Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 04. September 2013

Nahezu unerträglich

3. September: „Stadtteilschulen beim Abi deutlich schlechter“

Es ist nahezu unerträglich, wie in Hamburg auf dem Rücken der Kinder und ihrer Zukunft eine idealistische Schulpolitik betrieben wird. Die Hamburger Abiturienten auf Stadtteilschulen erreichen nur das Realschulniveau bayerischer Schüler. Die Ergebnisse der KESS-Studie lassen für alle Eltern, die ihrem Kind eigentlich den zeitlichen Druck und Freizeitverlust ersparen wollen und überlegen, es auf der Stadtteilschule mit G9 zum Abitur aufwachsen zu lassen, nur einen Schluss zu: Auf keinen Fall Abitur auf der Stadtteilschule in Hamburg, denn sonst wird es im weiteren Bewerbungsmarathon um Ausbildungs- und Studienplätze das Nachsehen haben. Das kann nicht sein!

Petra Raßfeld-Wilske

Aus Fehlern gelernt

2. September: „Obama hat verloren. Angriff auf Syrien vertagt. Präsident zeigt gefährliche Schwäche“

Barack Obama hat aus den Fehlern seiner Vorgänger gelernt, nutzt den Faktor Zeit und bringt nebenbei alle Seiten zum Nachdenken über den Irrsinn des Krieges. Ein Obama ist nicht auf die Macho-Theorie eines „handlungskräftigen Führers“ angewiesen, betrachten wir doch lieber das passive Verhalten Wladimir Putins!

Christian Enger

Effizientere Nutzung

2. September: „Freier Markt oder mehr Staat? Hamburgs Energienetze“

Niemand will über die Netze die ökologische Energieerzeugung forcieren. Aber unser größtes, billigstes und umweltfreundlichstes Kraftwerk ist die Energieeinsparung und die effiziente Nutzung. Und die kann man über die Netze sehr wohl voranbringen. Allerdings will nicht nur Vattenfall, sondern auch Michael Beckereit, Chef von Hamburg Wasser und von Hamburg Energie, ja ordentlich viel Energie verkaufen.

Friedrich Schmid

Schon da gewesen

2. September: „Pommes aus dem Automaten. Eine neue Maschine liefert Fritten im Minutentakt“

Neue Maschine aus Brüssel? Da kann ich ja nur lachen. Ich erinnere mich bestens, dass es bereits in meiner Kindheit Ende der 70er-Jahre im Freibad in Trittau einen Pommes-Automaten gab. Zugegebenermaßen konnte sich das Gerät trotz hoher Nachfrage und regelmäßiger Schlangenbildung offensichtlich nicht durchsetzen. Na ja, vielleicht jetzt in einem neuen Anlauf. Alles hat seine Zeit...

Dirck Süß

Erfolglose Suche

31. August: „Neue Studie: ‚Mieter finden wieder ausreichend Wohnungen‘“

Ich bin seit einem Dreivierteljahr auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in einigermaßen zentraler Lage. Ich habe ein mittleres regelmäßiges Einkommen, einen sicheren Arbeitsplatz und hervorragende Schufa-Werte. Ich habe mir seit Februar ungefähr 40 Wohnungen angeschaut, drei Viertel davon mit Maklerbeteiligung. Ich habe mich – leider erfolglos – um sieben Wohnungen beworben und suche weiter. Ich suche per Immonet, Abendblatt und bei einer Genossenschaft, bei der ich Mitglied bin. Nettokaltmieten von unter 10 Euro sind so gut wie nicht mehr existent. Das meiste spielt sich zwischen elf und zwölf Euro ab, und zwar in normalen Wohnlagen. Dazu kommt in der Regel eine Maklerprovision von über 1000 Euro. Armes Hamburg.

Martin Schatke

Gelungene Integration

31. August: „Historiker warnt vor Neubau am Stintfang. 52 Wohnungen an 400 Jahre alter Wallanlage?“

Worum geht’s hier eigentlich? Die Abbildung zeigt doch ein Beispiel für eine gelungene Integration eines Neubaus in die Umgebung. Ich kann überhaupt nicht erkennen, wo die Beeinträchtigung sein soll. Es entstehen an dem Standort ausschließlich Mietwohnungen, zum größten Teil Sozialwohnungen. Es wird Zeit, die Kirche im Dorf zu lassen. Ich wünsche dem Investor viel Erfolg.

Katrin Zerbin

Nicht in Ordnung

31. August: „Senat muss Hamburger Symphoniker vor Insolvenz retten. Einmalzahlung von 1,7 Millionen Euro“

Viel angemessener und richtiger wäre die Forderung, dass sich Intendant, Chefdirigent und Orchester an der Sanierung, an der Abwendung der Insolvenz und an der Sicherung ihrer Arbeitsplätze finanziell beteiligen, so wie es in der Privatwirtschaft völlig selbstverständlich ist. So aber geht das Leben auf relativ hohem Niveau einfach unverändert weiter, und der Steuerzahler zahlt. Das ist nicht in Ordnung, zumal der Steuerzahler nicht der Besucher der Konzerte ist. Wenn man schon den Intendanten, den Dirigenten und das Orchester schonen will, dann müssten wenigstens nur die profitierenden Konzertbesucher, nicht aber alle Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Hier fehlt etwas die wirtschaftliche Ausrichtung. Kultur kann bei wirtschaftlichen Fragen keine heilige Kuh sein.

Dr. Wilfried Schwetje

Offensiver werden

30. August: „Rundumbetreuung für Jobsuchende. Neue Initiative der Arbeitsagentur Hamburg“

Die Betreuung von Arbeitsuchenden in verschiedenen Projekten der Arbeitslosenagentur oder der Jobcenter schafft meines Erachtens keine Arbeitsplätze, sondern schönt die Statistiken der Arbeitslosenagentur. Der Satz „freie Stellen, die der Arbeitsagentur gemeldet werden...“ zeigt, dass die Arbeitsagentur in der Passivität bei der Arbeitsbeschaffung verharrt und Arbeitslose hauptsächlich verwaltet. Warum geht sie nicht offensiv auf die Betriebe zu und bietet die Arbeitsuchenden mit ihren Qualifikationen an, so wie es professionelle Arbeitsvermittler tun? Schon der von der Arbeitsagentur verwendete Begriff „Jobsuchende“ vermittelt nicht den Eindruck qualifizierter Arbeitsuchender, die eine verantwortungsvolle Tätigkeit ernsthaft anstreben. Die Arbeitsagentur muss dringend gecoacht werden.

Antje Schmidt