Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 29. September 2013

„Vordrängler“ Gottschalk

27. September: „Abschied vom ,Literaturpapst‘. Es war ein ,Adieu‘ auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, das wohl im Sinne von Marcel Reich-Ranicki gewesen wäre“

Herr Gottschalk kann wohl keine Gelegenheit auslassen, sich „vorzudrängeln“. Auch nach der Klatsche und dem Eklat bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises muss er bei der Trauerfeier für Marcel Reich-Ranicki dabei sein. Man kann sich wohl nicht aussuchen, wer bei der eigenen Beerdigung dabei sein sollte.

Hans-Emil Schuster

Zur Selbsthilfe greifen

27. September: „Holpriger Start der Ganztagsbetreuung. Träger und Elternverbände kritisieren Erziehermangel, schlechte Essensversorgung und fehlende finanzielle Mittel“

Der Start in die Ganztagsbetreuung mag holprig sein – es gibt aber zum Glück auch Eltern, die dann zur Selbsthilfe greifen. Sie wissen, dass man nicht alles auf andere abschieben kann.

Kristina Eckardt

Inklusion kein „Geschäft“

26. September: „Schulleiter-Vereinigung fordert mehr Personal für Stadtteilschulen“

Der ausdrücklichen Forderung der Vereinigung der Schulleiter der Stadtteilschulen nach besserer Ausstattung der Stadtteilschulen kann man nur mit Nachdruck zustimmen. Um eine wirklich wirksame Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf und notwendigen Unterstützungsansprüchen realisieren zu können, muss eine ausreichende Finanzierung grundgelegt sein. Inklusion ist kein „Geschäft“, das auf einer finanziellen „Schmalspurschiene“ zu fahren ist.

Erich Meyer

Grenzen des Volksentscheides

26. September: „Nach dem Volksentscheid: Startschuss für Netze-Rückkauf“

Die Entscheidung zum Netze-Rückkauf in Hamburg zeigt deutlich die Grenzen eines Volksentscheides auf. Die Komplexität und die Folgen der Entscheidung wurden in den Wahlunterlagen nur unzureichend vermittelt, ein vernünftiger Kompromiss war nicht möglich, nur ein Ja oder Nein. Die Kriterien für einen Volksentscheid sollten dringend überprüft werden.

Reinhard Soltau

Nicht souverän

Die Eile, mit der jetzt der Rückkauf der Hamburger Energienetze eingeleitet wird, weist darauf hin, dass die Ablehnung des Rückkaufs vom Bürgermeister und der SPD vor der Wahl nicht so ernst gemeint war; sie würden sich sonst mehr für die Richtigkeit ihrer Argumente einsetzen. Jetzt den Volksentscheid zu idealisieren zeigt keine Souveränität. Mit welcher Wirtschaft oder Organisation kann dieser Senat in Zukunft noch ernsthaft verhandeln, wenn Regierungsentscheidungen so schnell gekippt werden?

Siegfried Meyn

Verschmähter Liebhaber

24. September: „Volksentscheid: Vattenfall will Netze in Hamburg nicht kampflos hergeben“

Vattenfall hat mit uns Bürgern wochenlang geturtelt und uns umworben. Und reagiert jetzt wie ein verschmähter Liebhaber – mit Aggression. Geht nicht auch ein kampfloser Rückzug? Können wir uns nicht in Freundschaft trennen? Wäre doch schön, wenn Vattenfall loslassen könnte – und seine Anteile einfach an die Stadt verkauft.

Christoph Störmer

Katze aus dem Sack

26. September: „Jetzt doch Steuern rauf? Schäuble schließt Steuererhöhungen nicht mehr aus“

Erst wenige Tage sind seit dem Wahlsieg der Union vergangen, und schon haben sie dem dummen Wahlvolk wieder einmal ein X für ein U vorgemacht. Der Schwarze Peter geht zurück an die Urnengänger, denn sie haben an ein Versprechen geglaubt, und jetzt wird die Katze aus dem Sack gelassen!

Dieter Hasselbacher

Minderheitsregierung!

Eine Minderheitsregierung wäre ein guter Weg, da kann Frau Merkel zeigen, ob sie wirklich eine gute Politikerin ist! Ich denke, dass es in der SPD und auch bei den Grünen verantwortungsvolle Politiker gibt, die in wichtigen Fragen für Deutschland und Europa keine Blockade betreiben. Die SPD darf sich nicht mit Bonbons kaufen lassen, sondern sollte eine glasklare Oppositionspolitik betreiben.

Erwin Gronwaldt, Berlin