Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 28. August 2013

Nicht genug Bewegung

27. August: „Wohnungen statt Sportanlagen. Flächentausch am Hemmingstedter Weg“

Wie kann es sein, dass in einer so reichen Stadt wie Hamburg unsere Sportplätze nur in Schuss gehalten werden können, wenn dafür Sportanlagen verkauft werden? Das finde ich skandalös! Muss nicht vielmehr die Politik dafür Sorge tragen, dass die vorhandenen Sportflächen in einem guten, bespielbaren Zustand sind? Wo sollen unsere Kinder sich denn austoben? Immer mehr Kinder haben nicht genug Bewegung, und jetzt werden ihnen auch noch die Sportflächen genommen. Es geht im Westen ja nicht nur um die Anlage im Hemmingstedter Weg, sondern auch um die Anlage im Trenknerweg und die Adolf-Jäger-Kampfbahn in der Griegstraße. Wohin können die Kinder und Jugendlichen denn noch mit dem Rad fahren? Oder sollen künftig Mama und Papa den Fahrdienst übernehmen?

Kirsten Hedinger

Unterstützung vermisst

26. August: „Radhauptstadt für einen Tag. Hamburg feierte am Sonntag seine 18. Cyclassics“

Angeblich säumten 800.000 Zuschauer die Strecken. Dreimal kurz gelacht! Entweder wurde jeder Zuschauer mit vier multipliziert oder der Veranstalter stapelte bewusst hoch, um die einmalige Zugkraft seiner Veranstaltung zu betonen. Ich saß selbst im Sattel und habe unterwegs oft genug lautstarke Unterstützung vermisst. Wo standen die Menschenmassen, die der Veranstalter mit seiner Zuschauerzahl beschwor? Allein auf der Zielgeraden in der Mönckebergstraße tobte das Leben. Ansonsten ist jedem Hobbyfahrer die Cyclassics wärmstens zu empfehlen.

Manfred Scholz

Lebensqualität erhöhen

26. August: „Busbeschleunigung: Bezirksfraktion lehnt Pläne des eigenen Senats für den Mühlenkamp ab“

Der Senat sollte Mut beweisen und Straßen wie den Mühlenkamp zur Fußgängerzone erklären, ausgenommen HVV und Radfahrer. Busse – besser noch wäre die Stadtbahn – könnten zügig und ungehindert passieren. Die Lebensqualität in dieser belebten und beliebten Straße würde sich gewaltig erhöhen. Die anliegenden Geschäfte müssen Umsatzeinbußen nicht fürchten, da man ohnehin in dieser Straße keinen Parkplatz findet. Busbeschleunigung – für mich das Unwort des Jahres, denn es gibt sie nicht, da ein Bus genau wie alle Pkw auch im Stau steht, ausgenommen auf Extraspuren auf dem ehemaligen Straßenbahnnetz.

Sylvia Nitze-Schröder

Im Kern richtig

26. August: „Kühne: Schlimmer geht's nicht. Wirbel um Interview mit dem HSV-Investor hält an“

Die Art und Weise, wie Herr Kühne die Strukturen und Gremien des HSV kritisiert hat, ist durchaus diskussionswürdig. Unstrittig ist hingegen, dass er im Kern mit seinen Aussagen richtig liegt. Die Reaktion zeigt mal wieder die Beratungsresistenz des HSV. Statt die desolate Außendarstellung, die Führungsarbeit von Aufsichtsrat, Vorstand und Trainer zu überprüfen, wird weiterhin alles schöngeredet. Selbst jeder mittlere oder gar kleinere Betrieb nimmt immer mal wieder die Meinung Außenstehender zum Anlass, gegen eine im Lauf der Jahre wachsende Betriebsblindheit anzugehen. Nur der große HSV glaubt immer noch, ein „ganz Großer“ in der Liga zu sein, und redet über europäische Klasse. Trainer und Mannschaft sind leider dafür nicht geeignet. Die Mannschaft ist nicht bereit, an ihre Grenzen zu gehen, und der Trainer kann daran nichts ändern.

Udo Hein

Falsch angelegt

Mit welcher Berechtigung stellt Klaus-Michael Kühne überhaupt Forderungen? Er ist in keiner Weise mit den Vereinsinterna und der Materie des Vereins vertraut. Wenn er die Probleme beim HSV lösen möchte, kann er sich ja in den Aufsichtsrat wählen lassen. Wahrscheinlich ärgert er sich, dass sein Investment nichts an den Problemen geändert hat. Seine Millionen, die er für den Spieler van der Vaart in den Verein gesteckt hat, hätten in Kinder-Hospizen, Palliativ-Stationen und in der Flüchtlingshilfe so viel mehr bewirkt. Das muss doch einmal gesagt werden.

Ingo Höck

Gefahren verlagern

24./25. August: „Sollen Fahrräder zulasten der Autos mehr Platz erhalten? Hamburg darf nicht Münster werden“

Hamburgs Parole beim Radwegebau ist: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Radwege müssen schon sein, damit der Autofahrer freie Fahrt auf der Fahrbahn genießen kann. Aber sie dürfen bitte keine Parkplätze oder Bäume kosten. Da ducken sich sogar grüne Politiker feige weg und verschwenden Steuergelder für Placebos. Tatsächlich wäre der Platz für vernünftige Radwege nämlich nicht von der Fahrbahn abzuzweigen, sondern ginge zulasten der Parkplätze und Baumstandorte. Wie’s geht, kann man nicht in Münster, sondern in Kopenhagen bewundern: munter und sicher fließender Kfz- und Fahrradverkehr in recht kahlen Straßen mit breiten Radwegen direkt neben der Fahrbahn. Man muss das nicht mögen, aber so wäre es korrekt. Denn innerorts erhöhen Radwege, wie die in Hamburg angelegten, die Sicherheit der Radfahrer nicht. Sie verlagern die Gefahren einfach an die nächste Kreuzung oder Einmündung, wo der Sensenmann im „toten Winkel“ rechtsabbiegender Lkw erntet.

Dr. Frank Bokelmann

Unverständlich

24./25. August: „1000 Euro Rente für alle. Deutschland sollte von den Dänen lernen“

Angesichts so massiver Betroffenheit in unserem Land ist es völlig unverständlich, warum sich keine Veränderungen durchführen lassen, zumal unsere dänischen Nachbarn uns vormachen, dass es auch anders geht – zum Wohle aller. Auch meine Rente wird im Alter auf Grund von Erziehungszeiten meiner Kinder weit unter der Armutsgrenze liegen. Mein abgeschlossenes Studium nützt da auch nichts. Ich werde – falls sich nichts ändert – in Erwägung ziehen müssen, im Alter aus Kostengründen in ein Land umzuziehen, in dem die Lebenshaltungskosten weit geringer sind als in unserer schönen BRD.

Margarita Hanses