problem ist ohnehin albern, es ist eine Spielwiese für Statistiker.

Hans-Emil Schuster

Zocken geht weiter

20. Dezember: „Banken dürfen pleitegehen. Neuer Abwicklungsfonds soll mit 55 Milliarden Euro ausgestattet werden. HWWI-Chef lobt Schutz der kleinen Sparer und Steuerzahler“

Der Abwicklungsfonds kommt zu spät und ist zu niedrig. Außerdem ist nicht geregelt, nach welchem Schlüssel die nationalen Banken in den Fonds einzahlen sollen. Selbst wenn das neue Gremium beschließt, dass eine Bank abgewickelt werden soll, dann kann die EU-Kommission ein Veto einlegen. Das bedeutet, die Bankenunion ist ein stumpfes Schwert. Allerdings werden die Banken in Zukunft weniger Risiken eingehen; denn in Zukunft haften nicht die Steuerzahler, sondern die Anleger! Das ist ein Vorteil für die Euro-Zone. Außerhalb der Zone wird weitergezockt.

Reinhard von Kamptz

Realer Irrsinn

16. Dezember: „Dossier zur Elbphilharmonie. ,Ein Lehrstück´“

Die Dokumentation zur „Elbphilharmonie“ ist großartig. Sie erinnert mich in vielen Passagen an Schildbürgerstreiche und lädt immer wieder zum Schmunzeln oder gar Lachen ein. Bis einem das Lachen im Halse stecken bleibt, weil es sich eben nicht um wundersame, abenteuerliche und unerhörte Geschichten aus Schilda handelt, sondern um realen Irrsinn in Hamburg.

Harald Schönwald