Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 29. August 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Gunst der Stunde ausgenutzt

28. August: „HVV schon wieder teurer. Fahrgäste müssen 3,2 Prozent mehr bezahlen. Kritik von der Opposition“

Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sollen immer höhere Beförderungskosten rechtfertigen. Wie verträgt sich das mit den ständig steigenden Fahrgastzahlen? Hier wird offensichtlich die Gunst der Stunde genutzt und genommen, was zu bekommen ist, da der Individualverkehr an seine Grenzen stößt. Und das alles unter dem Deckmäntelchen „sozial verträglich“.

Claus und Angelika Rechter

Alleinentscheider

28. August: „Obama plant Drei-Tage-Krieg gegen Syrien. Militärintervention rückt näher“

Es stellt sich die Frage, mit welcher Legitimation die USA Syrien angreifen werden. Ein Mandat des Uno-Sicherheitsrates gibt es bis jetzt nicht. Die Urheberfrage der Gasangriffe ist nicht geklärt. Der Friedensnobelpreisträger Obama nimmt sich das Recht, abseits internationaler Regeln die USA zum Alleinentscheider über Krieg und Frieden im Nahen Osten zu machen. Das ist mindestens unangemessen.

Manfred Calsow

Schnäppchen

28. August: „Wulff muss vor Gericht. Landgericht Hannover eröffnet Hauptverfahren“

Wenn ich mir vorstelle, was 16 Monate Recherche einer ganzen Staatsanwaltschaft und 16 Verhandlungstage eines Gerichts kosten, um festzustellen, ob 760 Euro eine gefühlte Vorteilsnahme sein könnten, dann ist die Rettung Griechenlands doch ein echtes Schnäppchen.

Karl-Heinz Modrow

Vorteile verschaffen

27. August: „Hamburger Bauherren müssen keine Parkplätze mehr schaffen. Senat will Wohnungsbau erleichtern“

Meiner Auffassung nach geht es den Politikern nicht darum, eine politische Vision, zum Beispiel „eine Maut durch die Hintertür“, zu verwirklichen. Eine politische Vision hätte ja noch Charme – unabhängig davon, ob man das Ziel unterstützt oder nicht. Hier geht es den politisch Verantwortlichen doch nur darum, den Investoren für Bauvorhaben einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen.

Bernd Zocher

Eklatanter Fehler

Wieder einmal ein eklatanter Fehler und ein Weg in die völlig falsche Richtung. Die Aussage, dass in vielen „Quartieren“ inzwischen auf das Auto verzichtet wird, ist ja wohl schlichtweg gelogen. Sind die Menschen, die so etwas beschließen, eigentlich nur mit geschlossenen Augen in der Stadt unterwegs? Bereits jetzt ist die Parkplatznot nicht nur in den Stadtteilen Eimsbüttel, Eppendorf und Ottensen so groß, dass alles zugeparkt wird, was möglich ist, egal ob man in Einmündungen, Feuerwehreinfahrten oder Privateinfahrten steht. Dieses wird sich mit diesem Beschluss immens verschlimmern, zumal die Polizei hier anscheinend schon lange aufgegeben hat. Man kann nur hoffen, dass die Feuerwehr ihre Test-Einsatzfahrten erhöht und abschleppen lässt, was im Weg steht. Mit solchen Entscheidungen, liebe Politiker, wird die Stadt wieder ein Stück weniger lebenswert.

Holger Karstens

Leere Tiefgaragen nutzen

Das Ziel, die Mieten zu senken, ist richtig. Auch bestrafte die Stellplatzverordnung bisher diejenigen, die auf ein Auto verzichteten, aber dennoch einen Stellplatz bezahlen mussten. Doch ob damit alle Probleme vom Tisch sind, ist fraglich. Solange man nach wie vor unzählige Stellplätze im öffentlichen Raum findet und auch in den engen, angesagten Stadtteilen alles zuparken darf, wird der Parkdruck für teure Tiefgaragen wohl nicht hoch genug sein. Die Politik hätte im Zuge der ganzen bisher gebauten Tiefgaragen auch die öffentlichen Plätze reduzieren müssen. Dann ständen die Garagen jetzt auch nicht leer.

Martin Bill

Ohne Bedeutung

27. August: „‚Cuxhavener Appell‘ soll Offshore-Industrie stärken. Minister beschließen Aus für Großflughafen“

Die Minister können gern beschließen, was sie wollen. Es hat weder eine praktische noch eine rechtliche Bedeutung. Es ist lediglich ein Positionspapier, und das nach dem Motto: heute so, morgen anders. Ausgerechnet der jetzige Wirtschaftssenator war vor diesem Amt noch ausdrücklich für einen Ersatzflughafen. Auf dieser Fläche von gut 2200 Hektar gäbe es ausreichend Platz für einen norddeutschen Großflughafen mit entsprechendem Raum für Gewerbetreibende und internationale Flugverbindungen weltweit. Last but not least kann man dort gutes Geld verdienen und wenig oder kaum Anwohner belästigen wie jetzt beim innerstädtischen Flughafen.

Hans Schwarz

Unglaublich

27. August: „Maier kam, sah und siegte. St. Pauli – Dresden 2:1. Siegtor in der 88. Minute“

Welch eine Moral: durchwachsene erste Halbzeit, 1,5 berechtigte Elfmeter nicht bekommen, in Rückstand geraten, einen völlig berechtigten Elfer gehalten, 2 Joker-Tore, eines davon in Ronaldo-Manier, Spiel gedreht, drei Punkte, Platz sieben. Unglaublich! So ist Pauli. Und all das klappt, obwohl man so gar nichts von Mäzenen liest, die mitregieren wollen, Mallorca-Reisen, Suspendierungen oder potenziellen neuen Funktionsträgern. Wie sehr würde ich mir wünschen, dass der Verein in Hamburgs Südwesten sich mal wieder besinnt und sich an den Tugenden des Millerntor-Clubs orientiert.

Lars F. Kupfer

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