Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 5. Dezember 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Genug Mietplätze vorhanden

3. Dezember: „Und plötzlich ist der Parkplatz weg. Eppendorfer protestieren gegen Schwund öffentlicher Stellflächen“

Wir sind doch sehr verwundert, mit welcher Anspruchshaltung einige Hamburger hier im Bezirk Eimsbüttel auftreten. Da wird erwartet, dass die Allgemeinheit für ihr Fahrzeug einen Parkplatz bereitstellt. Wieso eigentlich? In der Garage Falkenried sind viele Plätze zur Miete frei, in der Tiefgarage am Marie-Jonas-Platz ebenfalls. Wo ist denn nun das Problem? Dass man eventuell mal einige Schritte laufen muss? Oder wollen diese Menschen das Geld für die Garagenmiete nicht aufbringen und parken lieber Rettungswege zu oder gefährden Kinder auf dem Schulweg durch illegal abgestellte Pkw? Das ist egoistisch und asozial. Unser Vorschlag: Eine Pkw-Zulassung gibt es nur mit Nachweis eines eigenen oder gemieteten Stellplatzes.

Ina und Axel Stahl

Nicht bürgerfreundlich

Die Anzahl und Größe der Privatfahrzeuge wächst seit Jahrzehnten und mit ihnen der Wirtschaftsverkehr. Allein schon die hohen Zuwachsraten bei Internetbestellungen mit Zustellung bis zur Haustür müssten zu denken geben. Sicher hätte ein bürgerfreundlicher Senat vorzeitig nach Lösungen suchen lassen. Solches Glück war den Hamburgern aber nie beschieden. Nun schwebt auch diesem Senat eher eine Bevölkerungsverdichtung auf Hamburger Gebiet vor wie in asiatischen Großstädten, als sei ihm die Lebensqualität der Bürger keinen Cent wert. Es bringt wohl mehr Steuereinnahmen. Der Wegfall der Bushaltebuchten soll es jetzt alles richten, verrückter kann es eigentlich gar nicht mehr werden.

Siegfried Meyn

Fauler Kompromiss

3. Dezember: „Zwangsprostitution und Menschenhandel sollen eingedämmt werden. Geldstrafen für Freier“

Hier haben wir doch wieder einmal ein typisches Beispiel dafür, wie faul viele Kompromisse dieser Koalitionsvereinbarung sind. Um dem Wähler gegenüber vorzutäuschen, man würde etwas gegen die Prostitution tun, sollen Freier bestraft werden. Gleichzeitig werden die Regeln dafür aber so schwammig gehalten, dass es wohl nie zu einer Bestrafung kommen wird. Kein Wunder, waren es doch größtenteils Männer, die diese Koalitionsvereinbarung ausgehandelt haben.

Jürgen Jeschke

Hysterische Schulkinder

3. Dezember: „Adenauer und Aufstand. Schulzeit in den 60er-Jahren zwischen Wirtschaftswunder und Rebellion“

Mit Interesse und Freude verfolge ich, Jahrgang 1949, ihre rückblickende Schulserie. Alle beschriebenen Details kann ich nur bestätigen, egal ob Schulmilch, Diercke-Weltatlas oder die ersten globalen Fernseherlebnisse, natürlich in Schwarz-Weiß. Doch eine Sache habe ich richtig vermisst. Davon war jede Schule, jeder Schüler und zum Teil auch der Musikunterricht betroffen. Die Invasion der Beatmusik. Diese fand nicht nur im Radio statt und im Fernsehen, sondern wurde auch direkt in die Schulen gespült. Kreischende und hysterische Schulkinder machten es den Paukern schwer. Viele Schüler sackten in ihren Leistungen ab und konzentrierten sich lieber auf ein Beat-Band-Festival, zum Beispiel in der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg. Ich meine, ohne „You Can’t Always Get What You Want“ gäbe es keine 68er-Revolution…

Rainer Jappsen

Reines Vergnügen

Als Abiturient des Johanneums in Hamburg habe ich mit dem größten Vergnügen den Artikel gelesen. Ich habe die damalige Zeit in der Schilderung so detailgenau wiedererkannt, dass es mir ein reines Vergnügen war, sie zu lesen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob heutige Schüler – und Lehrer – sich eines fernen Tages auf ihre Zeit in der Schule und auf das gesamte Umfeld mit ebenso freundlichen Gedanken zurückbesinnen werden wie der Autor – und ich!

Dr. Arnold Sieveking

Kaltschnäuzig

3. Dezember: „Behörde lehnt Nachtfahrverbot für Laster auf Jüthornstraße ab. Anwohner klagen über vibrierende Wände “

Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Kaltschnäuzigkeit sich die Verkehrsbehörde über die berechtigten Interessen der Anwohner der Jüthornstraße hinwegsetzt und sich auf eine elf Jahre zurückliegende Verkehrszählung beruft. Man muss sich einmal bewusst machen, dass der Durchgangsverkehr nach Berlin und zur A1 beginnend in Altona in einem riesigen Bogen über den Ring 2 durch die ganze Stadt geleitet wird, um dann den Ring kurz vor Erreichen des Horner Kreisels bewusst durch ein reines Wohngebiet mit einer einspurigen Verkehrsführung zu verlassen. Die Führung über den Ring 2 statt durch die Innenstadt ist sicherlich ein Umweg von geschätzt zehn Kilometern, und hier wird mit einem Mehrkilometer argumentiert! Bei allem Verständnis für die Wirtschaftsinteressen der Stadt sollte die Verkehrsbehörde sich nicht zwingenden gesetzlichen Vorschriften und den nachgewiesenen Tatsachen verschließen.

Michael Pommerening

Zugang auch für Rollstühle?

2. Dezember: „Schönheitskur für die Hafenkante. Bis 2015 soll die südliche Neustadt ein neues Gesicht erhalten“

Hoffentlich haben die Planer auch bedacht, dass die Bevölkerung weltweit aus verschiedenen Gruppen besteht. Auch Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren sollten mit ihren Nutzern Zugang haben. Oder ist die Anlage nur für Gesunde gedacht? Auch in der „aktuellen“ HafenCity müssen schon teilweise große Umwege gemacht werden, um einen Zugang zu erreichen.

Susanne und Uwe Rödger

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