Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 27./28. Juli 2013

Keine soziale Verantwortung

26. Juli: „Jetzt meldet auch Max Bahr Insolvenz an“

Der Kreditversicherer vertritt die Interessen der Lieferanten und handelt folgerichtig. Die Schuldzuweisung ist daher ein plumper Versuch, von Missständen im Hause Praktiker/Max Bahr abzulenken. Es drängt sich die Frage auf, ob mit dem Verkauf an den „Patienten“ Praktiker schlicht Kasse gemacht und die Bahr-Belegschaft dabei ins Verderben geschickt wurde. Soziale Verantwortung hätte jedenfalls anders ausgesehen, meine ich.

Wolfgang Jurksch

Schlechte Aussichten

26. Juli: „Regierung sucht Flucht nach vorn. Kanzleramtschef Pofalla gibt erste Antworten in Ausspähaffäre. US-Dienst bestreitet flächendeckende Überwachung“

Der Kanzleramtsminister stellt treuherzig fest, dass die Geheimdienste selbstverständlich nach „Recht und Gesetz“ arbeiten, seine Chefin hüllt sich wie gewohnt in Schweigen oder formuliert Allgemeinplätze und sonnt sich dennoch weiterhin im Umfragehoch, während die NSA bemüht ist, die millionenfache Schnüffelei herunterzuspielen und der Öffentlichkeit tonnenweise Sand in die Augen zu streuen. Nie war jedoch Orwells Roman-Utopie vom „the big brother is watching you“ realer als heute. Trotzdem: Wenn das Problem erst einmal politisch zerredet ist und die Medien das Interesse an der Vermarktung des Themas verloren haben, dürfte der schleichende Abbau zentraler Grundrechte ungebremst weitergehen – merkt ja keiner! Schlechte Aussichten für demokratisch strukturierte Gesellschaften – und das weltweit!

Ulrich Reppenhagen

Fassungslos

26. Juli: „Das Geständnis des Lokführers. Mindestens 80 Menschen sterben bei schwerem Zugunglück in Spanien

„Menschliches Versagen“ ist eine allzu billige Erklärung. Fassungslos macht die Verantwortungslosigkeit der zuständigen spanischen Verkehrsbehörde, die einen Hochgeschwindigkeitszug ohne automatisches Geschwindigkeitssteuerungssystem auf die Strecke lassen. Unglücksursache hätte schließlich auch ein Herzanfall des Piloten sein können. Einen zumindest akustischen Geschwindigkeitsbegrenzer haben selbst Autofahrer schon in einem preiswerten Navi, das technisch relativ problemlos an die Bordmotorik anschließbar wäre.

Dr.med. Dr. päd. Dietger Heitele

Überfällige Sache

25. Juli: „Radweg auf der Busspur der Elbbrücken angedacht“

Das ist eine schon längst überfällige Sache – ein großes Lob an die Politik! Dazu wurde die Verkehrsführung für Radfahrer über die Einmündung der Zweibrückenstraße auf der Ostseite vor zwei Jahren der der Westseite angepasst mit verheerenden Folgen. Es wurde höchste Zeit, dass sich die Politik dieses brisanten Themas endlich annimmt und es der Polizei erlaubt, den Radfahrern eine sichere Führung über die Busspur der Elbbrücken zu gewähren. Hoffen wir, dass es möglichst schnell umgesetzt wird – je schneller, desto besser für die Radfahrer Hamburgs.

Severin Freischütz

Unerträgliche Situation

Ich fahre täglich mit dem Rad in Hamburg. Die Situation rund um die Elbbrücken ist unerträglich. Es gibt zehn Fahrspuren (mehr als 30 Meter breit) für den motorisierten Verkehr und und daneben gerade einmal je 1,50 Meter für alle, die sich unmotorisiert über die Elbe wagen.

Collin Jacobs

Absolut überflüssig

24. Juli: „Auch die Umweltbehörde gönnt sich höhenverstellbare Schreibtische. Die 1042 Möbel haben die Stadt mehr als 650.000 Euro gekostet“

Es ist schon eine absolute Frechheit, wie die Behörden unsere Steuergelder verschwenden. Was mich am meisten ärgert ist, dass die Verantwortlichen noch nicht einmal zur Rechenschaft gezogen und nicht bestraft werden. Diese Schreibtischbeschaffungen sind absolut überflüssig! Mir ist als ehemaliger Beamter bekannt, dass kranke Kollegen zum Beispiel einen besonderen Schreibtischstuhl und natürlich auch mal einen (manuell) höhenverstellbaren Schreibtisch bekommen konnten, das aber nur mit einer erforderlichen Bescheinigung vom Amtsarzt; das war auch korrekt so und nachvollziehbar. Aber pauschal elektrisch höhenverstellbare Schreibtische zu beschaffen, ist absoluter Wahnsinn und zeigt die Unfähigkeit der Verantwortlichen!

Bernhard Woltersdorf

Lohnende Investition

Wer regt sich auf, wenn VW vernünftige Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, die auch Geld kosten? Der Schreibtisch ist in Ämtern ein zentrales Arbeitsmittel, das den ganzen Tag genutzt werden muss, oft von wechselnden und unterschiedlich großen Menschen. Rückenerkrankungen gehören zu den häufigsten, langwierigsten und damit teuersten Erkrankungen mit einer hohen Zahl von Frühpensionierungen. Wenn nur ein kleiner Teil der Beschäftigten durch einen ordentlichen, leicht und deshalb elektrisch verstellbaren Schreibtisch von Rückenerkrankungen verschont wird, hat sich die Investition gelohnt.

Michael Rothschuh

Positiv!

23. Juli: „Was fehlt noch bei der Gartenschau? Die Gästeführer der igs wissen am besten, was den Besuchern gefällt und was nicht – wir haben sie begleitet“

Dieser Artikel ist nun mal eine positive Berichterstattung, die ich sonst meist vermisst habe. Warum kann das Abendblatt nicht auch etwas mehr Werbung für die Gartenschau machen? Es finden zum Beispiel täglich schöne Veranstaltungen auf dem Gelände statt. Wer steigt noch durch bei den verschiedenen Ermäßigungen, die dann langwierig an der Kasse erklärt werden? Warum bringen Sie nicht immer mal wieder eine aktuelle Übersicht? Ich würde mich freuen, von kleinen Highlights zu lesen! Es gibt so viele schöne, originelle Ideen auf der Gartenschau, die sich lohnen anzusehen und sich mit ihnen zu beschäftigen!

Gisela Hofmann