Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 18. Juni 2013

| Lesedauer: 5 Minuten

Zum Heulen

17. Juni: „Verliert die Elbchaussee ihr Gesicht? Statt gepflegter Villen immer mehr gleichförmige Neubauten“

Es ist bemerkenswert, dass diese Gruppe von Menschen sich Gedanken macht um das Erscheinungsbild der Elbchaussee. Aber leider gibt es keinen Aufschrei für den Rest der Stadt. Das Gesicht ganz Hamburgs wird schon seit vielen Jahren durch diese langweilige Einheitsarchitektur verschandelt. Die schrecklichsten Beispiele sind die als „Perlenkette“ bezeichneten Klötze an der Elbe, in der HafenCity und in der Bernhard-Nocht-Straße. Es ist zum Heulen. Wenn man in Städten in Frankreich die dortige neuere Architektur betrachtet, die sich sehr gut in das Bestehende einfügt, frage ich mich, warum so etwas hier in Hamburg nicht möglich ist. Wird hier nur ans schnelle Geld gedacht?

Ingrid Gangloff

Dobermänner im Amt?

15./16. Juni: „Tierfreunde: Abgeordnete wollen Hunde mitbringen“

Na, wunderbar. Endlich denken unsere Politiker auch einmal an die einsam zu Hause gelassenen Vierbeiner. Aber dann bitte auch – gleiches Recht für alle – an die ebenso einsamen Katzen. Da kommt dann wenigstens Bewegung in den Plenarsaal. Und die vielen freien Plätze können gefüllt werden. Vielleicht kommen sich die Abgeordneten ja auch über ihre Tiere näher. Und in naher Zukunft begrüßt uns dann beim Besuch einer Behörde auch so ein niedlicher Kerl. Vielleicht Dobermänner im Finanzamt und ein Spitz beim Wohnungsamt?

Wilfried Henjes

Mut zur Stadtteilschule

15./16. Juni: „Rückschlag für Abi-Initiative. Zeit für Volksentscheid zu knapp“

Als Mutter eines Kindes auf einer Stadtteilschule habe ich viele Gespräche mit Eltern geführt, die überforderte Kinder auf dem Gymnasium haben. Jedes Mal wurde deutlich, dass die Eltern ein Image-Problem mit der Stadtteilschule haben. Das Abitur auf einer Stadtteilschule zu machen, welches ja denselben Inhalt und Wert mit eben den geforderten 13 Jahren Schulzeit hat, entspricht nicht dem gewünschten Image der intellektuellen Elite, zu der man gehören möchte. Da werden die Kinder gegen die Empfehlung der Lehrer von den Eltern mit Nachhilfe bis in die späten Abendstunden gequält und dann von einem Gymnasium auf das nächste, vermeintlich bessere Gymnasium umgeschult. Ich kann nur allen Mut machen, die gegen G8 sind, ihr Kind in G9 auf der Stadtteilschule zum Abitur zu führen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass an unserer Stadtteilschule hoch motivierte Pädagogen arbeiten, individuell gefördert und gefordert wird.

Janet Geier

Ernüchternde Bilanz

15./16. Juni: „Lärm oder Spaßfaktor? Gegen laute Maschinen kann man wenig tun“

Dass man wenig tun kann, ist eine sehr ernüchternde, ärgerliche Bilanz. Da man sicher nicht auf Einsicht der Lärmrowdys hoffen kann, müssen endlich die Zulassungskontrollen von Motorradtypen und die UNECE-Regeln für Zubehör reformiert werden, damit ein Motorradgeräusch grundsätzlich einen festgelegten Geräuschpegel nicht überschreiten kann. Das müsste sich dann bei Polizeikontrollen leicht messen lassen. Weiterhin muss die Lärmbelastung von Motorrädern in Lärmkartierungen anders berücksichtigt werden und mehr Gewicht bekommen.

Peter M. Lange

Nicht zu überbieten

Ich verweise ganz einfach auf die Straßenverkehrsordnung. In den Grundregeln heißt es: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und Rücksicht.Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet, behindert oder belästigt wird. Was diese Motorradfahrer treiben, ist in meinen Augen an Rücksichtslosigkeit nicht mehr zu überbieten. Diesem Treiben muss vom Gesetzgeber sofort Einhalt geboten werden durch entsprechende Gesetze und Vorschriften. Es darf nicht sein, dass ich Garten und Terrasse an sonnigen Wochenenden nicht mehr aufgrund des rücksichtslosen Verhaltens dieser Motorradfahrer nutzen kann. Lärm macht krank.

Jörg Bernath

Erschreckend

15./16. Juni: „‚Beziehung und Beruf – das ist sehr schwer‘. Der neue HSV-Sportchef Oliver Kreuzer“

Es ist dem gebeutelten HSV zu wünschen, dass der gerade ernannte Sportchef genügend Fußballverstand mitbringt. Erschreckend finde ich aber, wenn die hoch dotierte Führungskraft an ihrem neuen Arbeitsplatz Hamburg mit den Begriffen „Michel“ und „Hagenbeck“ nichts anfangen kann. So viel Allgemeinbildung muss man selbst von einem Experten aus der Fußballbranche erwarten, meine ich.

Manfred Scholz

Unerträglich

14. Juni: „Acht Milliarden Euro für die Flutopfer. Bund und Länder beschließen Hilfsfonds“

Sicherlich ist es richtig, dass die Opfer seitens der Regierung entschädigt werden. Kaum jedoch ist die Höhe des Betrages bekannt, wird schon von den Parteien diskutiert, wie man die Bürger beteiligen könnte. Dies ist unerträglich. Warum wird der Wiederaufbau des Berliner Schlosses zu horrenden Kosten nicht gestoppt und dieses Geld für die Flutopfer genutzt? Aber die einfachere Variante ist natürlich der Weg an den Geldbeutel des immer wieder ausgenutzten Bürgers.

Rolf Rathmann

Mieter unerwünscht

14. Juni: „Alle Mieter raus. Die Akte Hegestraße“

Das Dossier zeigt deutlich, dass heute der Mieter als solcher unerwünscht ist. Das Rezept der Investoren lautet: aufkaufen, entmieten, abreißen, neu bauen, Wohnungen dann einzeln verkaufen, abkassieren, weiterziehen. Über allem das Credo: Lage, Lage, Lage. Wie das Dossier am Ende berichtet, geht es aber auch anders. Es gibt sie noch, die zufriedenen Mieter und Vermieter, die wissen, dass Eigentum verpflichtet.

Michael Leuchter

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